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08.03.2017 Von: Annina Just

Küsnachter

Küsnachter Gewerbler trotz Verlust zufrieden


Der altehrwürdige «Sonnen»-Saal bot einen gediegenen Rahmen für die GV des Gewerbevereins. Foto: Annina Just

Viele News an einem Abend: An der GV des Gewerbevereins Küsnacht gab es einen Rücktritt, einen neuen Bezirkspräsidenten und einen Verlust in der Vereinskasse zu vermelden.

Wenn sich der Küsnachter Gewerbeverein (GV) zur Generalversammlung trifft, wird traditionsgemäss mit der grossen Kelle angerührt: Apéro und Gala-Dinner mit künstlerischer Darbietung umrahmen den offiziellen Teil der Versammlung. Der Verein lässt sich den Anlass im Seehotel Sonne stolze 11 000 Franken kosten.
Das Festmahl musste allerdings verdient sein: Fast zwei Stunden dauerte die Bearbeitung der Traktandenliste inklusive der Referate von drei Gästen. Einer davon war Philippe G. Chevroulet, Ad-interim-Präsident des Gewerbeverbands Bezirk Meilen. Er informierte die knapp 60 teilnehmenden Vereinsmitglieder und ihre Begleiter über die erfolgreich verlaufene Suche nach einem neuen Verbandspräsidenten. «Wir sind sehr glücklich über die Lösung, die wir nun präsentieren können», so Chevroulet. Als neuer Präsident werde der Delegiertenversammlung im Mai Peter Vollenweider, FDP-Kantonsrat aus Stäfa, vorgeschlagen. Er wird auf Jürg Waldvogel folgen, der im Dezember nach nur einem Jahr in diesem Amt zurückgetreten war.

«50-Jahr-Planungs-Jubiläum»
Im präsidialen Jahresrückblick kam Schneider dann kurz auf die politischen Entwicklungen in den USA und in Europa zu sprechen und lobte sich die Schweiz – genauso wie die verschiedenen gut gelungenen Anlässe des vergangenen Vereinsjahres.
Aufgrund eines Leserbriefs in dieser Zeitung («Küsnachter» vom 23. Februar) betrachtete er es als notwendig, auf das Verhalten des Gewerbevereins im Zentrums-Abstimmungskampf zu sprechen zu kommen. «Der Vorstand des Gewerbevereins hat sehr wohl Flagge gezeigt, allen voran unser Detaillisten-Obmann Andreas Eugster », so der Präsident zum Vorwurf, der Gewerbeverein habe sich zu wenig entschieden für das Projekt Zentrumsentwicklung eingesetzt. Ein noch grösseres Engagement wäre aber gemäss Schneider sehr schwierig gewesen, da die Mitglieder aus verschiedenen Lagern kommen und man daher schlecht deren Gelder für eines der beiden Projekt habe ausgeben können. «Nun feiern wir nächstes Jahr das 50-Jahr-Planungs-Jubiläum des Parkplatz-Provisoriums. Da wäre doch ein Fest angebracht», scherzte «Schneidi». Damit könne man die beiden Zentrums-Fronten vielleicht wieder vereinen, so der SVP-Gemeinderat.

Leichtes Minus 2016
Etwas weniger Grund zum Scherzen gab es bei der Präsentation der Jahresrechnung 2016, die jedoch ohne Gegenstimme angenommen wurde. Der Gewerbeverein beendet das vergangene Vereinsjahr mit einem Verlust von rund 1700 Franken. Insbesondere bei der Dorfpost wurde das Ziel verfehlt. «Wir werden diese Entwicklungen im Auge behalten und schauen, dass es nicht zu einem strukturellen Defizit kommt», meinte Thomas Fisler, der im Vorstand für die Finanzen zuständig ist. In den letzten 19 Jahren habe die Dorfpost wesentlich dazu beigetragen, dass ein Vermögen geäufnet werden konnte. Die aktuelle Finanzlage lasse noch ein bis zwei Jahre rote Zahlen für die Gewerbezeitschrift zu, danach müsse jedoch die Trendwende kommen. «Oder wir müssen sonst zu sparen beginnen», so Fisler. Für 2017 budgetiert der Verein dann auch ein Minus von gut 5000 Franken. Aufgrund der vorgegebenen Traktandenliste wurde dies erst bekannt, nachdem bereits unveränderte Mitgliederbeiträge beschlossen wurden. Dies veranlasste Revisor Norbert Cajochen dazu, für ein nächstes Mal eine umgekehrte Reihenfolge vorzuschlagen. «Dann hätte wohl der eine oder andere für eine Beitragserhöhung gestimmt», meinte Präsident Schneider einsichtig.

