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15.02.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord

«Es war eine spannende Zeit»


Richi Seiler, Leiter des GZ Buchegg. Foto: pm.

Richard Seiler ist seit 1979 im GZ Buchegg tätig, seit 1987 Leiter. Ende Februar tritt er altershalber zurück. «Zürich Nord» sprach mit ihm über Vergangenheit und Zukunft.

Richard Seiler, wie war es, als Sie 1979 im GZ Buchegg anfingen?
Es war völlig anders, und zwar in jeder Beziehung. Es gab damals nur wenige Gruppen, die das GZ nutzten. So wurde zum Beispiel Keramik gebrannt und verkauft. Dann war der Kinderzirkus Robinson hier und eine Modelleisenbahn. Heute hingegen ist das GZ für die ganze Quartierbevölkerung offen.

Und die Jugendarbeit, die gibt es heute ja auch nicht mehr in dieser Form?
Damals war die Jugendarbeit Teil des GZ. Es gab zahlreiche Probleme wie zum Beispiel Sachbeschädigungen. Heute hat das GZ keine offene Jugendarbeit mehr, denn der Bedarf hat sich aufgrund des gesellschaftlichen Wandels geändert. Die Jugendlichen sind zum Beispiel heute viel mobiler als früher und gehen viel später nachts in den Ausgang.

Wer besucht das GZ heute?
Wie gesagt, wir sind für alle offen. Es sind hauptsächlich Familien. Ihre Anzahl hat markant zugenommen. Das GZ ist ein Ort der Begegnung und des Austausches geworden.

Das GZ Buchegg ist vor allem wegen der Theateraufführungen bekannt.
Ja, das GZ ist schon seit mehr als 30 Jahren bekannt für seine Theateraufführungen. Allgemein ist unser Angebot inspirierend. Das Café zum Beispiel ist zeitweise offen ohne Betreuung. Weiter sind das Atelier und die Holzwerkstatt, das Familienangebot am Sonntag, das Repair-Café und natürlich Jugend und Tier erwähnenswert. Ebenso das vielfältige Kursangebot für alle Altersgruppen.

Die Tiere sind eine Spezialität des GZ Buchegg. Sind sie unverzichtbar?
Es gibt auch grosse Tiere im Heuried und im GZ Bachwiesen. Die Tiere gehören zum GZ Buchegg. Sie sind ein Grundangebot unseres GZ und ihre Haltung ist historisch gewachsen. Dazu gehören die Arbeit mit Behinderten und die Waldspaziergänge. Die Gruppe, die die verschiedenen Tiere betreut, ist gegenüber früher aber jünger.

Haben Sie ein Lieblingsangebot?
Nein, ich habe immer sämtliche Angebote unterstützt, solange der Bedarf da ist. Dieser kann sich im Lauf der Zeit ändern.

Und die Gruppen?
Wir sehen unsere Aufgabe unter anderem im Rahmen von Starthilfen für Gruppen. Eine Jazz-Schule zum Beispiel hat hier angefangen. Wir haben ihnen Raum gegeben. Heute ist sie Bestandteil der ZHAW.

Gibt es Highlights?
Ja, es gibt viele. Spontan fallen mir das 50-Jahr-Jubiläum und die letztjährige Auszeichnung mit einem Kulturpreis ein. Es gibt in der täglichen Arbeit jedoch zahlreiche kleine Dinge, die Freude bereiten – ein Gespräch zum Beispiel. Ein Highlight war aber sicher auch die Parksanierung. Der Aussenbereich ist offener und zugänglicher geworden, weshalb sich heute mehr Leute dort aufhalten.

Und das GZ-Gebäude?
Eine Sanierung wird sicher auch einmal ein Thema sein, nicht zuletzt wegen der schlechten Isolierung.

Woher kommen die Besucherinnen und Besucher?
Sie kommen zu 90 Prozent aus der Umgebung zu Fuss hierher. Einige kommen wegen eines speziellen Angebots wie zum Beispiel wegen der Holzwerkstatt oder der kulturellen Angebote.

In der Umgebung entstanden in den vergangenen Jahren ja einige Neubauten. Haben Sie Ihr Team aufgestockt?
Nein die Anzahl Mitarbeitender ist gleich geblieben. Es sind insgesamt 13 Personen, die alle Teilzeit arbeiten.

Man sagt, der GZ-Leiter muss heute ein Manager sein. Ist das richtig?
Die Anforderungen sind gestiegen. Es gibt viel Administration. Das Budget von 900 000 Franken für Soziokultur muss man unter Kontrolle haben und alle Ausgaben ausweisen können.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit im Quartier Unterstrass?
Die Zusammenarbeit ist zwingend. Ich mache zum Beispiel auch Veranstaltungen mit dem Quartierverein Unterstrass. Wichtig fürs Quartier sind die Delegiertenkonferenz Kreis 6, die Treffen der Gruppe Sozialraum Waidberg. Bereichernd sind auch die Folkkonzerte, der Kindertraum, das heisst der Indoor-Spielraum im GZ, und natürlich die Zwischennutzung der Brache Guggach, die wir managen.

Ein Rückblick auf 38 Jahre GZ Buchegg?
Es war eine spannende, lebendige Zeit.

Was machen Sie ab Ende Februar?
Reisen mit dem Töff! Meine Ziele sind unter anderem Spanien und später Asien. Zudem spiele ich gern Musik auf verschiedenen Instrumenten. Weiter will ich Leute besuchen und Kontakte pflegen, denn ich habe dies in den vergangenen Jahren aus Zeitgründen etwas vernachlässigt.

Ein Schlusswort?
Ich wünsche dem Team alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass viele Leute vom GZ-Angebot profitieren können und ihre Ideen umsetzen.



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