Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
01.02.2017 Von: Fabian Moor

Zürich Nord

Kunst aus Abfall: Müll ist nicht immer Müll


«Upcycling» nennt Tenzin Siegfried das riesige Kunstwerk aus Abfall. Fotos: zvg.

In der Recyclinganlage Hagenholz hängt neu ein Bild, das komplett aus in der Anlage gefundenen Brettern und Platten besteht. Hinter dem Kunstwerk steht der Zürcher Künstler Scart, der damit aufzeigt, dass Müll nicht immer Müll ist.

Die Mitarbeiter der Recyclinganlage Hagenholz in Schwamendingen haben in den letzten Tagen wohl einige Kinnladen nach unten klappen sehen. Grund dafür ist die 6,5 mal 3,5 Meter grosse Frau, die es sich neuerdings an der Wand bequem gemacht hat. Der Strohhalm in ihrem Mund führt zu einer Red-Bull-Dose, welche eigentlich einer dieser bekannten Red-Bull-Kühlschränke ist.

Abfall einen neuen Sinn geben
«Upcycling» nennt der Zürcher Künstler Tenzin Siegfried mit Künstlernamen Scart dieses Projekt. Den weggeworfenen Gegenständen und Materialien habe er einen neuen Sinn gegeben, indem er sie in seine Kunst einbezogen habe. Für dieses von Red Bull lancierte Projekt durfte er alles verwenden, was die Anlage hergab. «Es war fast schon erschreckend, was die Leute alles wegwerfen», beschreibt er seine Erfahrung. Ein voll funktionstüchtiges Snowboard oder ein Spielzeugtraktor seien nur wenige Beispiele. Das Gesamtkunstwerk besteht aus verschiedenen Sequenzen, die mit verschiedensten Techniken gefertigt wurden. Spraydosen, Sägen, Feuer, Wasser und viele weitere Elemente spielten ihre Rolle in der Fertigstellung des Werkes.

Obwohl das Werk schon im Dezember des letzten Jahres fertiggestellt wurde, habe man es erst kürzlich geschafft, es an die Wand zu hängen. «Es wurden Leitern und Kräne benötigt», erklärt Siegfried, der bereits als kleiner Knabe Charaktere aus Mangas abgezeichnet hatte und später einen grossen Teil seiner Freizeit dem Entwerfen von Graffitis widmete.

Neben dem Verinnerlichen verschiedenster Techniken und dem Umsetzen diverser Projekte nennt er auch das Tätowieren als Meilenstein in seiner künstlerischen Laufbahn. Als Jugendlicher bestellte er Schweinehaut im Internet, um darauf zu üben. Mittlerweile habe er schon viele Tattoos gestochen, erklärt der 23-Jährige.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 23. März 2017
Zürich 2 vom 23. März 2017
Zürich Nord vom 23. März 2017
Zürich West vom 23. März 2017
Küsnachter vom 23. März 2017
Küsnachter Amtlich vom 23. März 2017
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger