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25.01.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Höngger und Wipkinger opponieren gegen Fussballstadion-Projekt


Für einige Höngger und Wipkinger ist klar: Stadion Ja, gemeinnützige Wohnungen Ja, Wohntürme Nein. Visualisierung: zvg.

Stadt, Investoren, Fussballclubs und Architekten präsentierten in Höngg die Pläne fürs neue Fussballstadion. Die Höngger sind für ein Stadion und gemeinnützige Wohnungen, aber viele bekämpfen die 137 Meter hohen Hochhäuser.

Der Saal im katholischen Pfarreizentrum Heilig Geist in Höngg war sehr gut besetzt. Um die 90 Personen vor allem aus Höngg, aber auch aus Wipkingen liessen sich von Stadt, Investoren, Architekt und Fussballclubs über die Pläne informieren. Urs Spinner, Departementsekretär vom Hochbaudepartement, fasste kurz den langjährigen Weg zum neuen Fussballstadion zusammen. Er betonte, dass die Stadt finanziell nicht involviert ist.

GC und FCZ gemeinsam
Manuel Huber, CEO GC, wies auch für Thomas Schönberger, Geschäftsführer FCZ, darauf hin, dass der Letzigrund für Fussballspiele suboptimal sei. Im neuen Stadion habe es Platz für 18 5000 Zuschauer bei nationalen Spielen und 16 000 bei internationalen. Das genüge im Normalfall. GC und FCZ planen eine gemeinsame Betriebs AG, die operativ tätig ist. Wie Huber betonte, ist nicht vorgesehen, den Letzigrund als Ausweichstadion zu nutzen, wenn eine grössere Anzahl Besucher erwartet werden. Das geplante Stadion kostet alleine 125 Millionen Franken.

Knapp 800 Wohnungen
Michael Schneider von Caruso St. John Architekten erläuterte die Verbindung , die die beiden neu geplanten Hochhäuser neben dem Stadion zu den bereits bestehenden Primetower und Swissmilltower schaffen. In den beiden Türmen sollen insgesamt um die 600 Wohnungen erstellt werden. Im Erdgeschoss soll es Platz haben für Gewerbe für die Quartierversorgung. Schneider betonte, das vom Schattenwurf der beiden Hochhäuser – es werden die höchsten in der Stadt Zürich sein – keine Wohnnutzungen betroffen sind. Allerdings gibt eine Animation auf der Homepage des Quartiervereins Wipkingen einen anderen Eindruck.

Auf der anderen Seite des Stadions entstehen 170 gemeinnützige Wohnungen. Hans Rupp von der Allgemeinen Baugenossenschaft ABZ, welche bei den gemeinnützigen Wohnungen zum Zug kommt, erläuterte, dass die neue Siedlung ins Eigentum der Baugenossenschaft übergehe. Vorgesehen ist ein breiter Mix von Wohnungen für ungefähr 500 Menschen. Auch drei Grosswohnungen sind geplant. Eine 4½-Zimmer-Wohnung soll ungefähr 1650 Franken kosten. Um das Quartier zu beleben, sind Erdgeschossnutzungen vorgesehen. Auch ein Gemeinschaftsraum, der vom Quartier genutzt werden kann, ist geplant.

Der Aussenraum ist aufgeteilt in drei Plätze für verschiedene Nutzungen. Auch der Plan Lumiere kommt zum Zug.

Die beiden Investoren Peter Scheiwiller von der CS Real Estate Asset Management, und Martin Kull von HRS Real Estate wiesen darauf hin, dass in den Türmen Mietwohnungen, unter anderem für Studenten und Alterswohnungen vorgesehen sind. Sie planen die Gründung der Stadion Züri AG. Diese vermietet das Stadion an die genannte Betriebs AG der beiden Fussballclubs.

Bezug 2021/2022
Es gibt zwar drei Baurechtsverträge für Stadion, Hochhäuser und Genossenschaftssiedlung, allerdings hängen die drei Projekte zusammen, wie betont wurde. Das heisst einzeln gibt es sie nicht. Dass die Hochhäuser so hoch sein müssen, hänge auch mit der Querfinanzierung mit dem Stadion zusammen. das Projekt müsse rentabel sein, da sich die Stadt nicht beteilige.

Im Februar ist die Eingabe Gestaltungsplan vorgesehen, im November 2018 eine Volksabstimmung. Wenn alles ohne langwierige Rekurse abläuft, rechnen die Investoren mit dem Baubeginn in Etappen im Juli 2019. 2021/2022 soll das erste Spiel im neuen Stadion stattfinden. Auch die beiden Wohntürme und die Genossenschaftssiedlung sollen ungefähr zu diesem Zeitpunkt fertig sein.

Statussymbol
Anwesende kritisierten, dass die Bevölkerung bisher nicht involviert wurde. Allerdings war die IG Hardturm in der Jury beim Architekturwettbewerb vertreten. Die Bevölkerung könne sich dann noch bei der Abstimmung einbringen, wurde festgehalten.

Verschiedene Anwesende kritisierten den Bau der beiden Hochhäuser. Diese 137 Meter hohen Türme seien überdimensioniert und würden sogar den Turm der Kirche Höngg überragen. Ein weiteres Argument war die Aussicht. Spinner wies darauf hin, dass das städtische Baukollegium das Projekt befürwortet habe. Es handle sich hier um ein Hochhausgebiet. Die Investoren bekräftigten, dass es ein Stadion alleine nicht finanziert werden könne. Das Projekt sei nicht verhandelbar. Es kostet insgesamt 550 bis 580 Millionen Franken. Ohne die Hochhäuser würde das Projekt sterben.

Weiter meinten Anwesende, dass auch genügend Schulraum zur Verfügung stehen müsse, damit die Kinder nicht über die Limmat ins Schulhaus am Wasser gehen müssten. Andere vermissten, dass es keine neue Freizeitanlage im Gebiet gibt.
Ein paar Anwesende, unter ihnen auch Gemeinderäte, gaben sich kämpferisch und erinnerten daran, dass die Höngger schon den «Ringling» beerdigt hätten. Die Initianten des Fussballstadion-Projekts sollten sich das Ganze nochmals überlegen.



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