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09.11.2016 Von: Jeannette Gerber

Zürich 2

Swiss Re hält an Abriss Mythenschloss und Neubau Campus Mythenquai fest


Für die einen schützenswert, für die anderen nicht. Das Mythenschloss, hier in einer Aufnahme von 1981. Archivfoto: Swiss Re

Der weltweit zweitgrösste Rückversicherer Swiss Re und die städtische Denkmalpflege informierten das Quartier über den umstrittenen Neubau anstelle des gar nicht so historischen Mythenschlosses.

Die Projektverantwortlichen Christof Keller (Leiter Bau), Andreas Klenner (Projektleiter Bau) und Urs Leimbacher (Director Communications) stellten kürzlich zusammen mit dem Quartierverein Enge bei einem Lokaltermin im «Klubhaus Swiss Re» die Pläne und weitere Schritte im Projekt «Campus Mythenquai» vor. Herbert Imbach vom QV Enge begrüsste die zahlreichen Anwesenden, viele davon Mieter im Mythenschoss. Anwesend war auch Martina Jenzer, die Leiterin der städtischen Denkmalpflege.

Grossbürgerliches Wohnhaus
Der Rückversicherer plant neben dem «Swiss Re next» (siehe Kasten) einen weiteren grossen Neubau am Mythenquai 20–28, dort, wo heute das «altehrwürdige» Mythenschloss steht. Das Mythenschloss, dessen Eigentümerin die Swiss Re seit 1960 ist, prägt zwar das linke Seeufer, doch ist es laut der Swiss Re und laut der städtischen Denkmalpflege weder besonders erhaltenswert noch ehrwürdig.
Es ist eher ein grossbürgerliches Wohnhaus, erbaut 1925–1927 vom Architekten Arminio Cristofari, der damals auch für den Italienischen Diktator Mussolini gebaut haben soll. Die neoklassizistische Fassade auf der Seite Mythenquai täuscht, sie besteht seit dem Ersatzneubau aus den 1970er-Jahren aus Kunststeinplatten und plastischen Elementen. Nach den damaligen Gesetzen mussten in den beiden obersten Geschossen 65 Wohnungen eingerichtet werden. Wie Martina Jenzer erläuterte, handelt es sich bei dem Gebäude im heutigen Zustand, nach verschiedenen Kriterien geprüft, gemäss städtischer Denkmalpflege nicht um ein Schutzobjekt. Es hat weder eine städtebauliche, sozial- und wirtschaftsgeschichtliche, bautypologische, noch baukünstlerische Bedeutung.

Rekurs gegen Abriss ist hängig
Falls der noch hängige Rekurs der Interessenvereinigung «Erhalt des Mythenschlosses», die die 200 Bewohner der 65 Wohnungen vertritt, erfolglos bleibt, wird Swiss Re das bestehende Gebäude abbrechen und ein neues bauen, um alle seine 3500 Mitarbeitenden an diesem Ort zu konzentrieren («Zürich 2» vom 16.6.2016). Sie rechtfertigt den Abriss durch den grossen Sanierungsbedarf und strukturelle Probleme des alten Gebäudes und nennt moderne Arbeitsplätze, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz als weitere Gründe für einen Neubau.
Die Zürcher Architekten Meili/Peter überzeugten die Swiss Re am meisten. Von ihnen stammen der Zölly-Tower auf dem Maag-Areal und der Neubau des Hotels Waldhaus Dolder. Mit den Bauarbeiten am Seebecken soll Mitte 2019 gestartet werden. Es handelt sich um einen 6-stöckigen Bau mit Parkhaus, wobei der heutige «Ehrenhof», der das Gebäude jetzt mitprägt, erhalten bleibt. Zur Seeseite wird zudem ein öffentliches Restaurant mit Seeterrasse entstehen, das eine Beziehung zur geplanten, neugestalteten Uferpromenade aufbauen soll. Die Neugestaltung sieht vor, die Parkplätze im Hafen Enge aufzuheben. Ein Teil davon wird im Parkhaus von Swiss Re integriert werden.

Unglückliche Mieter
Es ist nur allzu verständlich, dass die Mieter über diese Situation unglücklich sind. Swiss Re ist laut den anwesenden Vertretern im Gespräch mit der Stadt, um allenfalls Ersatzwohnungen anzubieten und um abzuklären, ob ursprünglich als Wohnraum im Kreis 2 gebaute, inzwischen jedoch als Büro zweckentfremdete Wohnungen wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden können. Dies betrifft diverse eigene Objekte. Vielleicht ergibt sich daraus die eine oder andere Möglichkeit für die Mieterinnen und Mieter, im Kreis 2 bleiben zu können.



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