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18.01.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Züriberg

Schnee legt das Zürcher Busnetz lahm


Die Etappe vom Triemli zum Triemlispital ist bei Schneeglätte für den 80er nicht befahrbar. Foto: Pascal Wiederkehr

Wenn der Winter in der Stadt Einzug hält, dann kommt der Verkehr zum Erliegen: Vor allem einzelne Buslinien haben Mühe – trotz Winterreifen.

Die Vorstellung ist romantisch, die Realität oft ernüchternd. Sobald es in der Stadt schneit, verwandelt sich der Wintereinbruch vom Postkarten-Idyll zum Albtraum für die Verkehrsteilnehmer.
Kein Wunder, mit dem Auto kommt man nicht vorwärts und die Busse fallen oft aus. Letztere haben vor allem auf Bergstrecken Mühe. So konnte jüngst die Linie 80 das letzte Stück vom Triemli zum Triemlispital nicht mehr befahren, wie den Fahrgästen über Lautsprecher mitgeteilt wurde. Auf anderen Bergstrecken herrschte dieselbe Situation.

80er und 89er häufig betroffen
«Mit Bergstrecken werden Strecken bezeichnet, die eine Steigung beinhalten, welche bei Schneeglätte aus Sicherheitsgründen von Bussen unbefahrbar wird», erklärt VBZ-Mediensprecherin Daniela Tobler auf Anfrage. Als Beispiele nennt sie die Strecke zum Hönggerberg oder zum Strassenverkehrsamt.
Häufig betroffen seien unter anderem der 80er, der vom Triemlispital zum Bahnhof Oerlikon Nord fährt, die Linie 89 von Sihlcity nach Heizenholz in Höngg oder die Quartierlinie 35 vom Solidapark zum Friedhof Eichbühl. Auch auf anderen Strecken wie den Linien 32 und 33 verkehrten die Busse nur unregelmässig.
Auf den Bergstrecken sind Schneeglätte und plötzliche Eisbildung nach Schneefall schuld – sind die Busse also ohne Winterreifen unterwegs? Tobler verweist auf eine Antwort des Stadtrats von 2015: «Die Busse der Verkehrsbetriebe (VBZ) sind mit M+S-Reifen (Winterreifen) ausgerüstet.» M+S steht für «Mud and Snow», was «Matsch und Schnee» bedeutet. Damit seien sie grundsätzlich in der Lage, die Fahrgäste bei winterlichen Verhältnissen zuverlässig zu transportieren, so der Zürcher Stadtrat weiter. Verkehrsbehinderungen aufgrund winterlicher Strassenverhältnisse seien jeweils das Resultat der vorherrschenden Gesamtsituation und würden alle Verkehrsteilnehmenden betreffen. Die VBZ verzichtet zudem darauf, ihre Busse generell mit Schneeketten auszurüsten. «Abgesehen davon, dass der Einsatz von Schneeketten angesichts der gesamten Verkehrssituation bei Schneefall kaum Vorteile bietet, bringen die Schneeketten auch einige Nachteile mit sich, weil sie zeit- und kostenaufwändig sind», hält der Stadtrat fest.
Die VBZ versuchten, frühzeitig Massnahmen zu ergreifen, indem Umfahrungsrouten festgelegt würden und der Betriebsablauf so gesteuert werde, dass alle Teile der Stadt erschlossen bleiben. Im Gegensatz zu Bussen haben Trams im Winter weniger Probleme, weil die VBZ Weichenheizungen einsetzen. «Probleme können entstehen, wenn ein unvorhergesehener Schneefall eintritt und die Einsatzkräfte mit der Schneeräumung nicht überall gleichzeitig sein können», sagt Tobler. Dies komme selten vor, da die Weichenheizungen dafür sorgen, dass die Gleise möglichst schnell schneeund eisfrei würden.

Verschlimmerung der Situation
«Es kann aber gerade bei widrigen Wetterverhältnissen vorkommen, dass andere Fahrzeuge auf die Gleise geraten und damit den Trambetrieb behindern », gibt Tobler zu bedenken. Sie stösst damit ins gleiche Horn wie der Stadtrat: Es sei immer wieder zu beobachten, «dass zahlreiche Fahrzeuge des motorisierten Individualverkehrs nicht mit Winterreifen ausgerüstet sind und damit zur Verschlimmerung der Situation beitragen».



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