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08.02.2017 Von: Christina Brändli

Züriberg

Im Quartiertreff zeigt der Islam friedliche Absichten


Foto: Christina Brändli

Die Mahmud-Moschee war die erste Moschee der Schweiz. Am vergangenen Wochenende zeigte sie unter dem Titel «Islam heute» im Quartiertreff Hirslanden den Islam, wie er eigentlich wahrgenommen werden möchte: Als friedliche Religion.

Mitten im Quartier, an der Forchstrasse, steht die Mahmud-Moschee. Sie war die erste Moschee der Schweiz und wurde im Juni 1963 eröffnet. Diese und noch viele weitere Informationen über den Islam, seine Geschichte, die Menschen und seine Werte wollen die Betreiber der Mahmud- Moschee mit der Ausstellung «Islam heute» und zwei Vorträgen nicht nur den Bewohnern des Quartiers näherbringen. Im Saal des Quartiertreffs stehen Banner an Banner, die die Geschichte des Islams erzählen.
In der Mitte ein langer Tisch mit Koranen in verschiedenen Sprachen. Viel wird über den Islam diskutiert, doch meist fehlt das Grundwissen über die Religion. Das soll mit der Veranstaltung im Quartiertreff geändert werden.

Terror wird verurteilt
Der Begriff Islam wird meist als Erstes mit den grausamen Anschlägen in Verbindung gebracht, die in letzter Zeit die Welt in Angst versetzen. Terrorakte, von denen sich die Ahmadiyya- Muslim-Jamaat-Glaubensgemeinschaft mit aller Deutlichkeit distanziert und die sie auch auf das Schärfste verurteilt. Doch gibt es neben der vielen negativen Presse auch durchaus viele «wahrheitssuchende» Medien, die sich nun proaktiv auf die Glaubensgemeinschaft zubewegen, um auch ihr und ihrem «wahren Islam » Gehör zu verschaffen. Man unterscheide nun viel mehr auch zwischen Fanatismus und den Musliminnen und Muslimen, die den Islam in seiner ursprünglichen Form leben, was vom Imam der Mahmud-Moschee Abdul Basit Tariq sehr geschätzt wird. Er ist seit 10 Monaten Imam der Mahmud-Moschee, davor hat er 35 Jahre in Deutschland gearbeitet.

Brücken bauen
Im Gespräch mit Imam Tariq wird schnell klar, dass er es sehr schätzt, über seine Religion Auskunft zu geben, und auch viel zu erzählen weiss. Von der Ausstellung im Quartiertreff erhoffe man sich, den Besuchern durch eine schnelle und effektive Art die Botschaft des Islams zu vermitteln. Das Ziel sei es, Brücken zu bauen und mit Vorurteilen aufzuräumen. Islam bedeute wortwörtlich übersetzt nämlich Frieden, wie Imam Tariq immer wieder betont.

Wenige Besucher
Trotz grossen Bemühungen der Organisatoren haben nur sehr wenige Besucher den Weg in die Ausstellung gefunden. Was aber an einem Freitag nicht verwunderlich sei. Die Leute seien mit E-Mail und Flyer eingeladen worden, die Veranstaltung zu besuchen, aber zwingen könne man niemanden, sagt Imam Abdul Basit Tariq. Auch bestand vonseiten der eingeladenen Schulklassen leider kein grosses Interesse, die Ausstellung zu besuchen. Allgemein sei das Interesse an Religionen nicht besonders gross, meint er.
Was ihn aber sehr freut, ist, dass sehr viele Schulkassen den Weg in die Mahmud-Moschee finden. Auch führt er, in der Bemühung einen offenen und friedlichen Islam zu zeigen, seinen Gottesdienst am Freitag um 13.15 Uhr immer speziell auf Deutsch durch, damit jeder Interessierte die Möglichkeit hat, daran teilzunehmen. Auf die Frage, ob er keine Angst vor Anschlägen in seiner Moschee habe, antwortet Imam Tariq: «Ich habe keine Angst. Es kann sein, dass unsere Moschee angegriffen wird, aber wir haben Sicherheitsmassnahmen getroffen. Unsere Türen sind immer abgeschlossen und wir haben Kameras.»
Doch trotz gesicherten Schlössern stehen die Türen der Mahmud-Moschee allen, die sich informieren, diskutieren oder beten wollen, offen. Man könne mit ihm zwar nicht streiten, denn er werde seinem Gegenüber immer mit einem Lächeln begegnen, aber für eine Diskussion stehe er gern zur Verfügung, sagt er lächelnd.



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