Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
18.01.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord

«Zihlacker»: Friedliches Zusammenleben


Nevzat Azazi von der AOZ Fachbereich Wohnen im «Zihlacker». Foto: pm.

In der temporären Wohnsiedlung Zihlacker in Seebach wohnen immer mehr Flüchtlinge. Zurzeit sind es 96. Der Kontakt zur Nachbarschaft baut sich erst langsam auf.

Nevzat Azazi von der Zürcher Fachorganisation AOZ ist jeweils am Mittwochnachmittag in seinem Büro in der temporären Wohnsiedlung Zihlacker. Kaum ist er dort eingetroffen, kommen auch schon die ersten Bewohnerinnen und Bewohner und bringen ihm ihre Anliegen vor. In seinem Büro ist es angenehm warm, so wie in der ganzen Siedlung. Azazi spricht arabisch, türkisch und deutsch. Er stammt aus der Türkei, lebt aber schon seit 17 Jahren in der Schweiz. Bei der AOZ arbeitet er im Fachbereich Wohnen für den «Zihlacker». Zudem ist er schichtweise tätig in der Halle 9.

Mehr Privatsphäre
Leben die Flüchtlinge in den Containern im «Zihlacker» in menschenwürdigen Verhältnissen? «Ja, hier haben sie es besser als in der Halle 9», betont Azazi. Vor allem hätten sie mehr Privatsphäre. Im «Zihlacker» leben vier bis sechs Personen in einer Wohneinheit. Sie kaufen selber ein, kochen und putzen. Dass die Leute in einer Wohneinheit immer zusammenpassen, sei jedoch schwierig. «Wenn möglich werden Wünsche wie gleiche Nationalität oder Religion berücksichtigt», hält Azazi fest. Streit gibt es manchmal. Die Polizei war auch schon vor Ort, allerdings um Kontakte zu knüpfen. «WG-Konflikte gibt es hier wie überall sonst», hält Azazi fest. So seien die Vorstellungen zum Beispiel beim Putzen unterschiedlich. Er versucht, Streitigkeiten so gut wie möglich zu schlichten. Eine Nachtwache gibt es nicht.
Azazi instruiert und berät die Leute bezüglich Einkaufsmöglichkeiten, Entsorgung und anderem. «Es ist nicht immer einfach, den Leuten beizubringen, dass der Abfall in einen Zürisack gehört.» Auch mit dem Ausdruck Bioabfall könnten viele nichts anfangen. Manchmal ruft er Gruppenvon Bewohnerinnen und Bewohner in seinem Büro zusammen. Für Sprechstunden steht er mittwochs zur Verfügung. Er besucht die Flüchtlinge auch in ihren Wohnungen.

Zudem gibt es Freiwillige aus der Bevölkerung, die sich um Bewohnerinnen und Bewohner kümmern. Es wird aber empfohlen, keine Kleidersäcke vor Ort zu deponieren. «Diese Menschen sind bezüglich Kleidung gut ausgerüstet.»

Sieben Kinder und zwei Babys
Im «Zihlacker» leben aktuell 96 Menschen – Platz hat es für 120 – vor allem aus Eritrea, Afghanistan und Syrien. Andere Nationalitäten sind Tamilen, Somalier, Iraner, Sudanesen und Algerier. Es sind 26 Prozent Frauen und 74 Prozent Männer. Unter ihnen sind Familien, aber vor allem Einzelpersonen (74 Prozent). Auch 7 Kinder unter 16 Jahren und 2 Babys wohnen im «Zihlacker». Alle bleiben längere Zeit hier. Es ist folglich möglich, eine Beziehung untereinander und mit der Umgebung aufzubauen. «Diese Menschen werden in der Schweiz bleiben», betont Azazi. Er bedauert es deshalb, dass bisher nur wenige mit der Nachbarschaft Kontakt aufnehmen konnten. Denn in Zukunft würde man den einen oder anderen zum Beispiel als Coiffeur oder auch in einem anderen Beruf wieder treffen.



Anzeigen

Dossier Wahlen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 14. Dezemeber 2017
Zürich 2 vom 14. Dezember 2017
Zürich Nord vom 14. Dezember 2017
Zürich West vom 14. Dezember 2017
Küsnachter vom 14. Dezember 2017
Küsnachter Amtlich vom 14. Dezember 2017

Sonderzeitungen

Tonhalle
Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger