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01.03.2017 Von: Nuria Peón

Züriberg

Neuer Verein setzt sich schweizweit für Tierrechte ein


Niklaus Schneider, Nico Müller, Interviewpartnerin Céline Schlegel, Pablo

Sechs Studierende zwischen 20 und 30 Jahren haben in Zürich den Verein «Animal Rights Switzerland» gegründet. Es arbeiten bereits über 200 Freiwillige mit.

Wer ist «Animal Rights Switzerland»?
Céline Schlegel, Vizepräsidentin: Wir sind ein Verein mit Sitz in Zürich und gemeinnützigem Anspruch, der sich grundsätzlich dafür einsetzt, dass Tiere Rechte bekommen.

Weshalb habt ihr den Verein gegründet?
Unser Ziel ist, Tiere auf juristischer Ebene richtig zu schützen. Nicht wie der bestehende Tierschutz, der Grundsatzprobleme aufweist. In dieser Hinsicht ist die Schweiz mit dem direktdemokratischen System ideal für die Einführung der Tierrechte.

Weshalb braucht euch die Schweiz?
Primär brauchen uns die Tiere, vor allem jene, die in der Schweiz verarbeitet werden. Wir möchten, dass es den Tieren besser geht.

Es ist euch bewusst, dass es ein langer Prozess ist, bis zu den Tierrechten...
Absolut. Aber wenn wir sehen, was in den letzten 50 Jahren alles passiert ist, ist es gut möglich, in den nächsten 50 Jahren Tierrechte umzusetzen. Wir haben gute Argumente und sind uns sicher, dass die Bewegung weiter wachsen wird.

Wie möchtet ihr das erreichen?
Die Idee ist nicht, dass wir durch das Gesetz diktatorisch vorgeben. Wir möchten erst Akzeptanz für das Thema in der Gesellschaft schaffen und an den Punkt kommen, an dem es den Leuten nicht mehr unangenehm erscheint, ohne Tiernutzung zu leben. Die gesellschaftliche Entwicklung geht der rechtlichen vor. Der rechtliche Aspekt ist in der Schweiz simpel, weil das Volk Tierrechte in die Verfassung schreiben kann.

Welche Rechte würdet ihr einführen?
Prinzipiell geht es um Grundrechte, vor allem das Recht auf Leben und Unversehrtheit. Ein weiteres ist beispielsweise das Recht auf Rechtspersönlichkeit: So kann den Tieren das Recht nicht entzogen werden. Denn bisher werden Tiere in der Verfassung nicht durch Rechte geschützt.

Was unterscheidet euch von bestehenden Organisationen und Vereinen?
Viele Organisationen sind nur in Grossstädten vertreten oder auf bestimmte Themen spezialisiert. Unser Fokus ist breit und wir sind in der ganzen Deutschschweiz aktiv. Wir sind auch gut vernetzt mit Organisationen, die ähnliche Ziele haben.

Ist eine Zusammenarbeit denkbar?
Ja. Zurzeit arbeiten wir beispielsweise mit der Veganen Gesellschaft Schweiz am Projekt «Züri Vegan». Es werden bestimmt weitere Zusammenarbeiten folgen.

Was sind eure nächsten Schritte?
Momentan sind wir mit Flyer-Kampagnen aktiv. Wir veranstalten ebenfalls an der Universität eine Lesegruppe zum Thema Tierrechte. Dann kommt im Frühling ein wichtiges Thema: Ostern, der höchste Punkt der Eierproduktion und der Hühnerschlachtung. Auf diese Problematik möchten wir hinweisen und zudem Alternativen für ein veganes Osterfest aufzeigen.

Wie bringt ihr Veganismus näher?
Wir können den Leuten nicht die blosse Forderung stellen, keine Tiere mehr zu verletzen. Wir möchten ihnen zeigen, wie es geht und dass es geht. Deshalb entwickeln wir momentan ein Programm, wo sich die Leute einschreiben können, um während 22 Tagen Tipps für eine vegane Lebensweise zu erhalten. Wir zeigen also Probleme auf, liefern aber zugleich Lösungen.

Veganismus und Tierrecht sind kontroverse Themen, die auf Widerstand stossen – wie erlebt ihr das?
Bis jetzt haben wir noch keine Konfrontationen gehabt. Beim Verteilen von Flyern kommen jedoch manchmal Rückmeldungen von einigen, die das abstrus finden. Aber unser Ziel ist es nicht, denn Leuten an den Kragen zu gehen, sondern sie mit guten Argumenten zu überzeugen. Wir verurteilen auch niemanden, der tierische Produkte konsumiert.



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