Nur noch eine Amtszeit
Das Traktandum Wahl des Gesamtvorstandes brachte ebenfalls neue Entwicklungen zutage: Präsident Martin Schneider wurde zwar einstimmig im Amt bestätigte, doch er wiederholte eine Ankündigung, die er bereits letztes Jahr gemacht hatte: «Dies ist definitiv meine letzte Amtsperiode. Nach dieser werde ich 16 Jahre im Amt sein; das reicht.» Es brauche nun neue Leute und neue Idee, so der Präsident. Wenn sich jemand vor Ablauf der nun angebrochenen zweijährigen Amtszeit zur Verfügung stelle, räume er sehr gerne den Posten. Dies tut auch Lorenzo Senese. Der Dienstleister- Obmann gab nach sechs Jahren seinen Rücktritt bekannt. Grund ist ein Stellenwechsel, aufgrund dessen er nun öfter von Küsnacht weg sei. Martin Schneider dankte dem scheidenden Vorstandsmitglied und hielt fest, dass bereits einige Gespräche mit potenziellen Nachfolgern stattgefunden hätten, und zeigte sich zuversichtlich, der Versammlung nächstes Jahr einen Kandidaten vorschlagen zu können.

Neue Gemeinderätin stellt sich vor
Nach der Ernennung der ehemaligen Vorstandsmitglieds François G. Häberli zum Freimitglied und dem Verlesen der Mutationen war es dann Zeit für die weiteren Gastreferate.
Die neue Küsnachter Gesundheitsvorsteherin Susanna Schubiger bekam die Gelegenheit, sich den ortsansässigen Gewerblern vorzustellen. Die GLP-Politikerin gab den Anwesenden einen kurzen Einblick in ihr Spezialthema, die Alterspolitik. «Die Dreiteilung von Ausbildung, Arbeit und Pension hat heute ausgedient», hielt Schubiger, die an der Universität Zürich Gerontologie studiert hatte, fest. Eine der zentralen Fragen sei daher heute, wie die Menschen mit Übergängen zwischen verschiedenen Lebensphasen umgehen. «Es ist die Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass es möglichst keine Hindernisse gibt und auch 50-Jährige noch Arbeit finden können », so die Nachfolgerin von Gemeinderat Marin Bachmann. Sie selber stehe nach 16 Jahren im gleichen Unternehmen ebenfalls bald wieder vor einem Übergang. Dieser sei wichtig, «um die Freude und Neugierde am Beruf hochzuhalten». Mit 54 Jahren müsse sie nämlich damit rechnen, noch 20 Jahre zu arbeiten. Für ihr weitsichtiges und auch persönliches Referat erhielt die gebürtige Küsnachterin viel Applaus.
Nach lobenden Worten von Thomas Hess, Präsident des Kantonalen Gewerbeverbands, für den Küsnachter Gewerbeverein und einem kurzen Exkurs in die kantonale Politik ging es dann auch zum zweiten Apéro und bald zum Nachtessen über.
Danach sorgte die an diesem Anlass bereits gut bekannte Musikerin Larissa Baumann zusammen mit der Stepptänzerin Fatima N’Gom für beste Unterhaltung. Was diese beiden Frauen nur zu zweit auf die Bühne zauberten, war beeindruckend und ein würdiger Abschluss des Grossanlasses.



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