Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
19.01.2017 Von: Annina Just

Küsnachter Amtlich

Sanierung der Oberwachtstrasse: Offene Fragen sorgen für Kritik


Die Kreuzung Zürich- und Oberwachtstrasse gibt Anlass zu Diskussionen. Foto: Annina Just

Gleichzeitig mit dem Projekt Zentrumsentwicklung wäre auch die Umgestaltung der Oberwachtstrasse geplant. Doch wie diese genau aussieht, ist noch unklar.

Nicht nur im Stimmrechtsrekurs von Hermann Gericke wird Kritik am Weisungsheft der Gemeinde Küsnacht geäussert, auch andere Parkdeck-Befürworter kritisieren die Publikation. Für Unmut sorgt insbesondere die Tatsache, dass einige Fragen bezüglich der Verkehrsführung im erweiterten Umkreis des Parkplatzes Zürichstrasse offen bleiben. 
Peter Ritter, Unterstützer des Projekts Parkdeck und «Mit-Initiant» der Tunnel-Lösung, die 2012 abgelehnt worden war, moniert: «Die Neugestaltung der Oberwachtstrasse ist ein integraler Bestandteil des Projekts Zentrumsentwicklung, sie wird in der Weisung aber fast komplett ausgeblendet.» Es wäre seiner Meinung nach dringend notwendig, das Thema Verkehr im Küsnachter Zentrum ganzheitlich zu betrachten. Er kritisiert insbesondere die Planung von zwei neuen Kreiseln – einer im Tunnel als Einfahrt in die Tiefgarage und einer vor dem Coop im Rahmen der Umgestaltung der Oberwachtstrasse. «Zusammen mit den beiden Fussgängerstreifen und der geplanten Verschiebung der Bushaltestelle zu Moreira ergibt dies für Autofahrer fünf Stoppstellen innerhalb weniger Meter», führt Ritter aus. Damit werde nicht nur der Verkehrsfluss, sondern auch die Sicherheit für Fussgänger stark reduziert, denn gemäss Projektskizze von 2014 ist keine Lichtsignalanlage mehr geplant.

Mehrere Varianten in Prüfung 
Auch Reinhard Wolf, Mitglied des Parkdeck-Komitees und Anwohner des Parkplatzes Zürichstrasse, moniert, dass aus den Stimmunterlagen nicht hervorgeht, wie der Verkehr nach dem Einbau des Minikreisels vor dem Coop geführt werden soll. 
Als die Umgestaltung der Oberwachtstrasse im Juni 2012 vom Souverän angenommen worden war, sah das Projekt nämlich noch einen Kreisel auf der heutigen Kreuzung Zürichstrasse/ Oberwachtstrasse vor, der das Abbiegen in alle Richtungen erlaubte. Damals wurde in der Weisung festgehalten, dass das Betriebs- und Gestaltungskonzept im Sinne eines Richtprojekts zu verstehen sei. In der Folge hat man mit der Ausarbeitung des Projekts den Kreisel «optimiert» und in Richtung Tunnel verschoben. Somit bleibt aber offen, wie an der heutigen Kreuzung ab- und eingebogen werden kann. «Die Verschiebung des Kreisels macht nur Sinn, wenn geplant ist, die Zürichstrasse im Bereich Zentrum künftig als Einbahnstrasse zu nutzen oder zumindest, dass nicht mehr in alle Richtungen abgebogen werden darf», meint Anwohner Wolf. Und fügt an: «Ich bin aber der Meinung, dass die Stimmbürger vor der Abstimmung wissen sollten, wie die künftige Verkehrsführung aussieht, sollte das Projekt Zentrumsentwicklung angenommen werden.» 
Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola erklärt das Fehlen von detaillierteren Informationen bezüglich Verkehrsführung damit, dass noch nicht feststehe, wie diese im Detail aussehen werde. «Es sind derzeit noch verschiedene Varianten in Prüfung», sagt sie. Die Gemeindeschreiberin versichert allerdings: «Dass die Zürichstrasse zur Einbahnstrasse werden könnte, steht bei keiner Variante zur Diskussion.» 
Ausserdem erinnert Erb Pola daran, dass es sich bei der Oberwachtstrasse um eine Kantonsstrasse handelt, für deren Instandstellung und Finanzierung der Kanton grundsätzlich allein zuständig ist. Soweit möglich werde auf die Interessen der Gemeinde Rücksicht genommen. Diese muss die Kosten für allfällige zusätzliche Anforderungen selber übernehmen.

Oberwacht wird sowieso saniert
Weil der Kanton als Strasseneigentümer und nicht die Gemeinde für die Projektierung und Projektfestsetzung zuständig ist, wird über leichte Projektanpassungen – wie die Verschiebung des Kreisels von der Kreuzung in Richtung Tunnel – nicht abgestimmt. Erb Pola betont aber: «Die Stimmbürger können sich im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens zum definitiven Projekt äussern und während des Festsetzungsverfahrens Einsprache erheben.» 
Ritter kritisiert auch, dass der finanzielle Aspekt der Umgestaltung Oberwachtstrasse in der Weisung vernachlässigt wird: «Es müsste ganz klar gemacht werden, dass noch 2,8 Millionen Franken für die Umgestaltung der Oberwachtstrasse, über die bereits abgestimmt worden ist, dazukommen. Damit belaufen sich die Gesamtausgaben für die Zentrumsentwicklung auf 51,1 Millionen Franken.» 
Erb Pola hält dem entgegen, dass die Oberwachtstrasse sowieso saniert werden müsse. Doch: «Wie dieses Sanierungsprojekt ausgestaltet wird, wenn das Parkdeck gebaut wird oder gar kein Projekt angenommen wird, ist noch offen.»



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 14. September 2017
Zürich 2 vom 14. September 2017
Zürich Nord vom 14. September 2017
Zürich West vom 14. September 2017
Küsnachter vom 14. September 2017
Küsnachter Amtlich vom 14. September 2017

Sonderzeitungen

Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
ZSC
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger