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16.02.2017 Von: Fabian Moor

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Poppy Space-Jazz aus Witikon gibt es nun auf CD


Die Witiker Musikerin Linah Rocio und ihre Band während der Taufe ihres neuen Tonträgers. Foto: Toby Studer/zvg.

Letzte Woche brachte die in Witikon wohnende Musikerin Linah Rocio ihr neues Album «Warrior Talk» auf den Markt. Nach der CD-Taufe in Baden seien die CDs und insbesondere die Schallplatten weggegangen wie warme Weggli.

Wenn die Musik von Linah Rocio ein Film wäre, so wäre sie eine dramatische Komödie. «Eine mit starken, authentischen und abgefreakten Charakteren », ergänzt sie. Der Film «Darjeeling» von Wes Anderson kommt ihr spontan als Beispiel in den Sinn.
Tatsächlich ist es nicht einfach, Rocios Musik zu definieren. Wenn man die aktuelle Single «Kill The Monster» hört, scheint der Fall zuerst klar zu sein. Pop. Doch sobald man sich die restlichen Lieder des Albums zu Gemüte führt, beginnt diese Definition stark zu wanken. Die Pianoparts nehmen oft unerwartete Wendungen und enthalten Tonabfolgen, die man so selten zu hören bekommt. «Poppy Space-Jazz» ist vielleicht ein Ausdruck, der der tatsächlichen Stilrichtung ziemlich nahekommt.
Der Grund für diesen individuellen Stil ist sicherlich Rocios Werdegang als Pianistin. «Ich habe sehr lange in Bands gesungen, ohne mich selbst begleiten zu können», beginnt sie. Nach diversen schönen und weniger schönen Erlebnissen in verschiedenen Gruppierungen sei der Punkt gekommen, an welchem Rocio plötzlich ohne Band dastand, jedoch nicht auf das Musizieren und Auftreten verzichten wollte. «Also brachte ich mir das Klavierspielen bei», fährt sie fort. Dass hierfür nur nach Ohren und Intuition gearbeitet wurde, führte die Sängerin, die nun auch regelmässig solo auftritt, zu ihrem eigenen Stil. Dieser ist vor allem in LA or New York sehr ausgeprägt. Das Stück enthält neben Klavier und Trompeten auch Samples des Meeres, der Möwen und des turbulenten Stadtlebens in Los Angeles und wurde von Fred Kevorkian gemischt und gemastert, der bereits Grössen wie The White Stripes oder Iggy Pop gemastert hat.

Mit Improvisation zum Erfolg
Die 39-Jährige blickt bereits auf viele Karrierehighlights zurück. Die ausschlaggebende Erfahrung, welche das Leben der gebürtigen Chilenin in die musikalischen Bahnen lenkte, sei der Gewinn eines grossen Musikwettbewerbs gewesen. «Dazumals hatte ich noch keine Texte für die Lieder geschrieben, sondern improvisierte den grössten Teil direkt auf der Bühne », erinnert sie sich. Trotz dieser «unprofessionellen» Technik gewann die Band den Contest und bekam Studioaufnahme-Sessions im Wert von 100 000 Franken als Preis. Dies ist bereits 20 Jahre her. Die Musikerin ist mittlerweile solo und mit Band unterwegs und beim Label Aveline Records unter Vertrag, welches für Konzerte, Promotion und Druck des neuen Albums im englischsprachigen Raum sorgt. Schon viele positive Reviews habe sie dem Label zu verdanken, strahlt Rocio.

Positives Feedback aus aller Welt
Dass Vertreter des Labels auch die «Warrior Talk»-Plattentaufe besuchten, begeisterte Rocio fast so sehr, wie ihre Performance das Publikum und die Vertreter begeisterte. «Ich wurde von allen Seiten mit Komplimenten überhäuft», freut sie sich. Das Feedback der Labelvertreter sei sogar so gut ausgefallen, dass es irgendwie zu kitschig und grossspurig scheint, das Zitat in die Zeitung zu schreiben. Fest steht auf jeden Fall, dass Rocio mit «Warrior Talk» ein Meisterstück gelungen ist, welches ihre Karriere in neue, internationale Gefilde befördern wird. Selbst denkt sie jedoch nicht über solche Szenarien nach. «Wenn mich meine Mitarbeiter fragen, ob ich am nächsten Tag auch wieder hinter dem Tresen stehen werde, kann ich jeweils keine Antwort geben», sagt sie ein wenig verlegen. Der aufklärende Arbeitsplan werde nämlich erst vor dem Zubettgehen konsultiert. Im Moment zu leben, sei sowohl der Schlüssel für ein glückliches Leben wie auch für gelungene Live-Performances, philosophiert die Musikerin und merkt, dass sie los muss, da auch heute wieder die 60%-Stelle ruft.



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