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11.01.2017 Von: Elke Baumann

Züriberg

Die Nase freut sich nicht über jeden Geruch


Verfaultes Fleisch scheint nicht gerade gut zu riechen: Im Kulturama geht es um die Frage, wie die Nase funktioniert. Fotos: Kulturama/Josef Stücker

«Schnuppernase – Eine Ausstellung in 100 Gerüchen » führt im Kulturama seine Besucherinnen und Besucher durch die faszinierende Welt der Düfte.

Die Nase prägt unser Aussehen, wir atmen durch sie ein und aus, sie ist eine Empfangsstation für Gerüche. Mit ihr entscheiden wir, ob wir uns an einem Ort wohlfühlen, ob wir bleiben oder lieber «Reissaus» nehmen wollen. Unsere Nase löst Erinnerungen oder Ängste aus, sie kann uns fröhlich und traurig stimmen, sie ist hilfreich bei der Partnerwahl, und sie kann rund 10 000 unterschiedliche Duftstoffe auseinanderhalten. Unsere Nase ist ein «Tausendsassa »!
Wenn sie umgangssprachlich juckt, erfährt ihr Träger, ihre Trägerin etwas Neues, man kann auf die Nase fallen, man kann hochnäsig sein oder jemandem eine lange Nase drehen, man kann die Nase gestrichen voll haben, sie in Dinge stecken, die einen nichts angehen, und sich eine goldene Nase verdienen.

Der Duft der weiten Welt
Der Geruchssinn ist der älteste unserer Sinne und der sinnlichste. Schon vor 5000 Jahren stimmten die Ägypter ihre Götter mit Räucherwerk gnädig. In der Zeit des Barock überdecken die vornehmen Damen und Herren ihren strengen Geruch mit schweren Parfümen und heute mildern wir die Gerüche aus Küche und Bad mit künstlichen und natürlichen Aromen.
Bei fast allen Lebewesen spielt der Geruch eine zentrale Rolle. Napoleon Bonaparte soll nach einem Feldzug seiner Frau Joséphine die Nachricht geschickt haben. «Nicht waschen – komme in drei Tagen», Maurice Chevalier behauptet: «Eine Frau ohne Geheimnisse ist wie eine Blume ohne Duft», Marcel Proust spricht vom «Duft der Liebe» und mit dem Ausspruch «Pecunia non olet – Geld stinkt nicht» erhob der römische Kaiser Vespasian (9–79 n. Chr.) eine Latrinensteuer. Das Kulturama, Erlebnispfad und Lernmuseum, ist genau der richtige Ort für eine Ausstellung, die dem Phänomen «Gerüche» nachgeht. Museumsgäste können anhand geruchsdichter Röhrchen ihren eigenen Geruchssinn testen, erfahren an interaktiven Stationen woher er kommt und wie er chemisch zusammengesetzt ist.
Die Ausstellung geht unter anderem den Fragen nach: Wie funktioniert die menschliche Nase? Wie entstehen Düfte, welche Gerüche spielen bei der Partnerwahl eine Rolle? Wie werden Parfüms hergestellt und was empfinden wir als Gestank? Welches Tier hat das bessere Riechorgan – Hund oder Maus? Wie riecht Armut, wie das Nichts? Duftet es in diesem Reagenzglas nach Zitrone, Mandarine, Vanille oder eher nach Apfel, Ananas, Erdbeere?
Es gibt pflanzliche, tierische, menschliche und synthetische Düfte zu erschnuppern. Neben faszinierenden Geruchsstationen ist mit Rätseln und spannenden Schnupperspielen für Unterhaltung gesorgt.

An der Nase herumgeführt
Ohne das Spiel mit der Nase läuft in der Werbung nicht viel. Düfte wohldosiert eingesetzt kurbeln den Umsatz an: Der Geruch von frischem Brot versetzt die Kunden in Kauflaune, in Fast-Food-Restaurants kommt der Geruch nach Holzkohle aus einem Duftspender. Auf die Frage, mit welchem Pheromon-Parfüm man beim anderen Geschlecht den grössten Erfolg hat, konnte nach ergiebigen Tests festgestellt werden, dass zwar sehr viele Produkte mit verheissungsvollen Versprechungen angeboten werden, aber nach dem jeweiligen Benutzen klar wurde: «Ausser Spesen nichts gewesen.»



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