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15.03.2017 Von: Bastian Bernhard

Züriberg

Dank Werner van Gent gelingt «Flucht und Asyl» ein spannender Auftakt


Die Ursache der Flüchtlingsströme erklärt Werner van Gent in seinem

Für einen grossen Ansturm auf das Kirchgemeindehaus Neumünster sorgt Werner van Gent mit seinem Vortrag zur Flüchtlingskrise. Dieser überzeugt mit grossem Wissen und schlüssigen Erklärungen.

Werner van Gent glänzt am ersten Abend der Veranstaltungsreihe «Flucht und Asyl» der Kirche Hottingen Neumünster vor einem vollen Haus: Der ehemalige Auslandkorrespondent des Schweizer Fernsehens greift auf sein umfassendes Wissen über den Orient sowie den mediterranen Raum um Griechenland und die Türkei zurück.

Eine komplexe Geschichte
Um die sehr komplexe Flüchtlingskrise etwas greifbarer beziehungsweise die Hintergründe verständlicher zu machen, geht er zunächst auf die Geschichte Afghanistans ein. Denn dort habe der islamistische Terror seinen Ursprung. Van Gent erzählt vom sowjetischen Einmarsch und Abzug, dem darauffolgenden Aufstieg der Taliban – und von Osama Bin Laden.
Van Gent führt die Entstehung des Islamischen Staats zum Teil auf die Machenschaften der al-Qaida zurück. Van Gent bleibt dabei neutral und sachlich. Seine Art und Weise, analytisch, aber doch feinfühlig brutale Ereignisse zu beschreiben, lässt immer wieder ein Raunen durch das gebannte Publikum gehen. Seine Erzählungen sind stets authentisch. Seine Ausblicke blieben zurückhaltend. Er verweist dabei aber auf die unstabile, sehr schnell wechselnde Lage. Eine Prognose sei kaum möglich. Die tragischen Ereignisse werden aufgelockert von Berichten über kleine, erfolgreiche Hilfswerke. Für diese Organisationen ist auch eine Kollekte eingerichtet.

«Europa ist voll von Mauern»
Den Abschluss bildet eine Diskussionsrunde, in die sich das Publikum auch rege einbindet. Besonders die Flüchtlingspolitik Europas wird thematisiert. Auffallend oft fällt das Wort Mauer. So sagt van Gent: «In Europa wird über Trump und seine Mauer geschimpft, aber Europa ist voll von Mauern.» Er spricht einerseits über physische Mauern in Gibraltar oder Griechenland, andererseits über die psychischen und politischen Mauern der Abschreckungsversuche. Auch der türkische Staatspräsident Erdogan und dessen Politik wird thematisiert. Die Rolle der Türkei in der Flüchtlingskrise ist für viele im Publikum unklar. Auf die Frage, ob und wie die asylsuchenden Menschen in ihre Heimat zurückkehren wollten, antwortet er ehrlich und direkt: «Manche können das nicht, für gewisse Bevölkerungsgruppen gibt es keine Lebensgrundlage, keine Heimat mehr in ihrem Ursprungsland.» Auch Werner van Gent hat keine Lösung für das Problem. Es ist ihm aber gelungen der einen oder anderen Person die Ursachen dieser Krise näherzubringen.
Am zweiten Abend präsentierte Stadtpräsidentin Corine Mauch die Hilfsprojekte der Stadt Zürich, sowohl hierzulande als auch im Libanon. Am Mittwoch, am 22. März, wird sich das Hilfswerk der evangelischen Kirche (Heks) vorstellen. Der letzte Abend wird den Menschen aus dem Quartier gewidmet.



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