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22.02.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Sportzentrum Oerlikon: Stadtrat will bald entscheiden


Foto: pm.

Das Hallenbad Oerlikon müsste dringend saniert werden. Nun liegt eine Machbarkeitsstudie für ein neues Sportzentrum mit Hallenbad und Eisbahn vor.

Das Hallenbad Oerlikon, ein kombiniertes Hallen- und Sportbad, ist baulich in einem schlechten Zustand. In den Jahren 2005 und 2006 wurden die notwendigsten Massnahmen getroffen, um die Gebrauchstauglichkeit für rund zehn Jahre zu sichern. Trotz dieser Instandsetzungsarbeiten, die im Hinblick auf einen Abbruch und Neubau des Hallenbades ab 2015 erfolgten, wären in den nächsten Jahren nochmals erhebliche Investitionen notwendig, um eine weitere Betriebsphase des Bades von 15 bis 20 Jahren zu ermöglichen. Zu erneuern sind hauptsächlich die noch nicht sanierten Teile der Gebäudehülle, die gesamte Gebäudetechnik, die Schwimmbecken und die Fliesen im ganzen Bad, wie der Stadtrat auf eine parlamentarische Anfrage im Jahr 2010 festhielt. Die dadurch entstehenden Kosten wurden damals auf rund 25 Millionen Franken veranschlagt.

Heute präsentiert sich die Ausgangslage etwas anders. «Investitionen im bestehenden Hallenbad beschränken sich im Hinblick auf den geplanten Ersatzneubau aufs Notwendigste. In den verbleibenden Jahren wird es keine umfassende Instandsetzung mehr geben», teilt das Sportamt der Stadt Zürich auf Anfrage mit.

Nachhaltigeres Ergebnis
Bereits die Strategie- und Machbarkeitsstudie des Amts für Hochbauten vom November 2003 hielt fest, dass aus städtebaulicher, energetischer und betrieblicher Sicht mit einem Neubau ein nachhaltigeres Ergebnis erzielt werden könnte als mit einer umfangreichen Instandsetzung und Erweiterung. Eine Neubaulösung würde einen unterbruchfreien Betrieb gewährleisten, ausreichend Kapazität für die wachsende Bevölkerung in Zürich Nord schaffen, die notwendige Schulschwimmanlage könnte integriert und ein nationales Leistungssportzentrum der Wasserspringer eingerichtet werden. Zudem würde während der Bauzeit des neuen Hallenbads der Betrieb im bestehenden Hallenbad aufrechterhalten, was Vereinen und Spitzensportlern entgegenkommt. Die Kosten für einen Ersatzneubau Hallenbad wurden damals auf rund 80 Millionen Franken geschätzt.

Allerdings denkt man heute nicht mehr nur an einen Ersatzneubau fürs Hallenbad, sondern an eine kombinierte Lösung mit der Kunsteisbahn auf der anderen Seite der Wallisellenstrasse.

Synergien mit Kunsteisbahn
Die Kunsteisbahn Oerlikon wurde 1984 erstellt. Ausbau und Gebäudehülle wurden zwischen 1999 bis 2001 instandgestellt. Der Zustand des Gebäudes erfordert aber gemäss Einschätzung des Amts für Hochbauten ab 2014 Erneuerungsmassnahmen. Bei einer Zusammenlegung von Hallenbad und Kunsteisbahn auf der Seite der heutigen Kunsteisbahn in ein neues Sportzentrum wäre eine deutliche Reduktion der Betriebskosten möglich. Gemäss Antwort des Stadtrats auf ein Postulat aus dem Gemeinderat 2010 wurde neben der Zusammenlegung der Kunsteisbahn mit dem Hallenbad auch die Integration eines Werkhofs von Grün Stadt Zürich/Entsorgung und Recycling Zürich geprüft. Der Werkhof am Riedgrabenweg und diverse kleinere Stützpunkte von Grün Stadt Zürich in der Umgebung könnten zugunsten von Wohnungsbauten aufgehoben werden.

Der Perimeter nördlich und südlich der Wallisellenstrasse eignet sich für einen Ersatzneubau des Hallenbads. Er erfülle sämtliche Randbedingungen wie Grösse, zentrale Lage, gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Stadt Zürich ist Landbesitzerin. Auch ein Teil der Rasensportanlage Neudorf soll ins Projekt integriert werden. Der Realersatz für die Fussballplätze könnte gemäss Postulatsantwort auf dem Areal des heutigen Hallenbads geschaffen werden.
Ein Einbezug der offenen Rennbahn Oerlikon stand schon damals nicht mehr zur Diskussion. Die Betreiber der Rennbahn hatten sich heftig gegen einen Einbezug dieser Sportstätte gewehrt.

Betriebskonzept in Erarbeitung
In der Zwischenzeit wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, welche nun vorliegt. «Zurzeit ist ein Betriebskonzept in Erarbeitung», so das Sportamt. «Zur weiteren Detaillierung des Projekts ist ein Projektierungskredit notwendig.» Darüber befinde der Stadtrat voraussichtlich noch in diesem Jahr. «Zu den Projektkosten liegen derzeit noch keine verlässlichen Berechnungen vor. Die Kosten können erst genau beziffert werden, wenn ein konkretes Projekt ausgearbeitet wird», hält das Sportamt fest. Kosten in der Grössenordnung von gesamthaft 170 Millionen Franken für einen Kombinationsbau wurden allerdings bereits genannt. Mit der Realisierung ist nicht vor Zeithorizont 2025 zu rechnen.

Gute Auslastung zu Spitzenzeiten
Das Hallenbad Oerlikon verzeichnete 384 000 Eintritte im Jahr 2015. Damit liegt es hinter dem Hallenbad City auf Rang 2 der städtischen Hallenbäder. Auf eine Anfrage der Gemeinderäte Martin Götzl und Thomas Monn (beide SVP) betreffend Auslastung der Anlagen in der Stadt Zürich, hält der Stadtrat fest: «Es trifft zu, dass einzelne städtische Hallenbäder zu gewissen Spitzenzeiten stark belegt sind. Die Bevölkerung ist aber insgesamt sehr zufrieden mit dem heutigen Angebot gemäss einer Bevölkerungsbefragung 2015.» Aber nicht nur die öffentlichen Hallenbäder, sondern auch die Schulschwimmanlagen sind gut belegt. In seiner Antwort weist der Stadtrat auch auf das geplante neue Hallenbad in Oerlikon hin.

Ein Neubau ist allerdings bereits jetzt umstritten: «Ein neues Hallenbad würde für mich dann Sinn machen, wenn keine anderen Lösungsmöglichkeiten bestehen und der Bedarf nachhaltig ausgewiesen ist. In Anbetracht meiner schriftlichen Anfrage und den Antworten des Stadtrats ist zum aktuellen Zeitpunkt beides nicht erfüllt», betont Götzl, Präsident der Gemeinderatsfraktion SVP. Und weiter: «Deshalb ist das aktuelle Projekt des Stadtrates mit den aktuellen Informationen nicht unterstützenswert, insbesondere infolge der horrenden Kosten.» 

Die SP sieht es anders, wie Jean-Daniel Strub, Vizepräsident der Gemeinderatsfraktion und Vizepräsident der Kommission Schul- und Sportdepartement, festhält: «Ich bin schon seit längerer Zeit davon überzeugt, dass es einen Neubau fürs Hallenbad Oerlikon braucht, denn eine Sanierung nützt nur auf Zeit. Die Kombination mit der Eisbahn finde ich eine gute Idee, denn dadurch werden Flächen für andere Nutzungen wie zum Beispiel Wohnungsbau frei.»



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