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01.03.2017
Zürich West

Ein Zimmer, aus dem man fliehen will


Ist etwas unter der Matratze versteckt? Im «Room 67» muss man alle Hinweise finden. Ein genauer Blick lohnt sich. Foto: pw.

Wer hier eingesperrt wird, braucht Nerven und Talent für knifflige Rätsel. Das Novotel Zürich West hat Anfang Februar den ersten «Escape Room» in einem Schweizer Hotel eröffnet.

Eine Landstrasse im mittleren Westen der Vereinigten Staaten, es wird langsam Abend und zum Glück erblickt man am Strassenrand das Schild eines Motels. Die zwei jungen Frauen und Männer sind müde von der Reise. Zwar wirkt das Motel alt und marode, doch es ist die einzige Absteige weit und breit. Sie entscheiden sich, zu bleiben. Als der seltsame Hotelbesitzer ihnen die Schlüssel zum Zimmer 67 gibt, zögern sie kurz, doch die Müdigkeit siegt. Die Wände sind abgewetzt, das Bett unordentlich, man fühlt sich in die 80er-Jahre zurückversetzt. Und dann hört man das Schloss klicken. Die Gruppe ist eingesperrt.

Zum Glück ist alles Teil eines Spiels. Das schäbige Zimmer befindet sich seit Anfang Februar im Novotel in Zürich West. Das Hotel, welches zu Accor Hotels Schweiz gehört, hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um sein neues Zimmer-Konzept in der Öffentlichkeit zu bewerben. Sie haben ein Sitzungszimmer zu einem «Escape Room» umgebaut. «Wenn man mal eine richtig schlechte Hotelerfahrung gemacht hat, dann weiss man den professionellen Service und den hohen Standard von Novotel noch viel mehr zu schätzen», meint Daniela Chiani von der Medienstelle «AccorHotels Schweiz» augenzwinkernd.

«Dieser Raum ist nichts für schwache Nerven», so Chiani. Angelehnt ist das Konzept an die «Adventure-Rooms» oder «Escape Rooms», die es bereits in verschiedenen Varianten in Zürich gibt. Beim sogenannten Real Life Adventure Game muss man selbst aus einem Raum ausbrechen – in dem man Rätsel löst. Im Fall des «Room 67» im Novotel, der gemeinsam mit dem Anbieter «Zürich Escape» entwickelt wurde, hat man 60 Minuten Zeit. An der Wand blinkt eine digitale Uhr, die erbarmungslos herunterzählt.

Suchen in der Dunkelheit

«Also hier finde ich nichts», ruft eine Teilnehmerin, die gerade einen Schrank nach Hinweisen abgesucht hat. Sie ist eine der vier ehrgeizigen Spieler an diesem Abend. «Haben wir irgendetwas, um diese Tür hier aufzukriegen?», fragt derweil ein anderer. Zuerst kommt die Gruppe schnell voran. Jeden Gegenstand, der nicht und niet- und nagelfest ist, tragen die Spielerinnen und Spieler zusammen. Als zwanzig Minuten vorbei sind, blicken sie zur Uhr. «Leute, so schaffen wir den Rekord nicht.» Der liegt bei 35 Minuten. «Der Raum gilt als eher schwer», meint dazu Chiani von Accor Hotels. Geeignet sei er ab zwölf Jahren. «Man sollte mindestens zu zweit kommen, dann macht es mehr Spass», empfiehlt Chiani.


Spass hat auch die Gruppe, doch die Zeit verrinnt. Plötzlich geht das Licht aus. Überall sind Codes und Schlüssel versteckt, wer Gegenstände richtig kombiniert, löst Schalter aus. «Hat irgendwer was gedrückt?», fragt einer. «Keine Ahnung, wer hat die Taschenlampe?», kommt die Antwort aus einer anderen Ecke des Raums. In der Dunkelheit wirkt das schäbige Zimmer noch bedrückender. Nur durch ein künstliches Fenster dringt Licht. Allmählich werden immer weitere Rätsel entschlüsselt. Das Licht ist mittlerweile wieder an, dafür kommt von irgendwo Musik. «Tja, liebe Leute, was ist mit dem Radio los?» Am Ende wird auch dieses Geheimnis aufgeklärt. Über ein Walkie-Talkie steht man mit der Spielleitung in Kontakt, doch das Team nutzt diesen Joker erst, als es schon zu spät ist. Fünf Minuten vor Schluss überwinden sie ihren Stolz: «Das schreibst du aber nicht», sagt ein Spieler.

Zeit abgelaufen

Die 60 Minuten sind abgelaufen, das Spiel ist vorbei. Nur ein Hinweis hatte gefehlt, damit sie den Türcode richtig erraten hätten und frei gewesen wären. «Die Mehrheit schafft den Raum nicht», verrät Chiani. Man solle für sein Geld möglichst viel erhalten – also auch 60 Minuten voller Rätsel. «Das nächste Mal müssen wir besser zusammenarbeiten», lautet das Fazit der Gruppe.
Mindestens ein Jahr soll es den «Room 67» im Novotel Zürich West geben, «danach schauen wir weiter», sagt Daniela Chiani. Bis jetzt sei man zufrieden mit dem Erfolg. «Am Wochenende sind wir jeweils fast ausgebucht.»

«Room 67» im Novotel Zürich West. Preis: 2 Personen 89.90 Franken. 3–4 Personen 119.90 Franken. www.zurichescape.ch.



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