Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
15.02.2017 Von: Daniel Jaggi

Zürich Nord

«Südstarts geradeaus sind unnötig»

Es gäbe zwei Alternativen, um die geplanten Südstarts geradeaus zu vermeiden, sagen die Südschneider. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) winkt aber ab.

Der Entwurf des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL 2) des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) enthält für die Südschneiser Unhaltbares. Künftig soll nämlich bei Bise und Nebel Richtung Süden gestartet werden und dann, je nach Leistung des Flugzeuges, eine kürzere oder längere Zeit geradeaus hochgestiegen werden, bis die Maschinen nach Osten oder Westen abdrehen. Dieser sogenannte Südstart geradeaus ist für die Stiftung gegen Fluglärm und den Verein Flugschneise Süd – Nein nicht nur inakzeptabel, sondern gar unnötig, wie sie an einer Pressekonferenz betonten.

Schutz der Bevölkerung als Ziel
Sie haben nach Alternativen gesucht und dabei auch zwei Varianten gefunden, so wurde weiter ausgeführt. Eine Variante sieht vor, auf der Piste 16 zu starten. Weil für die zweite Variante noch Rollwege erstellt werden müssten, könnte zu einem späteren Zeitpunkt auch auf der Piste 14 gestartet und nach Osten abgedreht werden, während gleichzeitig auf der Piste 16 gelandet würde (siehe Grafik). Beide Varianten würden eine unabhängige Start- und Landepiste samt kreuzungsfreiem Durchstartweg bieten, betont Fritz Neresheimer. Wichtig zu wissen: Mit der vom Bazl vorgeschlagenen Variante Südstarts geradeaus sollen gefährliche Kreuzungspunkte, die unter anderem bei einem Durchstart auf dem Flughafen entstehen könnten, vermieden werden.

Neresheimer, pensionierter Elektroningenieur aus Zollikon, versuchte mit seinen Varianten, Flüge über dicht besiedeltes Gebiet zu vermeiden. Dadurch könne der Bevölkerung der bestmögliche Schutz vor Lärmbelastung oder Abstürzen gewährleistet werden, betont er und verweist bezüglich der zusätzlichen Lärmbelastung auf die geplante Einhausung Schwamendingens. Neresheimer: «Für 423 Millionen Franken sollen dort die Anwohner vor Lärm geschützt werden, während die gleiche Bevölkerung künftig mit Südstarts wieder beschallt würde.» Adolf Spörri, Präsident der Stiftung gegen Fluglärm ergänzt: «Wir wollen damit einen Beitrag leisten, um für rund 300 000 Menschen im Süden der grössten Schweizer Stadt grosse Lärm-, Gesundheits- und Umweltschäden zu verhindern.» Nach Angaben von Matthias Dutli, Präsident des Vereins Flugschneise Süd – Nein, würde mit Südstarts geradeaus zudem das Absturzrisiko für die Bevölkerung am Boden im Vergleich zum Jahr 2009 um fast das Zehnfache zunehmen. In einer Stellungnahme dementiert das Bundesamt für Zivilluftfahrt das erhöhte Absturzrisiko. Es hält auch die Alternativrouten für ungenügend-

Spörri und Dutli appellieren indess an die Mitglieder des Zürcher Stadtrates und der Kantonsregierung, von ihrem Veto-Recht im Verwaltungsrat des Flughafens Gebrauch zu machen, ehe nicht alle Optionen ohne Tabus geprüft wurden.



Anzeigen

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 23. Februar 2017
Zürich 2 vom 23. Februar 2017
Zürich Nord vom 23. Februar 2017
Zürich West vom 23. Februar 2017
Küsnachter vom 23. Februar 2017
Küsnachter Amtlich vom 23. Februar 2017

Sonderzeitungen

Lernfestival'16
ZSC
Abenteuer StadtNatur
Chreis9Fäscht - Festzeitung
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger