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18.01.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Farben tanzen auf dem Wasser


Ebru ist eine uralte Kunst, die ihre Wurzeln im ostasiatischen Raum hat. Für Selma Sabanci ist das «Malen auf dem Wasser» eine Leidenschaft, die Körper und Seele guttut. In einer Ausstellung im GZ Oerlikon zeigt sie ausgewählte Werke.

«Ich habe schon immer gern gemalt und gezeichnet, aber als ich zum ersten Mal mit Ebru in Kontakt kam, hat es mich gepackt», sagt Selma Sabanchi. «Ebru ist wie eine Therapie. Man baut beim Malen Stress ab, übt Geduld, Feingefühl, Geschicklichkeit und auch Gerechtigkeit, denn die Farben müssen in gleicher Menge verteilt werden.» Nur wenige Kunstschaffende beherrschen die Ebru-Technik. «Man muss viel üben, bis man sie beherrscht», sagt die Künstlerin, die in Köln geboren und aufgewachsen ist und heute in Schwamendingen wohnt. Die Ebru-Malerei, auch Marmorieren genannt, ist eine uralte Kunst, die ihre Wurzeln im ostasiatischen Raum hat und im 18. Jahrhundert in der Türkei ihre Blüte erlebte. Bis zum 17. Februar zeigt Selma Sabanci im Kafi des GZ Oerlikon eine Auswahl ihrer Werke. An der Vernissage letzte Woche bekamen die Besucherinnen und Besucher einen kleinen Einblick in die Technik.

Jedes Bild ein Unikat
Für die Ebru-Kunst braucht es ein rechteckiges, flaches Becken in der Grösse A4. Dieses wird mit Wasser gefüllt, das zuvor mit Gummi arabicum zu einer leicht gallertartigen Flüssigkeit aufbereitet wurde. Ferner verwendet man spezielle, mit Farbpigmenten versehene Naturfarben, Ochsengalle (deren Geschmack gewöhnungsbedürftig ist), spezielle Pinsel, bestehend aus Rosenholz-Stielen und Pferdehaar, sowie verschiedene Metallkämme und -nadeln. Die Grundlage eines Ebru-Kunstwerkes bildet der marmorierte Hintergrund. Dafür werden die Farben nun mittels Pinsel in Form von feinen Spritzern auf die Wasseroberfläche gebracht. Mit den Kämmen und Nadeln gestaltet man dann den marmorierten Hintergrund. Nach der Marmorierung werden einzelne Tropfen auf das Wasser gebracht, mit denen man mit der Metallnadel Blumen oder andere Sujets malt. Ist das Bild fertig, wird sorgfältig ein saugfähiges Papier auf das Kunstwerk gelegt, das die Farben aufnimmt. «Wichtig dabei ist, dass es zwischen Papier und Wasser keine Luftblasen gibt, sonst hat man einen weissen Fleck auf dem Papier», sagt Selma Sabanci. Interessierten bringt die Künstlerin das «Malen auf dem Wasser» im Rahmen eines Kurses im GZ Oerlikon bei, und zwar jeweils mittwochs von 19 bis 20.30 Uhr. «Diese Kunst dient auch dem interkulturellen Austausch», sagt sie. Das Faszinierende an Ebru sei, dass man kein Bild zweimal malen könne. «Jedes Bild wird anders, jedes ist ein absolutes Unikat.»



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