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22.02.2017
Zürich West

«Flucht» hat auch im Landesmuseum viele Gesichter


Die neue Sonderausstellung im Landesmuseum trägt den simplen Titel «Flucht». Besucherinnen und Besucher erfahren hautnah die Bedeutung dieses Wortes.

Elke Baumann

Menschen verlassen ihre Heimat aus verschiedensten Gründen: Okkupation, Arbeitsmigration, Glaubensgründe, Krieg, Klimawandel. Weltweit sind rund 65 Millionen Menschen heute auf der Flucht.

Die Ausstellung beschreibt nicht nur das unmittelbare Geschehen von Flucht und Vertreibung, sondern auch den vielfältigen Eingliederungsprozess der Flüchtlinge. Die Museumsgäste erfahren hautnah, wie man nach einer langen und gefährlichen Reise einen Ort erreicht, an dem niemand auf einen gewartet hat, an dem man nicht die gleiche Sprache spricht und sich nicht zu Hause fühlt. Einen Ort, an dem man alleine fern des Vertrauten lebt. Zum Alltag fast aller Länder gehört: sich mit dem Fremden auseinanderzusetzen.

Ungewisse Zukunft

Neben den Schicksalen einzelner Flüchtlinge und Flüchtlingsfamilien werden Fragen zur kulturellen Vielfalt, zur Identität und zur Chance durch Integration zur Diskussion gestellt. Eine Video-Installation gibt einen eindrücklichen Einstieg zum Thema der Ausstellung. Dann führt der Weg vorbei an Kinderzeichnungen zu fünf fiktiven Personen, die von ihrer Flucht erzählen, von der Realität und ihren Träumen. Aus zwölf Gegenständen können Besucher vier auswählen, die sie auf ihrer Flucht mitnehmen würden: Geld? Sackmesser? Tabletten? Pass? Fotografien und Texte dokumentieren die vielfältigen Stationen von Flucht, Vertreibung und Integration, schildern aus verschiedenen Blickwinkeln die beschwerlichen Lebenswege der Vertriebenen. Darunter zahlreiche Kinder, die ihre Eltern verloren haben und in Waisenhäusern aufgenommen worden sind.

Die Besucher erfahren, wer in der Schweiz und in anderen Ländern Flüchtlingsschutz erhält und wer nicht, wie das Asylverfahren in der Schweiz funktioniert, und lernen die internationalen Hilfen kennen, auf die mehr als 90 Prozent aller Flüchtlinge weltweit angewiesen sind. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Eidgenössischen Migrationskommission EKM, des Staatssekretariats für Migration SEM, des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen UNHCR und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza. Die EKM ist eine ausserparlamentarische Kommission. Sie fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch die Unterstützung von Projekten und veröffentlicht Berichte, Stellungnahmen und Empfehlungen.
Das SEM dient dem Schutz und den Rechten von Migrantinnen und Migranten sowie Flüchtlingen in den Herkunfts- und Transitregionen. Ziel ist es, deren Lebensbedingungen zu verbessern. Daneben unterstützt das SEM Projekte zur freiwilligen Rückkehr von Migrantinnen und Migranten. Das UNHCR hat den Auftrag, Flüchtlinge weltweit zu schützen und nachhaltige Lösungen für deren Probleme zu finden. Das internationale Flüchtlingsrecht bildet die rechtliche Grundlage für die Aktivitäten des UNHCR.

Leben retten und Leiden lindern: So lautet der Auftrag der Humanitären Hilfe des Bundes DEZA. Sie orientiert sich am humanitären Völkerrecht und an den international anerkannten Prinzipien der Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit. Im Zentrum stehen die Opfer von Krisen, Katastrophen und Konflikten.

Ausstellung bis 5. März. Öffnungszeiten: Di bis So 10 bis 17 Uhr, Do 10 bis 19 Uhr. Infos: www.nationalmuseum.ch/d.



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