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01.03.2017
Zürich West

Als die Bahn die Kreise 4 und 5 trennte


Die Spanischbrötlibahn 1947 beim 100-Jahr-Jubiläum im Bahnhof Zürich, fotografiert von Albert Schönbächler, dem Grossvater des Autors, der ebenfalls Eisenbahner war.

1847 bis 2017: Ein historischer Rückblick auf Bahnjubiläen in «Zürich West». Dabei fällt auf, dass Jahren mit einer «7» am Ende oft eine besondere Bedeutung zukommt.

Robert Schönbächler

Ausgelöst durch die Industriealisierung wird im 19. Jahrhundert das Transportwesen umgewälzt, die Mobilität vergrössert und die Verstädterung beschleunigt. Der Eisenbahnbau führt zu ersten, grösseren räumlichen Eingriffen in die vorstädtischen Gebiete.

1847: Spanischbrötlibahn

Im Jahr 1847 wird mitten durch das Limmattal die 23,333 Kilometer lange Eisenbahnlinie Zürich–Baden angelegt. Die erste schweizerische Eisenbahn, die Spanischbrötlibahn, benennt nach dem beliebten Gebäck, das man in Baden kaufen konnte, nimmt im Kriegsjahr (Sonderbundskrieg), am 9. August 1847, um 7.30 Uhr den Betrieb auf. Täglich verkehren vier Züge in jede Richtung und bei schönem Wetter wird an Sonntagen ein zusätzlicher Zug geführt.

Für den Anfang genügt ein Wagenpark von 31 Personen- und 9 Gepäck-, Güter- und Viehwagen. Im Buch «Zürich 1814–1914» von Samuel Zurlinden kann nachgelesen werden, dass die Bahn rentiert. Bereits in den ersten Wochen werden zwischen Zürich und Baden gegen 25 000 Personen befördert.
Zeitgleich wird auf dem Terrain des alten Schützenplatzes von Zürich der erste von

Gustav Albert Wegmann erbaute Bahnhof mit fünf Schienenpaaren und einer Drehscheibe eröffnet. Für die damalige Gemeinde Aussersihl, die heutigen Stadtkreise 4 und 5, wirkt sich jedoch die Streckenführung der Spanischbrötlibahn auf die siedlungspolitische Entwicklung nachhaltig aus. Die Bahnlinie trennt Aussersihl in zwei Teile und ist nur an wenigen Stellen, vorerst zu Fuss und mit Wagen, später auf den zwei parallel von der Limmat zur Badenerstrasse erstellten Strassen her, erreichbar. Diese «Barriere» wird 1912 als politische Grenze anerkannt: Südlich des Bahnareals entsteht der Kreis 4 (Aussersihl), nördlich der Kreis 5 (Industriequartier).

1847: Erster Altstetter Bahnhof

Am 9. August 1847 wird durch die Schweizerische Nordbahn (SNB) das erste Bahnhofgebäude in Altstetten eingeweiht. Der damals weit ausserhalb des Dorfes gelegene Bahnhof, trennt durch seine schnurgerade Geleise-Linienführung das Dorf in zwei Teile. Der heutige, vierte Bahnhof von Altstetten stammt aus den Sechzigerjahren. Im Jahr 1967 wird der Schnellgutbahnhof in Zürich Mülligen gebaut; in Zürich entsteht das «Shop-Ville» und der Bahnhofplatz wird umgestaltet. – Am 20. September 2007 erfolgt der Spatenstich für den unterirdischen Durchgangsbahnhof und für den Weinbergtunnel nach Zürich Oerlikon.

1897: Güterbahnhof eröffnet

Nachdem sich der Güterverkehr in den Jahren zwischen 1886 und 1896 mehr als verdoppelte (680 000 Tonnen), eröffnet die Schweizerische Nordostbahn (NOB) am 15./16. Mai 1897 in Aussersihl an der Hohlstrasse 150 den neuen Güterbahnhof. Es handelt sich um eine hufeisenförmige Kopfbahnhofanlage mit säge- bzw. sattelförmiger Ladegleisanordnung. Im Mai dieses Jahres beginnen hier die Bauarbeiten für das vom Volk bewilligte Polizei- und Justizzentrum (PJZ).

1927: Reiterbahnhof und Bus A

Nachdem im Juli 1875 die NOB-Linie Zürich HB–Thalwil den Betrieb aufnimmt, wird am 15. November 1914 die Tieflegung der «Seebahn» beschlossen. Der Landerwerb dafür dauerte drei Jahre. Dem Projekt wurden in der Folge 53 Häuser mit 159 Wohnungen geopfert. Die Bauarbeiten dauerten von 1918 bis 1927. Im März 1927 befahren die SBB zwischen dem Zürcher Hauptbahnhof und Zürich-Wollishofen den heute noch gewohnten Weg in Tunnels und Bahneinschnitten. Ab Juni 2003 fahren die Schnell- und Güterzüge zwischen Zürich HB und Thalwil im Tunnel der Bahn 2000.

Am 1. März 1927 eröffnet an der Birmensdorferstrasse 80 der Bahnhof Zürich Wiedikon, übrigens der einzige Reiterbahnhof der Schweiz. Notabene wird im gleichen Jahr, am 8. August 1927, der «Kraftwagenbetrieb der Städtischen Strassenbahnen Zürich» mit fünf Autobussen auf der «A» eröffnet. Sie bediente die Strecke Utobrücke–Schmiede Wiedikon–Krematorium–Hardplatz–Escher-Wyss-Platz–Nordbrücke–Schaffhauserstrasse–Rigiviertel.



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