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08.03.2017 Von: Nuria Peón

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Die IT-Twins: Frauenpower im Doppelpack


Die Zwillinge Ivana und Viera Klasovita lieben Mathematik und Informatik über alles. Foto: Nuria Peon

Sie sind im letzten Jahr des Gymnasiums, nehmen an nationalen Wettbewerben teil und haben noch Zeit, Nachhilfeunterricht zu geben: Die beiden Zwillingsschwestern Ivana und Viera Klasovita.

Im Mathematisch-Naturwissenschaftlichem Gymnasium (MNG) Rämibühl warten an ihrem schulfreien Nachmittag zwei junge, sich ähnelnde Frauen. «Wir haben mit einigen Kolleginnen noch etwas Mathe in der Zwischenzeit gemacht», erzählen sie. Es sind die 17-jährigen Zwillinge Ivana und Viera Klasovita.

Olympiaden-Kennerinnen
Sie nehmen gemeinsam regelmässig an der Schweizer Informatikolympiade (SOI) sowie an der Schweizer Mathematikolympiade (SMO) teil. Ivana und Viera sind in der diesjährigen SMO bereits eine Runde weitergekommen und werden somit am 11. und 12. März die Finalrundenprüfungen absolvieren. Auch an der SOI 2017 haben es die beiden in der ersten Runde als bestplatzierte Frauen auf den elften und zwölften Platz geschafft. Sie haben sich somit für die nächste Runde qualifiziert, dessen praktische Aufgaben vom 10. bis 13. März zuhause gelöst werden müssen. Bei diesem Wettkampf-Repertoire ist es also kein Wunder, dass die Zwillinge ausgerechnet das MNG Rämibühl besuchen. Denn die Leidenschaft der Zwillinge für technische Fächer geht weit über den Schulunterricht.

Die «Freizeit» leidet
«An der SOI haben wir bereits letztes Jahr mitgemacht, bei der SMO sind wir jetzt zum fünften Mal dabei», erklärt Ivana. Auf die SMO sind sie durch einen Mathematikkurs aufmerksam geworden; das Interesse für die SOI ist durch «genügend Freizeit» entstanden. Das nötige Wissen für diese Wettbewerbe erlernen Ivana und Viera jedoch nicht nur im Unterricht: «Unsere Freizeit leidet sehr darunter, weil wir in der Schule nicht für alles Zeit haben und uns einiges nicht beigebracht wird.» Ein Beispiel ist die Programmiersprache C++, welche für die zweite Runde der SOI verlangt wird. «Es macht uns aber nicht viel aus, weil wir Spass daran haben», fügen sie hinzu. Für die Zwillinge gehören Mathematik und Informatik schon seit längerer Zeit zu ihren Hobbys.

Das Zwillinge-Sein
Obwohl sie sehr gut miteinander auskommen und sich gegenseitig unterstützen, ist das Zwillinge-Sein, vor allem an Wettbewerben, nicht immer einfach. Abgesehen davon, dass immer «ein Drama daraus gemacht wird, wenn Zwillinge vor Ort sind», haben die 17-Jährigen ständig das Gefühl, dass extrem auf sie geachtet werde. «Wenn eine von uns auf die Toilette geht, wird gleichzeitig auch die andere beobachtet», schildern sie ein Beispiel.
Auch die dauernde Vergleiche seien nervig. Geschwister würden bereits ständig miteinander verglichen, bei Zwillingen höre das jedoch nirgendwo auf, erzählen Ivana und Viera: «Es wird wirklich alles verglichen, von den schulischen Leistungen bis zur Kleidung. » Obwohl die Schwestern gemeinsame Interessen und schulische Stärken teilen, sind sie sehr verschieden. «Ivana ist sehr intelligent, eher extrovertiert und die faulere von uns beiden», beschreibt Viera ihre Zwillingsschwester. Ivana charakterisiert Viera hingegen als «ambitioniert, ruhig und fleissig».Gemeinsam haben sie wiederum das Lieblingsfach Mathematik. «Wir haben in diesem Fach einen coolen Lehrer, das macht viel aus», sagt Ivana.
Wer von ihnen beiden besser sei, könnten sie aber nicht beantworten: «Das ist eine gemeine Frage», meinen sie schmunzelnd. Denn im Fach selber gehen die gebürtigen Slowakinnen erneut auseinander: Viera hebt sich in der Geometrie ab, Ivana in der Kombinatorik. «Ein paar bessere Noten von Viera liegensicher daran, dass ich die bequemere von beiden bin», fügt Ivana lachend hinzu.

Technische Zukunft
Auch in Zukunft planen beide, im technischen Fachbereich zu bleiben. Die Antwort auf die Frage, was sie nach dem Gymnasium machen möchten, kommt einstimmig: «An die ETH gehen. » Viera will dort Mathematik studieren; Ivana ist noch unsicher und schwankt zwischen den Studiengängen Mathematik, Informatik und Elektrotechnik.
«In der Technik kann man immer wieder Neues finden und auch erfinden, es existiert nicht bereits alles», finden die Zwillinge an diesem Werdegang faszinierend. Auch ihre Eltern fänden es toll, dass sie weiterhin in diesem Bereich tätig sein wollen.
«Ausser wenn wir deswegen nicht so oft zu Hause sind», ergänzt Viera. Grundsätzlich seien aber alle begeistert davon, dass es mal etwas weibliche Unterstützung in technischen Gebieten gebe.

Zeit für alles
Zu den Stärken der Zwillinge gehören ebenfalls die Koordinationsfähigkeit und Willenskraft. Denn an ihrem schulfreien Nachmittag verabschieden sich Ivana und Viera nicht, um nach Hause zu gehen, sondern um sich weiter der Mathematik zu widmen. «Ich gebe jetzt noch Mathematiknachhilfe», sagt Ivana. Viera löst in dieser Zeit einige Mathematikaufgaben. «Nachhilfeunterricht gebe ich morgen», fügt sie hinzu.



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