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01.02.2017
Zürich West

Bahnhof Hardbrücke: SBB wollen Pendler besser verteilen


Bis Ende Jahr gibt es auf dem Mittelperron des Bahnhofs Hardbrücke mehr Platz für Pendler. Foto: np.

Die SBB schaffen mehr Platz, eine bessere Pendlerverteilung und neue Treppenabgänge auf dem Mittelperron des Bahnhofs Hardbrücke. Der Stand der Dinge.

Nuria Peón

Zeitgleich mit der Erstellung der neuen Tramlinie Hardbrücke wird der fünftgrösste Bahnhof von Zürich saniert. Auslöser des Projekts war zugleich das Behindertengleichstellungsgesetz, das 2023 in Kraft tritt. «Es ist ein Glücksfall, dass das nun auf einen Schlag erledigt werden kann und ein Synergieeffekt entsteht», sagt Projektleiter Stefan Frehner. So kann gegenseitig beispielsweise von den Gleissperrungen oder den Bauinstallationen profitiert werden.

Längere Perrondächer

Eine jetzige Schwachstelle des Bahnhofs Hardbrücke ist, dass sich die Pendler im Mittelperron schlecht verteilen: Sie bleiben bei der Treppe stehen oder verteilen sich bei schlechtem Wetter nur so weit, wie die Bedachung reicht. «Wenn eine dreiteilige Zugkomposition, etwa 300 Meter lang, in den Bahnhof einfährt und die Reisenden nur auf knapp 100 Metern verteilt sind, dauert das Ein- und Aussteigen dementsprechend länger», erklärt Stefan Frehner von den SBB.

Um dies zu beheben, wird das neue Perrondach über den Gleisen 2 und 3 nach Osten um etwa 27 Meter verlängert. So können sich die Zugfahrenden auch bei schlechtem Wetter besser verteilen und stehen sich nicht ständig im Weg. Zwei neue Treppen entlasten zudem die Massenkonzentration an nur zwei Punkten.
Ein effizienteres Ein- und Aussteigen ist ebenfalls durch die Erhöhung des Perrons um 13 Zentimeter gewährleistet. Dank der dadurch entstehenden Hindernisfreiheit können sowohl Rollstuhlfahrende wie Reisende mit Kinderwagen und Koffern unkomplizierter pendeln. Die Erhöhung des Perrons wird etappenweise geschehen, von Osten nach Westen. Somit ist eine laufende Baustelle zu erwarten. Die Pendler werden davon jedoch nicht viel mitbekommen, da die Arbeiten über Nacht erfolgen. Das Mittelperron ist das höchstbelastete und zugleich engste der drei Perrons des Bahnhofs Hardbrücke, da es gleichzeitig zwei Gleise bedient. Um das Platzproblem zu beheben, wird auf dem Perron so viel Platz wie möglich geschaffen: Die Wartehalle, Reklametafeln, Verkaufsautomaten sowie Sitzgelegenheiten kommen weg. Neu wird es nur bei den bestehenden Treppen zwei Sitzbänke geben. Zudem werden die Brüstungen rund um den Treppenabgang durch Stahlplatten ersetzt, um etwa zehn Zentimeter auf jeder Seite zu gewinnen.

Ein weiteres Problem und zugleich ein weiterer Grund der Platzknappheit ist, dass viele VBZ-Kunden die Treppen und Lifte des Bahnhofs benutzen, um vom Maagplatz auf die Brücke zu gelangen. Momentan ist das der einzige Weg. Eine neue Rampe, die vom Maagplatz direkt auf die Brücke führt, wird die Anlage in dieser Hinsicht zusätzlich entlasten.

Ebenfalls Teil der Sanierung ist die Technik, denn die bestehenden Anlagen des Bahnhofs sind veraltet. Neue LED-Leuchten, eine neue Lautsprecheranlage sowie neue Signaletik sorgen für bessere Orientierung. Die neue Beleuchtung des Kubus wird in den jetzt bereits sichtbaren roten, schwebenden Kästen «aufgehängt».

Im Februar geht es los

Zurzeit sind am Bahnhof Abbrucharbeiten sowie Vorbereitungsarbeiten für den zweiten Kubus und für die neuen Perrondächer im Gang. Gleichzeitig erfolgen Vorarbeiten für die neue Technikausrüstung.

Im Februar beginnen die Bauarbeiten am neuen Kubus und an der neuen Treppe auf der Westseite. Diese sind im Prinzip eine Spiegelung der bereits entstandenen. Die Architektur dahinter ist jedoch komplizierter als gedacht: «Die Geometrie des Bahnhofs ist so komplex, jede Seite ist anders und hat unterschiedliche Neigungen», erklärt Projektleiter Stefan Frehner. Deshalb musste viel Zeit, auch von den Ingenieuren, in die Berechnung und Projektierung beider Kuben und Treppen investiert werden. «Rechte Winkel sind an diesem Bahnhof kaum anzutreffen», fügt Frehner hinzu. Auch von diesen Bauarbeiten werden die Pendler nicht gestört, denn wie bis anhin erfolgen sie über Nacht.

Gute Zusammenarbeit

Trotz der Herausforderung, die Finanzierung und Realisierung gleichzeitig mit dem Tramprojekt zu führen, sei die Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt gut, stellt SBB-Projektleiter Frehner fest. «Auch zeitlich und finanziell sind wir gut im Rahmen», fügt er hinzu. Somit sollte der Bahnhof Hardbrücke, wie geplant, auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2017 vollendet sein.



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