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08.03.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Familiengärtner bereiten sich auf Räumung vor


Der Vorstand des Familiengartenvereins Seebach. Foto: pm.

Der Familiengartenverein Seebach muss in den nächsten Jahren die beiden Areale Eichrain und Grubenacker wegen Bauprojekten räumen. Die Kündigungen fürs Eichrain werden Ende Jahr erwartet. Die Kosten für die Räumung sind immens.

Noch hat der Familiengartenverein Seebach 246 Gärten in den Arealen Frohbühl, Eichrain, Grubenacker und an der Seebacherstrasse. Auf dem Areal Eichrain ist ein städtisches Alterszentrum mit Baubeginn 2019 geplant. Auf dem Areal Grubenacker (Thurgauerstrasse) sind Siedlungen, Schulhaus und Park vorgesehen, mit Baubeginn des Schulhauses 2021, falls keine Rekurse eingehen. Für beide Projekte wird eine Volksabstimmung durchgeführt. Vor allem auf dem Areal Grubenacker rechnet der Familiengartenverein mit Verzögerungen infolge von Einsprachen. Trotzdem, dem Verein werden schliesslich noch 57 Gärten bleiben.

Allerdings kann auch mit einem neuen Areal gerechnet werden: Froloch. Dort könnten gemäss Schätzung um die 70 Gärten entstehen. Das hängt unter anderem mit der Form der Gärten zusammen, so zum Beispiel Gemeinschaftsgärten. Letztere werden allerdings vom Verein kritisch beurteilt. Für dieses Areal braucht es noch eine Zonenplanänderung. Diese sollte im Rahmen des neuen Richtplans vom Regierungsrat ungefähr im Sommer genehmigt werden. Die Zeitplanung zwischen Räumung Grubenackerareal und Bezug Froloch sieht jedoch zurzeit eine mehrjährige Lücke vor, was für die Familiengärtner schwierig ist. Einzelne Gärtner ziehen auch einen Umzug nach Affoltern in Betracht, wo in Zukunft mehr Gärten geplant sind.

Und nicht zuletzt entstehen hohe Räumungskosten. Alles, was über der Erde ist wie Bauten, muss abgeräumt werden. Es wird mit 2000 Franken pro Garten gerechnet, also zum Beispiel fürs ganze Eichrain mit um die 40 000 Franken. Dies müssen die Familiengärtner gemäss Vereinbarung mit Grün Stadt Zürich übernehmen. Um zu verhindern, dass Gärtner ihre Parzelle vorzeitig, das heisst, ohne Kostenübernahme verlassen, wird bereits jetzt 2000 Franken von Gärtnern verlangt, die die «Flucht ergreifen», wie sich Jean-Pierre Zellweger, Präsident des Familiengartenvereins Seebach, anlässlich der Generalversammlung ausdrückte.

Dass der Verein, der ein Vermögen von ungefähr 200 000 Franken hat, infolge der Räumungskosten in Konkurs geht, ist möglich. Die Vorstandsmitglieder sind aber optimistisch, dass eine gute Lösung gefunden wird. Gedacht wird unter anderem an eine solidarische Beteiligung aller Familiengärtenvereine der Stadt an den Kosten. «Wir wollen die Kündigungen rechtzeitig aussprechen, damit die Gärtner wissen, woran sie sind», hielt Reto Mohr von Grün Stadt Zürich fest. Eine etappenweise Räumung der Areale sei unwahrscheinlich.

Wasser sparen
Zellweger wies zudem darauf hin, dass die Gärtner Wasser sparen sollten, denn die Sommer seien immer heisser. Auch hielt er fest, dass bei der Cheminée-Feuerung darauf geachtet werden solle, dass nicht zu viel Rauch entstehe. Auch wies er darauf hin, das Zigarettenstummel richtig entsorgt werden sollten. Zellweger appellierte allgemein an das Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein. Ein weiteres Problem ist die Seebacher Chilbi. Die Anzahl Besucher und Helfer wird immer kleiner. Auf eine spontane Frage an der GV meldete sich niemand. Aufwand und Ertrag stimmen nicht überein. Ein weiterer Kritikpunkt waren die Parkplätze bei den Gärten.

Trotz all diesen Botschaften war die Stimmung an der Generalversammlung gut. Die Anwesenden unterhielten sich rege, genossen ein Abendessen und hörten Musik.



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