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01.02.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Zeitreise in das Bauerndorf Neu-Affoltern


Moderiert von Pia Meier erinnern sich Urs Schneider (links) und Mario Stucki an Neu-Affoltern anno dazumal. Foto: kst.

Der alteingesessene Affoltemer Urs Schneider erinnert sich an das Neu-Affoltern von damals: Zum zweiten Mal lud der Quartierverein Affoltern die Bevölkerung zu einem gemütlichen Kaminfeuergespräch ein.

An diesem eiskalten Abend nahmen die Affoltemerinnen und Affoltemer gerne Platz rund um das gemütliche Feuer, das im Kamin des GZ Affoltern prasselte. Nach dem Erfolg des letzten Jahres lud der Quartierverein Affoltern als ersten Anlass im Jahr wiederum zu einem Kaminfeuer-Gespräch ein. Nach dem Unterdorf ging es diesmal um Neu-Affoltern, das, wie Pia Meier, Präsidentin des Quartiervereins und Moderatorin, betonte, «neben dem Oberdorf, dem Unterdorf und der Region Zehntenhausplatz ein eher unscheinbares Dasein fristet».

Vom Bauern- zum Arbeiterdorf
In ihrer Einleitung schilderte sie das Neu-Affoltern im 19. Jahrhundert, das vorwiegend aus Bauernhöfen und Landwirtschaft bestand. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann eine rege Bautätigkeit und ein Bauernhof nach dem andern wurde von der Stadt oder Genossenschaften übernommen und abgerissen. Grund dafür war die wachsende Industrie in Oerlikon, die eine enge Besiedelung des nahe gelegenen Neu-Affoltern nach sich zog, das damals noch ein Ortsteil der selbstständigen Gemeinde Affoltern war. «Es bestand ein unersättlicher Hunger nach Wohnungen», sagte Pia Meier. «1933 hatte Affoltern noch 2800 Bewohnerinnen und Bewohner, 1960 bereits 14 000. Einer der alten Bauernhöfe bewirtschafteten die Eltern von Urs Schneider, der Gast am Kaminfeuer-Gespräch war. «Der Hof stand da, wo sich heute unsere Garage befindet», erzählte er. «Mein Grossvater kam aus dem Aargau und hat den Hof übernommen, als mein Vater drei Jahre alt war. 1954 haben meine Eltern den Hof übernommen und weitergeführt.» An seine Kindheit in Neu-Affoltern hat Urs Schneider nicht viele Erinnerungen, denn er ging in einem katholischen Bubeninstitut in Walterswil bei Baar zur Schule. «Aber ich weiss noch, dass die Wehntalerstrasse nicht geteert war.»

Schon früh witterten Vater und Grossvater Ernst und Gustav Schneider, dass die Zukunft dem motorisierten Verkehr gehört, und sie bauten auf ihrem Land eine Grossgarage, in der sie erst Fahrzeuge für den Ackerbau bauten und warteten und die sich im Laufe der Jahrzehnte zu der heutigen Garage entwickelte.

Einsatz beim Grossbrand
Als junger Mann ging Urs Schneider nach Kanada, um eine Automechaniker-Ausbildung zu machen. Nach zwei Jahren kehrte er aber in die Schweiz zurück, weil er seine zukünftige Frau kennen gelernt hatte, und schloss hier die Lehre und die Meisterprüfung ab. Seinen Militärdienst absolvierte er bei der Feuerwehr. «Ich erinnere mich an den Grossbrand beim Bahnhof Affoltern. Ich sah einen riesigen Feuerpilz. Überall roch es nach Benzin, auch im Katzenbach. Somit war dieses Wasser zum Löschen unbrauchbar.» Ein weiteres Unglück war eine Explosion in der Garage wegen eines undichten Bezindeckels. Dabei wurde eine Frau getötet und Schneiders Vater schwer verletzt.

Schützen auf Wanderschaft
Im Anschluss an das Gespräch erinnerten sich verschiedene Alteingesessene wie zum Beispiel Mario Stucki an das Neu-Affoltern ihrer Jugend, an Läden, die es längst nicht mehr gibt, und an andere wie das Sportgeschäft Herger, die Geschichte schrieben. Eine Zeitreise durch die Geschichte der Affoltemer Schützen erhielt man von Walter Aeberli. Er berichtete, wie die Schützen von 1901 bis 1920 den Oerlikon gehörenden Schiessstand Althoos benutzen durften, später nach Seebach und dann nach Höngg wechseln mussten.



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