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01.03.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Wie Strassen zu ihren Namen kommen


Pflanzennamen und Vornamen sind in Oerlikon oft vertreten. Foto: kst.

ie kommen Zürichs Strassen und Plätze zu ihren Namen? An einem unterhaltsamen Nachmittag im reformierten Kirchgemeindehaus Oerlikon erfuhren die zahlreich erschienenen Interessierten einiges über die Arbeit der  Strassenbenennungskommission.

2505 Strassen, Wege und Plätze gibt es in der Stadt Zürich – wer behält da die Übersicht? Und wer bestimmt, wie eine neue Strasse heissen soll? Bildung und Begegnung, ein gemeinsames Angebot der reformierten und römisch-katholischen Kirche Oerlikon, organisierte am Freitag einen Nachmittag zum Thema Strassennamen. Erste Referentin war Charlotte Koch Keller, Geschäftsführerin der Strassenbenennungskommission Zürich. Diese Kommission wurde bereits 1906 gegründet mit dem Ziel, eine klare Orientierung zu schaffen. Sie besteht nebst der Geschäftsführerin aus vier Mitgliedern, die an fünf bis sechs Sitzungen pro Jahr Vorschläge für neue Benennungen überprüfen und schliesslich dem Stadtrat zur Bewilligung vorlegen.

«Die Vorschläge kommen aus der Bevölkerung, von Architekten und Baugenossenschaften», erzählt Charlotte Koch Keller. «Sie werden jeweils auch mit den zuständigen Quartiervereinen besprochen.» Bei der Namensgebung sollte ein Bezug zum Quartier vorhanden sein. So sind auf dem Hönggerberg zum Beispiel viele Wissenschafter wie Einstein verewigt und in Neu-Oerlikon Menschen aus den Bereichen Industriegeschichte, Politik und Kultur. «Bedingung, dass man auf einem Strassenschild verewigt wird, ist, dass man nicht mehr lebt.» Auch andere Hintergründe seien wichtig. Der Name müsse in die Umgebung passen. So liege etwa die Seestrasse am See und die Bahnhofstrasse am Bahnhof.

Ein Quartier der Blumen
Andreas Oprecht, ehemaliges Mitglied der Strassenbenennungskommission, hat sich für die anwesenden Oerlikerinnen und Oerliker bei den 150 Strassen im Quartier umgesehen. «Ein grosse Gruppe bilden Blumen- und Pflanzennamen», erzählte er. Ob Blüten, Begonien, Krokus oder Mimosen, Hamamelis, Lavendel, Liguster oder Malven – in Oerlikon scheint es einstmals bunt geblüht zu haben. Bei manchen Strassen kann man den Ursprung heute kaum noch erkennen. So ist zum Beispiel die Ringstrasse heute schnurgerade. «Aber 1800, als sie benannt wurde, führte sie ringförmig um eine Siedlung.» Manche Flurnamen dürften noch aus vorgeschichtlicher Zeit stammen, zum Beispiel Heidegraben, Allenmoos, Riedgraben oder Funkacker (vermutlich hat dieser Acker einst dem Bauern Funk gehört). Bei manchen Namen sei der Kommission wohl die Fantasie ausgegangen. «Wie sonst käme man auf den Namen Querstrasse?»

Die Kommission plant übrigens eine Neuauflage des Buches über Zürichs Strassennamen von 1999.



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