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19.01.2017 Von: Oliver Linow

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Der Küsnachter Schulbus transportiert weiterhin keine Erwachsenen


Im ersten Submissionsverfahren fand die Schule Küsnacht keine Firma, die den Schulbusbetrieb übernimmt. Nun versucht sie es erneut und verzichtet diesmal auf den Erwachsenentransport.

Jahrelang führte die Schule Küsnacht einen eigenen Schulbusbetrieb, um die Schüler aus dem Gemeindegebiet Limberg/Forch in den Kindergarten, die Sekundarschule und in den Schwimmunterricht zu transportieren. Vor einem Jahr hat die Schulpflege diesen Dienstleistungsauftrag in einem öffentlichen Submissionsverfahren ausgeschrieben. Ein Schulbus hätte altersbedingt ersetzt werden müssen. Dieser wäre grösser gewesen, was für zwei Fahrer eine umfassende Weiterbildung (Carprüfung, Kat. D) bedeutet hätte. Die betroffenen Mitarbeiter wollten den Aufwand nicht auf sich nehmen.

Verfahren startet am 2. Februar
Zunächst war vorgesehen, dass der Schulbus auch Erwachsene vom Küsnachterberg ins Dorf transportiert. Das Submissionsverfahren scheiterte jedoch, weil die Schule keine vollständigen Eingaben erhielt. Zurzeit fährt die Firma Weder Transporte ausschliesslich Kinder zur Schule und zurück. Diese Lösung ist aber im Sinne einer Übergangslösung auf ein Jahr befristet. Die Schulpflege unternimmt nun einen erneuten Anlauf, die Auslagerung längerfristig zu lösen. Am 2. Februar startet sie ein zweites Submissionsverfahren. Dafür wurden Eignungs- und Zuschlagskriterien verabschiedet. «Diese werden im Sinne der Gleichbehandlung erst mit Beginn der Ausschreibung veröffentlicht », erklärt Martin Enzler, Leiter Schulverwaltung. Klar ist aber: Die Schule wird mit ihrem Bus weiterhin keine Erwachsenen transportieren.

Schüler vor Übergriffen schützen
«Dadurch hätten Probleme mit Transportkonzessionen entstehen können und andere Verordnungen wären massgebend gewesen», erläutert er. Drei Anbieter hätten sich im ersten Submissionsverfahren explizit aus diesem Grund nicht beworben. Laut dem Schulverwaltungsleiter gab es aber noch weitere Gründe, auf den Erwachsenentransport zu verzichten: «Die Schüler wären während der Fahrt nicht vollständig vor Übergriffen geschützt.» Natürlich passiere in 99,9 Prozent der Fälle nichts. «Wenn aber doch etwas passiert, haben wir ein Riesenproblem », fährt er fort. Ausserdem hätte ein externer Ticketverkauf organisiert werden müssen.
Vom Verzicht auf den Erwachsenentransport sind vor allem die Bewohner des Küsnachterbergs betroffen. Sie müssen weiterhin ohne öffentliche Verkehrsanbindung zum Dorf auskommen. Heidi Häfeli, Präsidentin des «Komitees ÖV Küsnachterberg », nimmt den Entscheid der Schule und die schwierigen Umstände bedauernd zur Kenntnis. Neben dem Erwachsenentransport hat die Schule das Submissionsverfahren in zwei weiteren Punkten angepasst: Zunächst wäre vorgesehen gewesen, die Schüler an der Wohnadresse abzuholen. Aus Effizienzgründen werden sie nun wie bisher an Sammelpunkten abgeholt.
Der zweite Punkt betrifft die Dauer des Auftrages: Ursprünglich wollte die Schule den Betrieb für zwei Jahre vergeben. Nun wird die Vertragsdauer auf fünf Jahre verlängert. Durch diese Konstante erhofft sich die Schule mehr Angebote. «Eine kürzere Laufzeit rentiert aufgrund wirtschaftlicher Faktoren für die Anbieter insbesondere bezüglich getätigter Investitionen nicht», versichert Enzler.
Der Hauptgrund für die Auslagerung ist, die beiden Risiken bezüglich Fahrpersonal und Fahrmaterial zu minimieren. «Einen Motorschaden oder einen kranken Fahrer konnten wir viel schlechter abfedern als ein professionelles Unternehmen », so Enzler.

Mehr Fahrten geplant
Im Sommer hatte Schulpräsidentin Danièle Glarner erklärt, dass die Schule mit der Auslagerung rund 70 000 Franken pro Jahr einsparen könne. «Wir gehen weiter davon aus, dass ein Outsourcing günstiger ist», bestätigt Enzler. Genaue Zahlen wollte er aber nicht nennen, da das Angebot inzwischen für ein weiteres Einzugsgebiet erweitert wurde und mehr Fahrten geplant seien als bisher. Diese Massnahme beeinflusse die Kosten ebenfalls. Das Submissionsverfahren läuft von Anfang Februar für 40 Tage.



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