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15.02.2017
Zürich West

Neues Alterszentrum Mathysweg im Quartier vorgestellt


Das neue Alterszentrum Mathysweg soll ein ruhiges Erscheinungsbild gegen aussen erhalten und viel Licht im Innern (Projektstand 2014). Visualisierung: Alemann Bauer Eigenmann Architekten AG

Das städtische Alterszentrum Mathysweg soll bald einem Ersatzneubau weichen. An einem Infoabend konnten sich Quartierbewohner schon mal ein Bild machen und Fragen stellen.

Lisa Maire

Kleine, nicht behindertengerechte Zimmer, viel zu wenige Duschen, aufwendige Betriebsabläufe, Bausubstanz und Gebäudetechnik in schlechtem Zustand: Das Alterszentrum Mathysweg, 1970 erbaut, ist in die Jahre gekommen. Es entspreche nicht mehr den heutigen Bewohnerbedürfnissen und sei von Betrieb und Unterhalt her zu teuer geworden, sagte Rosann Waldvogel, Direktorin städtische Alterszentren, letzte Woche an einem Infoabend für Interessierte aus dem Quartier. An seiner Stelle soll nun ein Neubau entstehen, der neben mehr Wohnqualität auch Platz für 37 zusätzliche Bewohner bietet. Denn obwohl Alterszentren heute eher als Auslaufmodell gelten, so Waldvogel, sei die Nachfrage ungebrochen. Die aktuelle Auslastung der Zentren in der Stadt betrage nahezu 100 Prozent und bei den Bewohnerinnen und Bewohnern herrsche gemäss Umfragen eine hohe Zufriedenheit.

Lichthöfe als Besonderheit

In dem neuen Komplex – zwei versetzt angeordnete, über eine Ecke miteinander verbundene fünfgeschossige Gebäudeteile – sind auf vier Etagen insgesamt 121 (zumeist) 1-Zimmer-Appartments vorgesehen. Dazu kommt ein Attikageschoss für eine «Tagesbetreuung» mit geschützter Terrasse. Im Erdgeschoss entsteht ein Gemeinschaftsbereich für die Bewohner mit Ess- und Mehrzwecksaal und öffentlich nutzbare Dienstleistungs-Infrastrukturen wie Cafeteria, Fusspflege, Coiffeur, Fitness, Physiotherapie.

Eine architektonische Besonderheit des Baus sind die Lichthöfe, in jedem Gebäudeteil einer, die über alle Geschosse hinweg für eine gute Belichtung und damit Orientierung sorgen. Diese Innenraumgestaltung laufe eigentlich der heutigen Tendenz zu sehr kompakten Gebäuden entgegen, erklärte Martin Bauer vom beauftragten Büro Alemann Bauer Eigenmann Architekten. «Gut belichtete und kurze Korridore – das heisst überschaubare Wege – waren uns aber sehr wichtig», betonte er. Bei der Gestaltung der Appartements wurde zudem Wert gelegt auf eine gute Raumaufteilung mit einer Art Wohn- und Schlafnischen. Jedes Zimmer verfügt über eine separate Nasszelle, Kühlschrank und Balkon, auf jeder Etage stehen den Bewohnern zudem Gemeinschaftsräume mit Kochgelegenheiten zur Verfügung.
Der Aussenbereich mit den Parkplätzen beim Hauptzugang an der Altstetterstrasse wird neu gestaltet. Zudem soll der Fussweg vom Mathysweg her angehoben werden, um einen ebenerdigen Zugang zum Haus zu ermöglichen.

Der Neubau entspricht dem Minergie-P-Eco-Standard. Er wird an den EWZ-Nahwärmeverbund angeschlossen sein und zudem mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet werden.

Kosten soll der Neubau gut 63 Mio. Franken. Über einen entsprechenden Objektkreditantrag des Stadtrats befindet der Gemeinderat voraussichtlich im Frühling, bevor das Projekt dann im Herbst dem Stimmvolk vorgelegt wird. Wenn alles rundläuft, ist Ende 2018 mit dem Spatenstich und im Herbst 2021 mit dem Bezug des neuen Alterszentrums zu rechnen. Der Baubeginn hängt jedoch auch davon ab, wann die Rochadefläche im Triemli-Personalhaus frei wird. Voraussichtlich noch bis Ende 2018 sind dort die Bewohner des Wipkinger Alterszentrums Trotte untergebracht, das ebenfalls neu gebaut wird.

Genau die richtige Grösse

Neben diesem Umzugsproblem, das am Infoabend anwesenden Bewohnerinnen und Bewohnern des Alterszentrums am Herzen lag, gab es auch Fragen zu Komfort und Raumprogramm. So bemängelte jemand das bei Minergiebauten übliche maximale Raumtemperatur von 21 Grad als zu niedrig. Rosann Waldvogel beruhigte: Der Standard für Alterszentren liege bei 23 Grad. Der Kritik, es seien zu wenige Doppelzimmer vorgesehen, begegnete Waldvogel mit Erfahrungswerten: Die Doppelzimmer seien gar nicht so begehrt, sagte sie. Erstens weil betagte Menschen sich meist erst dann zum Eintritt entschlössen, nachdem ein Ehepartner gestorben sei. Zweitens bevorzugten auch viele Ehepaare heute schon individuelle Zimmer.

Im Publikum interessierte zudem, wieso angesichts der hohen Nachfrage nicht höher gebaut wird. Das sei baurechtlich nicht möglich und betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll, sagte dazu Waldvogel. Denn damit das Leben in einem Alterszentrum gut funktioniere, dürfe dieses weder zu klein noch zu gross sein. Als gute betriebswirtschaftliche und «emotionale» Grösse gelten 100 bis 120 Plätze. Grössere Zentren würden als zu anonym empfunden.



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