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25.01.2017 Von: Flavio Zwahlen

Züriberg

Vier Fragen an Internet-Spezialist Marc Böhler


Internet-Soziologe Marc Böhler. Foto: Flavio Zwahlen

Marc Böhler ist Internet- Soziologe. Er hilft Unternehmen und Schulleitungen im Umgang mit Online- Diensten, Social Networks, Smartphones und anderen Tools der digitalen Welt. Im Interview gibt er wichtige Tipps für Eltern.

Welche Gefahren lauern für Jugendliche im Umgang mit neuen Medien wie Instagram, Snapchat, Facebook oder Whatsapp?
Es kommt weniger auf die Eigenschaften der einzelnen Apps und sozialen Netzwerke an, sondern es kommt darauf an, was die Menschen damit tun. Während gewisse Risiken für manche Jugendliche im Vordergrund stehen, sind bei anderen ganz andere Gefahren ein Thema. Das kommt also stark auf die Persönlichkeit des Jugendlichen an. Es gibt ebenso wie in früheren Zeiten auch heute viele junge Menschen, die das Leben im Griff haben. Es gibt viele Jugendliche, die haben dank ihrer Persönlichkeit und dank Medienkompetenzen die Medien im Griff und nicht umgekehrt. Suchtverhalten, Kontakt mit unbekannten Personen, sozialer Stress, Streit oder sogar Mobbing im Gruppenchat sowie Spiele und Filme, die fragliche Werte vermitteln, allen diesen Risiken sind andere Bedingungen vorgelagert.

Wie können Eltern ihre Kinder bezüglich des Umgangs mit dem Internet sensibilisieren?
Lockere Gespräche über die Medienwelt, in der wir leben, und Gespräche über die Bedeutung von Privatsphäre, über den positiven Umgang mit anderen Menschen in Krisensituationen können dem eigenen Kind das Gefühl geben, dass die Familie auch bei Problemen in der digitalen Welt helfen kann. Es ist wichtig, dass Eltern viel mit ihren Kindern über Online-Erlebnisse reden, und zwar nicht nur über diejenigen der Kinder, sondern auch über die eigenen. Häufige Gespräche sind ein Teil der Medienbegleitung. Das gemeinsame Nutzen von Tools, Games, Plattformen und Apps sind ein weiterer Teil dieser Begleitung. Als Eltern merkt man dank zuhören, zuschauen und mitmachen, in welchen Bereichen besondere Vorsicht und viel Begleitung nötig ist.

In welchem Alter soll ein Kind frühestens ein Smartphone erhalten?
Ich sehe keinen Grund, weshalb ein Kind schon in der Primarschule ein Smartphone besitzen soll. Die Realität ist jedoch eine andere. Ab der 5. oder 6. Primarstufe haben viele Kinder ein solches Gerät. Egal, ob ein eigenes Handy in der Oberstufe oder schon in der Mittelstufe ein Thema wird, die Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern Regeln diskutieren und festhalten. Klappt es nicht mit den Regeln, braucht es eine familieninterne Diskussion: Warum klappt es nicht, wie könnten die Regeln angepasst werden oder wie könnte die sonstige Situation oder das sonstige Leben verändert werden. Ab der 7. Klasse organisieren sich die Jugendlichen via Handy, sie kommunizieren und tauschen sich aus und sie helfen sich gegenseitig. Ich verstehe Eltern, die der Meinung sind, ihr Kind soll erst mit 16 ein Smartphone besitzen. Zugleich sollten sich diese Eltern bewusst sein, dass dadurch dieser junge Mensch viele Gebiete und Räume nicht besuchen kann, wo sich seine gleichaltrigen Freunde treffen.

Wie lange darf ein Kind vor dem Computer sitzen?
Es gibt unterschiedliche Empfehlungen, «Jugend und Medien» macht folgende Vorschläge: «3- bis 5-Jährige können bis zu 30 Minuten am Tag in Begleitung von Erwachsenen altersgerechte Bildschirmmedien nutzen. 6- bis 9-Jährigen reichen 5 Stunden pro Woche. 10- bis 12-Jährige sollten pro Woche nicht mehr als 10 Stunden vor dem Bildschirm verbringen» (jugendundmedien. ch). Das sind jedoch nur Richtwerte. Es gibt Jugendliche und Kinder, für die sind diese Zeitangaben zu hoch, oder es gibt auch solche, die sind gut im Leben und in der Schule unterwegs, auch wenn sie diese Werte übertreffen.



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