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08.02.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Stadt nutzt schützenswerte Gebäude teilweise


Die Scheune an der Käshaldenstrasse in Seebach wird nicht genutzt. Foto: pm.

Die Stadt Zürich besitzt eine Anzahl von schützenswerten Liegenschaften, die teilweise oder nicht genutzt werden können. Es sind dies unter anderem die Scheune Käshaldenstrasse und das Zehntenhaus.

Die beiden SVP-Gemeinderäte Daniel Regli und Stephan Iten fragten den Stadtrat an, welche Pläne er mit den beiden Liegenschaften Scheune Käshaldenstrasse in Seebach und Zehntenhaus in Affoltern hat. In seiner Antwort weist der Stadtrat darauf hin, dass auch die Stadt sich als Eigentümerin von Liegenschaften an die Vorschriften des Planungs- und Baugesetzes halten müsse. «Die Stadt ist verpflichtet, diejenigen Liegenschaften in ihrem Eigentum, die potenzielle Schutzobjekte sind, zu schonen und wo das öffentliche Interesse überwiegt, ungeschmälert zu erhalten.» In besonderen Fällen verpflichte das kantonale Recht das Gemeinwesen, ein Schutzobjekt zu übernehmen. Dies sei im Fall der Scheune Käshaldenstrasse erfolgt.

Kein Ortsmuseum
Die Scheune Käshaldenstrasse 24 wurde 1665 errichtet. Sie wurde nach einem 1990 gestellten Abbruchbegehren des Eigentümers im Jahr 1991 vom Stadtrat unter Schutz gestellt, zusammen mit dem sich daneben befindenden Wohnhaus und dem Waschhaus. Der Grund war, dass das Ensemble aus dem 17. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil des landschaftsprägenden Weilers Köschenrüti ist. «Im April 1998 verlangte der Grundeigentümer für die Unterschutzstellung der Scheune eine Entschädigung wegen materieller Enteignung und den Heimschlag», so der Stadtrat in seiner Antwort. «Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gerichte eine materielle Enteignung bejahen würden, wurde als sehr hoch eingeschätzt.» Die Stadt suchte daher mit dem Grundeigentümer das Gespräch und machte ihm ein Kaufangebot für die Scheune, das er im 2006 annahm. Die Unterzeichnung der getroffenen Vereinbarung fand wegen eines Quartierplanverfahrens aber erst 2011 statt. «Der Kaufpreis belief sich auf 616 000 Franken», so der Stadtrat. «Seither hat die Stadt rund 90 000 Franken aufgewendet für die Sicherung der Tragkonstruktion sowie notwendigen Reparaturen am Dach.»

Die Scheune könne im gegenwärtigen Zustand nicht genutzt werden. Die Kosten für eine reine Instandsetzung der Scheune würden sich gemäss einer Machbarkeitsstudie auf rund 900 000 Franken belaufen, dies im Fall einer Kaltnutzung. Wollte man die Scheune als Ortsmuseum mit Ateliers und Mehrzweckraum nutzen, wäre mit einem Gesamtaufwand von 1,5 Millionen Franken zu rechnen. Letztere Nutzung könne allerdings nicht realisiert werden, da der Ortsmuseumverein Seebach keine Möglichkeit sah, die Entwicklung eines solchen Projekt zu begleiten und anschliessend einen nachhaltigen Betrieb zu gewährleisten. «Es muss in jedem Fall davon ausgegangen werden, dass die für eine vollständige Nutzung durch Dritte notwendigen Instandsetzungs- und allfälligen Ergänzungsarbeiten mit einem Aufwand verbunden wären, der eine kostendeckende Vermietung nicht zulässt», hält der Stadtrat fest.

Neuer Quartiertreff
Das Zehntenhaus an der Zehntenhausstrasse 8 in Affoltern hat die Stadt im Jahr 2010 gekauft. Der Kaufpreis belief sich auf 900 000 Franken. Zum Zeitpunkt der Eigentumsübertragung bestanden im Hauptgebäude laufende Mietverträge für einen Laden, zwei Werkstätten sowie eine 2½-, sechs 3½- und eine 4½-Zimmer-Wohnung. Das Nebengebäude war als Lager vermietet. Sämtliche Mietverhältnisse wurden von der Stadt übernommen. «Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden unter anderem feuerpolizeiliche Abklärungen getroffen», erläutert der Stadtrat. «Diese ergaben, dass insbesondere vom grösstenteils in Holzbauweise erstellten Treppenhaus ein grosses Risiko ausgeht. Dazu kamen veraltete und teilweise mangelhafte elektrische Installationen.» Dies habe zu einer feuerpolizeilichen Schliessung des Wohnteils und zu einer Kündigung der Wohnungsmietverhältnisse durch die Stadt geführt. Zurzeit wird das Zehntenhaus durch zwei Mietparteien zwischengenutzt: Gewerbebetrieb im 1. Stockwerk und Quartierverein Affoltern im Erdgeschoss.

Seit der Eigentumsübertragung seien Kosten von rund 80 000 Franken für Abklärungsstudien und von 43 000 Franken für die Ermöglichung der Quartiernutzung entstanden. «Die Kosten für die Totalsanierung belaufen sich auf rund 10 Millionen Franken», so der Stadtrat.

Die Werkstatt im Erdgeschoss des Zehntenhauses wird seit über fünf Jahren für verschiedene öffentliche Aktivitäten und Veranstaltungen genutzt wie zum Beispiel Weihnachtsmarkt, Ausstellungen, Kafi, Filmvorführungen, Gastrowerkstatt und den interkulturellen Anlass «Affoltern is(s)t», um nur einige zu erwähnen. Zudem finden Interessierte dort Informationen zu Themen der Quartierentwicklung und Fotos von anno dazumal. Das Zehntenhaus ist zu einem gut besuchten Treff im Quartier geworden.

Weitere fünf Objekte
Die Stadt Zürich besitzt neben der Scheune Käshaldenstrasse und dem Zehntenhaus weitere fünf denkmalgeschützte oder inventarisierte Gebäude, die nicht oder nur teilweise genutzt werden. Es sind dies: Schopf an der Gsteigstrasse 76 und Treibhaus an der Aemtlerstrasse 173, welche extern vermietet werden sollen. Wasserversorgungsreservoire Bolleystrasse und Orellistrasse 22, beides sind Freihaltezonen, Pfarrweg 2, Wohnhaus im Affoltemer Unterdorf, welches später renoviert werden soll.



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