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08.02.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Der Pausenplatz auf dem Dach ist eingeplant


Wo die Liebe hinfalle, gebe es Kinder, verglich André Odermatt (l.) das Projekt mit einem Liebesfilm. Rechts Gerold Lauber. (Foto: ls.)

2000 Menschen sollen bald im Greencity leben. Darunter viele Familien, weshalb es eine Schule braucht. Doch viel Platz hat man nicht.

Die Stimmung an der Medienkonferenz war auffällig locker: Stadtrat André Odermatt (SP) verglich das Bauprojekt für das Schulhaus im entstehenden Quartier Greencity in Wollishofen poetisch mit einem Liebesfilm. Wo die Liebe hinfalle, gebe es auch Kinder. Anfänglich habe es zwar nach einem langfädigen Problemfilm ausgesehen, doch nun glaube der Vorsteher des Hochbaudepartements an ein Happy End. Nach langjähriger Planung mit Verzögerungen («Zürich 2» berichtete) wurde der Sieger des Architekturwettbewerbs vorgestellt. Auf dem Sihl-Manegg-Areal sollen dereinst 2000 Menschen leben, was einem Wohnanteil von 50 bis 60 Prozent entspreche. Im Jahr 2000 ging man lediglich von einem Wohnanteil von 5 Prozent aus. «Man hatte die Vision einer Bürocity auf der Manegg», so Odermatt. Dann sei es aber zu 2000 Menschen sollen bald im Greencity leben. Darunter viele Familien, weshalb es eine Schule braucht. Doch viel Platz hat man nicht.einer «unerwarteten Wendung» gekommen.

Ein urbanes Schulhaus
Der Gemeinderat genehmigte 2010 für das Areal einen Gestaltungsplan mit Auflagen, darunter zum gemeinnützigen Wohnen und zur 2000-Watt-Gesellschaft. Schon diesen Juni sollen die ersten Bewohner in die Überbauung ziehen. Das städtische Schulamt ist also gefordert. Während man sich in der Zwischenzeit mit Übergangslösungen behelfen will, soll bis in sechs Jahren die Schulanlage Allmend entstehen. Zur Verfügung steht eine 4500 Quadratmeter grosse Parzelle – also relativ enge Platzverhältnisse, wie Odermatt erklärt: «Für viel schulischen Umschwung reicht es nicht.» Das war eine Herausforderung für die 90 Teilnehmenden des Wettbewerbs. Geplant sind eine Primarschule mit Kindergarten sowie Räume für die Heilpädagogische Schule, Mensa, Einfachturnhalle sowie ein Gymnastikraum. Die Schulraumprognose gehe von rund 250 Kindern von 4 bis 13 Jahren aus.
Die Jury entschied sich für den Vorschlag «Salto» von Studio Burkhardt aus Zürich und Pirmin Jung Holzbauingenieure AG. «Man kann sich ja vorstellen, was ein Happy End ist», meinte Stadtrat Gerold Lauber (CVP), Vorsteher des Schul- und Sportdepartements, erfreut. Besonderes Merkmal von «Salto» ist ein (überdeckter) Allwetter-Sportplatz auf dem Dach. Dieser ist mit einem Fangnetz eingefasst. Eine elegante Lösung, «wie eine Pergola», findet Wiebke Rösler Häfliger, Direktorin Amt für Hochbauten.
Die Aussenräume, darunter auch der Allwetterplatz sowie Turnhalle und Gymnastikraum, sollen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Geplant sind auch Obstbäume vor dem Gebäude. Eine Vorgabe für die Architekten war eine Solaranlage.
Ursprünglich habe man sich innovative Lösungsansätze wie die Integration in der Fassade erhofft, so Rösler Häfliger. Die wenigsten Wettbewerbsbeiträge hätten sich jedoch daran gewagt. Auch das Siegerprojekt nicht. Dort sind die Solarpanels auf dem Dach des Allwetterplatzes vorgesehen.
Die Gesamtkosten werden laut Odermatt auf 39 Millionen Franken geschätzt. Darin enthalten sind der Neubau für 36,5 Millionen Franken. Zusätzlich soll zur Erschliessung des westlichen und östlichen Teils des Areals eine Fussgänger-Passerelle über die Gleise der SZU für 2,5 Millionen Franken entstehen.

8,675 Millionen zusätzlich
Der Eigentümerin Losinger Marazzi AG bezahlte die Stadt Zürich zudem 8,675 Millionen Franken für das Grundstück, den Gebäudeabbruch und die Erschliessung, wie es in einem Stadtratsbeschluss heisst. Wenn alles nach Plan läuft, darf die Zürcher Stimmbevölkerung im Frühjahr 2020 über den Objektkredit abstimmen. Baustart wäre im darauffolgenden Herbst. Eröffnet werden könnte das Schulhaus dann 2023. Geduld ist also gefordert.



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