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15.02.2017 Von: Annina Just

Küsnachter

Küsnacht erteilt beiden Projekten Abfuhr


Stillstand auf dem Areal Zürichstrasse: Mit der Ablehnung beider Vorlagen bleibt das Parkplatzprovisorium weiterhin erhalten. Foto: Annina Just

Küsnacht sagt zweimal Nein – und das sehr deutlich. Doch während die eine Seite dieses Resultat bedauert, jubelt die andere.

Die Entscheidung ist gefallen: Auf dem Areal Zürichstrasse wird keines der beiden Projekte «Zentrumsentwicklung » und «Parkdeck» gebaut. Die Abstimmung vom vergangenen Sonntag hat gezeigt, dass beide Vorlagen die Stimmbevölkerung nicht überzeugen konnten.
60 Prozent der Abstimmenden (3455 Nein- zu 2289 Ja-Stimmen) lehnten das Projekt mit Tiefgarage, öffentlichem Platz und zwei Gebäuden ab. Gar 63 Prozent (3620 Nein- zu 2078 Ja-Stimmen) sprachen sich gegen das doppelstöckige Parkdeck aus. In der Stichfrage – bei der jedoch gut 750 leere Wahlzettel eingegangen sind – hatte dann aber wieder das Parkdeck knapp die Nase vorne. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 66 Prozent.
Mit der Ablehnung der beiden Projekte entfällt auch die Sanierung und Erweiterung der SBB-Unterführung – auch wenn der Zusatzkredit von 5,2 Millionen Franken hohen Zuspruch erhielt. Dieses Teilprojekt wäre nun in Kombination mit einer der beiden Hauptvorlagen umsetzbar gewesen.

Initiant Gericke sehr zufrieden
Zwar wird keines der beiden Projekete gebaut, aber das doppelte Nein ist nicht für beide Seiten eine Niederlage. «Für uns ist das ein Sieg. Wir sind sehr zufrieden», bestätigt Hermann Gericke am Sonntagabend den Eindruck nach den ersten Reaktionen. Aus seiner Sicht bedeutet der Verbleib beim Ist- Zustand nur Positives: «Die Arbeitsplätze im Zentrum sind gerettet, der heutige Komfort für die Einkaufenden und Bahnbesucher bleibt erhalten, der Freiraum beim Bahnhof Küsnacht ist bewahrt.» Wäre die Initiative also nicht nötig gewesen, wenn man mit dem Status quo so zufrieden ist? «Doch, ohne Gegenprojekt hätten wir keine Chance gehabt, das Grossprojekt mit Tiefgarage zu verhindern», meint der Initiant der Einzelinitiative. Man habe mehrere Varianten bieten müssen, um alle Details zu diskutieren.
Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) bedauert den Entscheid der Stimmbevölkerung: «Wir haben eine grosse Chance vergeben und viel Geld für nichts aufgewendet», gibt er am Sonntagabend zu Protokoll. Es sei speziell, dass die Bevölkerung derart viel Geld in Projektplanungen stecke, um diese nachher wieder bachab zu schicken.

«Grosse Verunsicherung gestiftet»
Aus Sicht des Gemeindepräsidenten ist das Resultat ein Ergebnis der aufwendigen Abstimmungskampagne der Parkdeck-Befürworter, die vor allem mit Argumenten gegen das Projekt Zentrumsentwicklung operiert haben. «Die Gegnerschaft hat es verstanden, die Bevölkerung zu verunsichern, indem sie den Teufel an die Wand gemalt hat.» Ein kleiner Trost ist aus seiner Sicht die Tatsache, dass auch die Initiative Parkdeck abgelehnt wurde: «Immerhin haben wir uns die Zukunft nicht mit einem schlechten Projekt verbaut», so der Gemeindepräsident. Obwohl der Gemeinderat der Meinung sei, dass sich Küsnacht entwickeln müsse, um attraktiv zu bleiben, werde er in nächster Zeit kaum eine weitere Planung anstossen.
Der Grund dazu sei offensichtlich, meint Ernst: «Der Aufwand eines solchen Projekts ist sehr gross. Es macht ökonomisch einfach keinen Sinn, wenn die Stimmbevölkerung teure Planungen in Auftrag gibt, obwohl sie im Grunde kein Geld für den Bau ausgeben möchte.»



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