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15.02.2017
Zürich West

Richi Wolff erlebte ein blaues Wunder


Der Schützenverein Züri9 wehrt sich mit einer Petition und einem Übernahmeangebot gegen die drohende Schliessung des  stadteigenen Schiessplatzes Hasenrain.

Lisa Maire

Für die Übergabe ihrer Petition letzte Woche vor dem Rathaus an Stadtrat Richard Wolff (AL) hatten sich die Albisrieder Schützinnen und Schützen mitsamt Maskottchen Chenoa in Einheitsschale geworfen. Das heisst in neue, extra für den Anlass mit dem Vereinslogo bedruckte, blaue T-Shirts.

Rückhalt bei der Bevölkerung

Der Vorsteher des Sicherheitsdepartements zeigte sich beeindruckt von der überraschend hohen Anzahl Unterschriften, die innerhalb von zweieinhalb Wochen gegen den «Untergang des Schützenvereins Züri 9» zusammengekommen waren: Genau 1654 seien es, versicherte Vereinspräsident und SVP-Gemeinderat Thomas Osbahr bei der Übergabe. Das «Sammelwunder» zeigt ihm zufolge vor allem den grossen Rückhalt, den der Schützenverein bei der Quartierbevölkerung geniesst.
Wolff nahm die drei grossen Schachteln mit den Unterschriften gut gelaunt entgegen. Er habe ja persönlich gar nichts gegen das Schiessen, betonte er lachend. Eine Anspielung auf die bereits lautgewordenen Stimmen, gemäss denen die Schliessungspläne der rot-grünen Stadtregierung klar politisch motiviert sind? Er habe auch mitbekommen, so Wolff weiter, dass das Sportschiessen in letzter Zeit wieder stärker im Trend sei. «Trotzdem mussten wir uns vor allem auch mit Blick auf die Stadtkasse Gedanken machen, ob es in der Stadt wirklich vier Schiessplätze braucht.» Die anstehenden, von Umwelt- und Lärmschutzgesetz vorgeschriebenen Sanierungsmassnahmen seien sehr teuer.

Neben dem Hasenrain steht der ebenfalls stadteigene Schiessplatz Probstei Schwamendingen auf der Abschussliste («Zürich West» berichtete). Wolff liess aber durchblicken, dass die Stadt offen für konstruktive Vorschläge sei.

Keine Kosten mehr für die Stadt

Ein solcher Vorschlag könnte das Übernahmeangebot sein, das der Verein – neben einem detaillierten Nutzungskonzept für die Anlage Hasenrain – der Stadt vor kurzem unterbreitet hat. Käme der Übernahmevertrag zustande, würde der Verein selbst für die Unterhaltskosten von jährlich rund 12 000 Franken und die Sanierungskosten von 150 000 Franken – für die vorgeschrieben umweltfreundlichen Kugelfangkästen – aufkommen. Die Stadt müsste also künftig gar nichts mehr bezahlen. Würde sie hingegen den Schiessplatz Hasenrain schliessen, so malt der Verein das andere Szenario aus, wäre sie gesetzlich verpflichtet, bis 2020 eine Hangsanierung durchzuführen. Geschätzte Kosten: eine halbe Million Franken.

Eine offizielle Antwort der Stadt zum Übernahmeangebot steht noch aus. Im Rahmen der Petitionsübergabe liess Wolff jedoch schon mal verlauten: Damit sehe ja «alles vielleicht wieder ein wenig anders aus.» 



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