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08.02.2017 Von: Christina Brändli

Züriberg

«Liebe, Frieden, Güte sind unsere Lehren»


Imam Abdul Wahab Tayyab und Imam Abdul Basit Tariq suchten den Kontakt zur Quartierbevölkerung. Foto: Christina Brändli

«Islam: Eine Religion des Friedens?» Diese Frage erläutert Imam Abdul Wahab Tayyab, Imam und Theologe, im Rahmen der Ausstellung «Islam heute» im Quartiertreff Hirslanden.

«Assalam-o-Alaikum Wa Rahmatullahe Wa Barakatohu», so begrüsst Imam Tayyab seine Zuhörer. Übersetzt heisst das «Frieden und Segnungen Allahs seien mit Ihnen». Er dankt allen dafür, dass sie sich die Zeit genommen haben, seinen Vortrag zu besuchen. «Bedauerlicherweise fürchtet sich heutzutage eine beträchtlich Anzahl von Personen in der Welt vor Religionen, insbesondere vor dem Islam», sagt er weiter. Das Besuchen einer ausschliesslich religiösen Veranstaltung zeuge von grossem Interesse, mehr über Religionen erfahren und lernen zu wollen.

Frieden herstellen
Imam Abdul Wahab Tayyab ist mit seinen 25 Jahren schon ein geübter Redner. Souverän und mit viel Präsenz steht er vor seinem Publikum und unterstreicht seinen Vortrag mit dezenten Gesten. Er ist Imam der Ahmadiyya Muslim Jammat und Theologe und spricht oft vor Publikum über den Islam. Der Wunsch nach Frieden hege jeder Mensch, doch nur wenige erreichen ihn. Grund dafür sei die Unterschiedlichkeit aller Menschen und dass jeder andere Notwendigkeiten und Wünsche habe.
«Ausserdem beobachten wir, dass viele Menschen zwar den Frieden suchen, aber damit in erster und oft in einziger Linie Interesse an ihrem eigenen Frieden haben und wenn es um ihre Feinde geht, hegen die allermeisten Menschen keine guten Wünsche mehr», führt er weiter aus. Um solche Gefühle zu reformieren und Frieden herzustellen, brauche man ein Wesen, das über diesen menschlichen Schwächen stehe. «Der heilige Prophet hat die Menschen zu genau diesem höchsten Wesen eingeladen. Er liess die Menschen wissen, dass ihr Gott für sie Frieden möchte und dass er die Quelle jeglichen Friedens ist.»

Keiner ist dem anderen überlegen
Imam Abdul Basit Tariq spricht in seinem Vortrag über die vielen Wege, wie im Islam der Weg zum Frieden geebnet wird. Im Koran werde unmissverständlich klargemacht, dass der Islam unter keinen Umständen Mord und Terror rechtfertigt. Die Reformbewegung besinne sich auf die ursprüngliche Lehre. Dort ist von Gerechtigkeit, Vergebung und Nachsicht die Rede. Der Prophet hat Muslimen auch verboten, Dinge, die von anderen Menschen in Ehren gehalten werden, zu schmähen, denn so würde ihr Gott, der einzig wahre Gott, auch beschimpft werden. Auch Diskriminierung sei durch den Propheten beseitigt worden. «Der heilige Prophet Muhammmad lehrte, dass ein Araber einem Nicht-Araber in keiner Weise überlegen ist, noch ist ein Nicht-Araber einem Araber überlegen », so Imam Tariq. Ein wichtiger Punkt im Koran sei auch die absolute Religionsfreiheit. Dazu zitiert er einen Vers aus dem Koran: «Es soll keinen Zwang sein im Glauben». «Wenn Gott selbst dem Menschen die Freiheit gegeben hat, sich für oder gegen den Glauben zu entscheiden, wer hat das Recht, diese Freiheit wegzunehmen?», fragt er seine Zuhörerinnen und Zuhörer.
Zum Schluss fasst er seinen Vortrag im Satz zusammen: «Auf die Verfolgung und das Leid, dem wir ständig begegnen, antworten wir der Welt immer mit Liebe, Frieden und Güte. Das sind unsere Lehren und das ist unser Glaube.»

Burka beschäftigt
In der anschliessenden Fragerunde wurde schnell klar, was Herr und Frau Schweizer beschäftigt. Die erste Frage bezog sich sogleich auf das komplette Verschleiern der Frauen im islamischen Glauben durch die Burka. Imam Abdul Basit Tariq erklärte, dass eine Burka im Islam nicht notwendig sei. Das sei aber jeder Frau selbst überlassen. Natürlich sei es üblich, dass eine Frau ihre Weiblichkeit in der Öffentlichkeit nicht zeigt, das sei aber ein Schutz für die Frau vor Übergriffen. Dafür reiche aber ein Kopftuch, ein bedecktes Dekolleté und ein knielanger Rock. Seine Ausführungen gehen über zur «Problematik» in unseren Schwimmbädern. Getrennte Bäder brauche es nicht, meint er, nur getrennte Badezeiten.
Ein Herr im Publikum bezeichnet diese Empfehlung von Imam Tariq etwas aufgebracht als abstrus, dieser reagiert gelassen und meint, der Islam könne diese Empfehlung zum Schutz der Frau geben, ob man sie annehme oder nicht, sei eine andere Sache. Die Hauptthemen blieben dann auch Kleidung und die Geschlechtertrennung. Imam Abdul Basit Tariq beantwortet alle Fragen sehr ausführlich.



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