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08.02.2017 Von: Lorenz Steinmann

Zürich 2

Kolumne: "Marode Schulhausplanung"


Offene Architekturwettbewerbe fördern die Ausbeutung und gehören abgeschafft. (Foto: ls.)

«Elmar», «Vegan», «Manamegg», «Nepomuk» und «King of the Kongo». So lustig sind einige der 91 eingereichten Bauprojekte fürs neue Schulhaus Allmend bezeichnet. Nicht so lustig sind die Bedingungen für die total 91 Teilnehmer dieses offenen Architekturwettbewerbs.

Zwar stehen für Preise und Ankäufe 190 000 Franken zur Verfügung, doch diese Summe wird zwischen den sieben erstklassierten Architekturbüros verteilt. Der grosse Rest geht leer aus. Logisch, kann man sagen, das ist doch wie im Sport. Doch wenn man Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Stunden für ein Projekt arbeitet, ist Gottes Lohn doch ein wenig mager. Zudem gewinnen, auch wenn die Wettbewerbe jeweils anonymisiert sind, immer etwa die üblichen Verdächtigen. Kritiker fordern, man solle auf diese ausbeuterische Form von Wettbewerben verzichten. Besser wäre, eine überschaubare Anzahl Architekturbüros für eine Ausscheidung einzuladen und alle anständig zu bezahlen.
Die zweite Kritik betrifft die unklare, zeitintensive Umsetzung des Siegerprojekts «Salto». Schon an der Medienkonferenz hat Wiebke Rösler in Aussicht gestellt, es seien noch viele Anpassungen nötig. Das Dach, die Fassade mit dem Marmor und so weiter. Die Chefin des Amts für Hochbauten wirkte dabei sehr kollegial und entspannt. Botschaft: «Wir haben alle Zeit der Welt.» Komischerweise war an der Medienkonferenz folgerichtig der Einweihungstermin in sechs (!) Jahren kein Thema. Obwohl dann 17 Jahre vergangen sind, seit das ehemalige Areal der Sihl-Papier umgezont wurde. Diese langen Verzögerungen bis zum Bauende des Allmend-Schulhauses benötigen alternativen Schulraum («Zürich 2» vom 2. 2.). Doch über das Wie wusste an der Medienkonferenz Geri Lauber nichts zu sagen. Die später nachgereichte Antwort, es gebe Schulcontainer, ist laut Auskunft der städtischen Immobilienabteilung falsch. Das ehemalige GZ Leimbach am Rebenweg wird aufgemöbelt, externe Räume werden hinzugemietet. Allein die Renovation des GZ Leimbach kostet 1,075 Millionen Franken. Alles nur, weil bei der Schulhausplanung so viel im Argen liegt.



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