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01.03.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Sunnige Hof: «Wir wollen im Moment nicht expandieren»


Im Mattenhof in Schwamendingen entstehen Ersatzneubauten. Foto: pm.

Die Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof feiert ihr 75-jähriges Bestehen. Zurzeit ersetzt sie ihre Siedlung im Mattenhof in Schwamendingen durch Neubauten. Neu bauen oder Liegenschaften dazu kaufen, will sie im Moment aber nicht.

Die Gründer der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof im Jahr 1942 standen dem Gedankengut des sozialen Kapitals von Gottlieb Duttweiler nahe. Als Anfangskapital standen ihnen 700 Franken zur Verfügung. Bereits im März 1943 konnte die Genossenschaft Land im Riedacker und Mösli an der Stadtgrenze zu Dübendorf in Schwamendingen kaufen. Der Spatenstich für die erste Siedlung mit 79 Reiheneinfamilienhäusern folgte im April 1943. Seither hat die Siedlungsgenossenschaft einige weitere Siedlungen erstellt beziehungsweise Liegenschaften dazu gekauft, so in Oerlikon, Albisrieden, Altstetten, Unterstrass, in der Enge, und in Wetzikon. Nach wie vor ist der Schwerpunkt aber in Schwamendingen.

Viele Genossenschaften in der Stadt Zürich sind dauernd auf Landsuche für weitere Siedlungen, ganz aktuell zeigen mehrere Interesse am Koch-Areal. Nicht so die Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof. «Die initialisierten Projekte, welche bereits angelaufen sind, werden wir sorgfältig weiterführen», teilt Christina Schneider von der Geschäftsstelle der Siedlungsgenossenschaft auf Anfrage mit. «Wir wollen uns auf die bestehenden Projekte konzentrieren und werden deshalb momentan nicht expandieren respektive ausbauen.»

 

«Unser Ziel sind gut durchmischte Siedlungen»

Ziel der Gründung der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof im Jahr 1942 war es, den Mitgliedern gesunde und preisgünstige Wohnungen zu beschaffen. Dieser Grundsatz gilt heute noch immer, allerdings etwas adaptiert an die heutige Zeit. «Mit unserem Wohnraum sprechen wir die Gesamtbevölkerung ohne ihre Extreme an», hält Christina Schneider von der Geschäftsstelle der Siedlungsgenossenschaft fest. «In der Vermietung achten wir auf eine gute Durchmischung. Das Abbild der Stadtzürcher Bevölkerung dient uns als Vorbild.» Der Sunnige Hof hat keine subventionierten Wohnungen. Die Siedlungsgenossenschaft hat jedoch Belegungsvorschriften.

Langzeitplanung
Die Siedlungen sind unterschiedlichen Alters. Viele stammen noch aus den 40er- oder 50er-Jahren. In den vergangenen Jahren standen zahlreiche Sanierungen und Ersatzneubauten auf dem Programm. «Die Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof hat eine Langzeitplanung für alle Liegenschaften bezüglich Sanierung und Ersatzneubauten erarbeitet und überprüft diese periodisch», erläutert Schneider. «Diese Planung sieht vor, wann anhand des sogenannten Lebenszyklus die Gebäude saniert oder ersetzt werden müssen.»

Zurzeit werden im Mattenhof Ersatzneubauten aufgestellt. Die zweite Etappe wird per 1. Oktober bezugsbereit sein. 177 Wohnungen, aufgeteilt auf 4 Mehrfamilienhäuser und 33 Reiheneinfamilienhäuser, stehen zur Verfügung. Neben bisherigen Genossenschaftern ziehen auch neue Genossenschafter ein. Alle Gewerbelokalitäten sind gemäss Sunnige Hof bereits seit geraumer Zeit vermietet. Im nächsten Jahr soll das Mehrfamilienhaus an der Rieterstrasse in der Enge umfassend saniert werden.

Für die Genossenschaft ist Verdichten und Qualität erhalten kein Gegensatz. «Innerhalb der Quartiere soll massvoll entlang der Einfallachsen, unter Einhaltung einer hohen Aussenraumqualität, verdichtet werden», hält Schneider fest. «Analog der Idee der neuen Bau- und Zonenordnung soll eine maximale Ausnützung mit einer spannenden, dem Quartier dienenden Erdgeschossnutzung erreicht werden.» Dies ist wie erwähnt im Mattenhof der Fall.

Besonders interessant ist das Projekt «Das Haus». Damit hat die Siedlungsgenossenschaft ein umfassendes Projekt entwickelt, das die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen abdeckt. Dieses soll in der zweiten Bauetappe im Mattenhof realisiert werden. Das Projekt fördert Wohn- und Betreuungsangebote rund um das Älterwerden. Die angebotenen Dienstleistungen sollen den Alltag der Mieter vereinfachen. So besteht die Möglichkeit, in den angestammten Siedlungen zu bleiben.

Für ein lebendiges Quartier
Die Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof legt allgemein viel Wert auf verschiedene Angebote und Dienstleistungen in ihren Siedlungen wie Läden und Dienstleistungen in den Erdgeschossen. Damit erfüllt sie quartierspezifische Bedürfnisse. «Eine Genossenschaft, die wie der Sunnige Hof eine gewisse Grösse hat, ist mitverantwortlich für die Gestaltung eines lebendigen Quartiers», betont Schneider. «Bei der Auswahl der Gewerbemieter und der eigenen Dienstleistungen wird hoher Wert auf die Erfüllung der Grundbedürfnisse innerhalb des Quartiers gelegt wie zum Beispiel Arztpraxen, Bäckerei/Café, Treffpunkt, Reinigung, Seniorencafé, Coiffeursalon, Carsharing, Quartierläden, Gemeinschaftsgarten, Kindergarten und anderes.

Kleinere und grössere Anlässe
Zum 75-Jahr-Jubiläum plant die Siedlungsgenossenschaft während des ganzen Jahres kleinere Anlässe und Attraktionen. Ein Dauerbrenner ist der monatliche Wettbewerb «Sunnige Hof Trophy». Dieser soll den Genossenschaftern Geschichte und Philosophie der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof näherbringen. Mit einem besonderen Fest wird im September das Jubiläumsjahr gebührend gefeiert. Es soll ein erlebnisreicher Tag werden.



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