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15.03.2017 Von: Jeannette Gerber

Zürich West

Für den Theaterdirektor fällt der letzte Vorhang


Unter der Leitung von Peter Brunner hat sich das literarische SogarTheater einen Namen gemacht. (Foto: jg.)

Vor 20 Jahren hat Peter Brunner das Sogar-Theater im Kreis 5 gegründet. Bald wird der Direktor pensioniert. Er übergibt ein literarisches Kulttheater, das heuer vom Regierungsrat die Goldene Ehrenmedaille erhält.

Das Sogar-Theater im Kreis 5 ist zwar räumlich ein kleines Theater, jedoch ein Kleintheater mit grossem Anspruch an sich und das Publikum. Das literarische Kulttheater wurde 1998 vom heute noch aktiven Direktor Peter Brunner gegründet (siehe Kasten). Es hat sich konsequent als literarische Bühne positioniert. Durch Inszenierungen von Theaterliteratur, Lesungen und Adaptionen literarischer Vorlagen hat es sich ein unverwechselbares Image zugelegt. Von Anfang an bildeten professionelle Schauspielerinnen und Künstler als ständige Gäste ein «Ensemble light». Neben ausgesuchten Gastspielen wurde das Schwergewicht auf Eigen- und Koproduktionen gelegt. Es standen regelmässig Ur- und Erstaufführungen auf dem Programm.

Subventionen und Sponsoren

Als Trägerschaft wurde ein Verein ins Leben gerufen. Erster Präsident war der Regisseur und Schauspieler Klaus Henner Russius. Seine Nachfolgerin ist seit 2011 die Winterthurer Ombudsfrau Viviane Sobotich. Der Verein zählt heute 931 Mitglieder, die mit einem jährlichen Mitgliederbeitrag von 50 Franken oder mehr einen Sechstel zum Budget beitragen, was wiederum ein gutes Argument gegenüber der Stadt und dem Kanton ist.

Seit 2008 besteht ein Subventionierungsvertrag mit der Stadt, die das Theater momentan mit einem Jahresbeitrag von 176 000 Franken unterstützt. Der Kanton trägt jährlich 70 000 Franken dazu bei. Folgende Sponsoren sollten nicht unerwähnt bleiben: die Volkart-Stiftung, die Ernst-Göhner-Stiftung und die Egon-und-Ingrid-Hug-Stiftung. Dank der jetzigen Hausbesitzerin, der Dr.-Stephan-à-Porta-Stiftung, ist der Verbleib am heutigen Standort bis auf weiteres gesichert.

Man lebt nicht nur vom Applaus

Auf Initiative der beiden Alt-Stadträte Martin Vollenweider und Martin Waser hat sich ein sogenannter «Freundeskreis Sogar-Theater» gebildet. Es handelt sich um eine Spendenaktion, die dem Theater eine finanzielle Zukunft verschaffen soll. Gesucht werden 33 Menschen, die während vier Jahren jährlich 3000 Franken spenden und die dafür durch spezielle Gegenwerte honoriert werden. Immerhin haben sich bis heute elf Spender eingefunden. Das Theater lebt nicht nur vom Applaus, sondern ist wie jedes Unternehmen von Finanzen abhängig.

Ursina Greuel übernimmt

Peter Brunner spielt als Direktor seit 2O Jahren die zentrale Rolle im Theater, wobei ihn seine Frau Doris Aebi und ein engagiertes Team unterstützen. Für ihn gibt es während der Saison meistens eine 7-Tage-Woche, er kümmert sich von A bis Z um fast alle Belange des Unternehmens, wie Inszenierungen, Planung von Programm und Spielzeiten, Personalführung und Finanzbeschaffung.

Ende August 2018 fällt jedoch für Peter Brunner nach 20 Jahren der letzte Vorhang, er wird pensioniert. Unter seiner Leitung hat sich das literarische Sogar-Theater in Zürich einen Namen gemacht. Seine Nachfolgerin wird Ursina Greuel, eine versierte Theatermacherin, die seit 15 Jahren als Regisseurin und Produzentin in der freien Theaterszene wirkt.

Übrigens: Dieses Jahr erhält das Sogar-Theater die Goldene Ehrenmedaille durch den Zürcher Regierungsrat. Das ist eine Auszeichnung für kulturelle Institutionen und Initiativen, die sich im kulturellen Leben im Kanton Zürich verdient gemacht haben.

Ein sinnliches Erlebnis

Noch bis zum 18. März führt im Programm der deutsche Schauspieler Thomas Sarbacher, bekannt aus unzähligen Fernsehproduktionen, Regie. Seine Frau Ariela Sarbacher erzählt die Lebensgeschichte von Natàlia, die im Spanischen Bürgerkrieg ihren Ehepartner verliert, von ihren Träumen und Visionen und wie sie schliesslich ihr Leben annehmen und selbst bestimmen kann. Die Geschichte basiert auf dem Roman «Placa del Diamant» von Mercè Rodoreda. Während der Aufführung zeigt Ariela 90 Minuten eine derart intensive Präsenz, dass man die Augen kaum von ihren Lippen und Gesten abwenden kann. Ein grossartiges Beispiel von sinnlichem Erlebnis, ganz im Sinne des Sogar-Theaters.

Sogar Theater, Josefstrasse 106, 8005 Zürich. www.sogar.ch



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