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16.02.2017 Von: Nicole Seipp-Isele

Züriberg

Querfeldein geht es ins Jazz-Abenteuer mit Raphael Walsers Gangart


Gangart spielen am kommenden Mittwoch im GZ Riesbach in der Reihe Jazz im Seefeld. Foto: zvg.

Einen facettenreichen Konzertabend auf einem weitläufigen musikalischen Terrain verspricht Raphael Walsers Gangart.

Der Bandname hält, was er verspricht: Verstünde man Musik als Art und Weise, sich fortzubewegen, so bewegen sich Gangart auf ihrem Terrain mal gemächlich im Schritt, dann wieder zügiger im Trab, um im nächsten Moment wild galoppierend Grenzen und Hindernisse zu überwinden. Das äussert sich in überraschenden klanglichen Überschreitungen. Jenseits des vertrauten Terrains, querfeldein, geben sich die Musiker dem Abenteuer hin, was die typisch atypische musikalische Handschrift der jungen Kombo ausmacht.
Vom Englischen herkommend, bedeutet «Gangart» so viel wie die Kunst (art) einer Bande (gang) und liefert somit die treffende Assoziation von kunstvollen Klanggebilden, die in der musikalischen Symbiose der Band entstehen.

Expressionistisch wie ein Gemälde
Kritiker vergleichen das neue Album «Wolfgang» mit einem expressionistischen Gemälde. Es gibt sich energiegeladen, in der Interpretation sehr offen und verfügt zugleich über eine gewisse Kompaktheit.
Tobias Meier und Niculin Janett nehmen den Zuhörer mit ihren Saxofonen an die Hand und machen ihn mit schillernden Melodien vertraut. Marc Méan am Klavier, Jonas Ruther am Schlagzeug und Raphael Walser am Bass rebellieren sanft dagegen. Sie leisten Festgelegtem Absage und reissen aus, ohne zu vergessen, wo sie herkommen. In diesem Sinne nutzt Raphael Walser die anderen Bandmitglieder als Projektionsflächen: «Mein langjähriger Freund, Schlagzeuger Jonas Ruther, inspiriert mich, mich vom rhythmischen Korsett zu lösen, ohne dieses dabei zu verlieren. Das funktioniert nur, wenn man sich gut kennt.»

Mit elf Jahren Kontrabass gelernt
Walser versteht sich am Bass als Bindeglied. «Ich versuche mit dem Bass als begleitendes Instrument, meine Mitmusiker bestmöglich in der Verwirklichung ihrer Ideen zu unterstützen und sie zu inspirieren.»
Der Bandleader, Bassist und Komponist Raphael Walser wurde 1988 geboren und wuchs nahe Zürich in einer Musikerfamilie auf. Bereits mit elf Jahren erhält er klassischen Kontrabass- Unterricht. Später studiert er an der Zürcher Hochschule der Künste an der Abteilung Jazz unter anderem bei Rätus Flisch, Dominique Girod und Christoph Grab. Bei Christian Weber, Frank Sanderell, Larry Grenadier und hauptsächlich Bänz Oester besucht er externen Unterricht. Er schliesst sein Studium mit Schwerpunkt Pädagogik 2013 mit Bestnote in den Performancefächern ab. Schon davor hatte er sich in unterschiedlichen Jazzbands bewährt. Während des Studiums gewann er zahlreiche Preise und spielte auf Festivals in der Schweiz und Deutschland. 2010 wird Walser am internationalen Jazztreffen in Frauenfeld in die international besetzte Förderpreis- Band Generations Unit 2010 gewählt, mit der er mehrmals durch Europa tourte. 2013 hat er seine eigene Band Gangart gegründet.

Stücke selbst komponiert
Die Stücke komponiert Walser allesamt selbst und dabei nicht massgeschneidert auf die jeweiligen Solisten. Schwerpunkte entstehen im Prozess, in der Auseinandersetzung mit der Musik und den Musikern.
Die beiden Saxofonisten haben sehr unterschiedliche Qualitäten. Beschäftigt sich Niculin Janett gern damit, an einem Solospot zu arbeiten, ihn zu perfektionieren, wagt Tobias Meier lieber jedes Mal einen Neustart und ein frisches Herangehen. «Ich schätze beide Einstellungen und denke, dass alle Bandmitglieder davon lernen können. Am wichtigsten ist es, sich darüber auszutauschen», so Walser.
Und was erwartet das Publikum nun konkret am kommenden Mittwoch? «Wir werden einige alte ‹Kassenschlager› spielen, jedoch auch neues, eigenes Material präsentieren und dabei drei Schweizer Volkslieder neu interpretieren. Das Publikum darf sich auch dank den vielen vergangenen Konzerten auf eine sehr eingespielte Band freuen», berichtet Raphael Walser und lacht: «Da freue ich mich selbst eigentlich am meisten darüber.»



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