Pia Meier
Die Stadt baut das bereits geplante Altersheim Köschenrüti in Seebach bekanntlich aus finanziellen Gründen nicht. Dies stiess im Quartier auf grosses Unverständnis, nicht zuletzt, weil der Projektwettbewerb bereits durchgeführt und entsprechende Informationen im Quartier bereits abgegeben wurden. Ein weiterer Grund für die Konsternation ist, dass gerade in Zürich Nord lange Wartelisten bei den bestehenden Altersheimen existieren. Die beiden Gemeinderäte Peter Anderegg (EVP) und Daniel Meier (CVP) haben den Stadtrat mittels einer Interpellation über die Gründe des Verzichts aufs «Köschenrüti» und das weitere Vorgehen angefragt. Die Antwort ist noch hängig.
Der Stadtrat offerierte das fürs Altersheim vorgesehene Land Ende November 2008 der Stiftung für Alterswohnungen der Stadt Zürich. Diese war zwar überrumpelt, zeigte aber Inte-resse. «Wir haben eine lange Warteliste für Wohnungen, deshalb waren wir sehr erfreut über das Angebot», hält Linda Mantovani, Direktorin der Stiftung für Alterswohnungen, fest. Bis dato habe der Stiftungsrat aber noch nicht darüber entschieden, denn zuerst sollen gewisse Abklärungen gemacht werden.
Zu diesen Abklärungen gehört auch der Kredit in Höhe von 4.28 Millionen Franken, den der Stadtrat für die Ausarbeitung des Bauprojekts mit detailliertem Kostenvoranschlag fürs damals geplante Altersheim beantragt hat. «Wir haben mit den Projektverfassern Bob Gysin+Partner BGP Kontakt aufgenommen, um zu eruieren, ob wir auf dem bestehenden Projekt aufbauen können, damit die 4.28 Millionen Franken nicht für die Katz gewesen sind», erläutert Mantovani. Man wolle keinen neuen Projektwettbewerb durchführen.
Weiter soll mit Massnahmen auf die Befürchtungen im Quartier eingegangen werden: Zum Beispiel, dass Alterswohnungen kein Ersatz für ein Altersheim sind, weil pflegebedürftig werdende Menschen nicht in einer Wohnung bleiben können und dann allenfalls mangels Plätzen das Quartier verlassen müssen. Dem versucht die Stiftung für Alterswohnungen nun entgegenzuwirken. «Wir nehmen die Anliegen des Quartiers ernst und ziehen in Seebach eine Zusammenarbeit mit den Pflegezentren der Stadt Zürich in Betracht», erläutert Mantovani. Es wäre die erste derartige Zusammenarbeit in der Stadt Zürich. Wenn alle diese Abklärungen gemacht sind, soll der Stiftungsrat entscheiden, ob er das Land übernehmen will. «Mit grösster Wahrscheinlichkeit wird dies der Fall sein», betont Mantovani.
Diese Entscheidung habe aber keinen Einfluss auf ein weiteres Stiftungsprojekt, die Alterswohnungen bei der Endstation Seebach. Deren Planung gehe termingerecht voran.