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15.03.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich West

Für Scherr war das PJZ die grösste Niederlage


Alt-Gemeinderat Niklaus Scherr (AL) sprach über das Quartier. (Foto: pw.)

Ein Urgestein: An der GV des Gewerbevereins Zürich 4 sprach Alt-Gemeinderat Niklaus Scherr (AL) über seine Zeit im Gemeinderat. Gewerbevereinspräsident Feo Bugno trat nach zwei Jahren zurück.

«Die grösste Niederlage war der Güterbahnhof», erzählte Niklaus Scherr. Der Alt-Gemeinderat der AL ist per Januar nach 38 Jahren aus dem Parlament zurückgetreten. Er hat sich als Politiker immer für den Kreis 4 eingesetzt. An der Generalversammlung des Gewerbevereins Zürich 4 analysierte Scherr als Gastredner die Veränderungen in Aussersihl.

Dass auf dem ehemaligen Areal des Güterbahnhofs an der Hohlstrasse mit dem Polizei- und Justizzentrum (PJZ) eine Grossüberbauung entstehen soll, «war ein grosser Wermutstropfen für mich», so das Polit-Urgestein mit seinem markanten Basler Dialekt. Aus seiner Sicht wäre es eine enorme Chance gewesen, dort etwas Vielfältiges zu schaffen.

Der 72-jährige Scherr zählte auch Erfolge auf, darunter seinen Einsatz für bezahlbaren Wohnraum, wie in der Siedlung Kalkbreite oder im Dreieck zwischen Gartenhof-, Anker- und Zweierstrasse. Als negative Entwicklungen nannte er unter anderem die Europaallee, die als «städtebaulicher Brandbeschleuniger» für unbezahlbare Wohnungen gewirkt habe, sowie die «explodierenden» Bodenpreise im Quartier. Zwischen dem Gewerbe und den Linken gebe es viele Missverständnisse. «Mein Engagement als Linker habe ich immer so gesehen, dass ich mich für die Vielfalt eingesetzt habe», so Scherr.

Keine Reaktion der Post

Vereinspräsident Feo Bugno blickte ebenfalls zurück. Er verwies auf die Demonstration gegen die geplante Postschliessung am Helvetiaplatz, die unter Federführung des Gewerbevereins stattfand. «Leider hat diese Aktion bisher nicht den gewünschten Erfolg gezeigt, was auf die arrogante Haltung unserer Post zurückzuführen ist», sagte Bugno enttäuscht. Von der Post habe man gar nichts gehört, «wir werden nochmals nachfragen, sonst hätten wir diesen Aufwand für nichts gemacht.»

Nach zwei Jahren als Präsident gab Bugno sein Amt ab. «Nicht erreichen konnte ich leider mein Ziel, die Mitgliederzahl erheblich zu steigern.» Er forderte die Anwesenden dazu auf, aktiv Werbung für den Gewerbeverein zu betreiben. Zudem appellierte er an die Solidarität unter den Mitgliedern. Der Verein habe unter anderem den Zweck, wenn immer möglich Dienstleistungen bei den eigenen Mitgliedern in Anspruch zu nehmen. «Es geht bei allem um Solidarität», so Bugno.

Mitgliederzuwachs als Ziel

Seine Nachfolge trat Sigi Huber an, der unter anderem das Restaurant Biergarten führt und bereits im Vorstand war. «Ich sehe die Zukunft unseres Gewerbevereins positiv», erklärte Huber. Auch er setzt sich den Mitgliederzuwachs zum Ziel. Huber: «Ich habe das Gefühl, wir können etwas bewegen.» Bugno bleibt dem Verein als Beisitzer im Vorstand erhalten. Er wolle seine Erfahrung weiterhin einbringen und am Thema Postschliessung dranbleiben.

Aus dem Vorstand ausgetreten ist hingegen aus beruflichen Gründen Florian Schläfli. Auf ihn folgt Michel Wenzin, Geschäftsführer des Informatikunternehmens Mybite AG. «Den Gewerbeverein habe ich als sehr positive Institution kennen gelernt», sagt Wenzin bei seiner Vorstellung. «Man kann relativ viel machen, wenn die Leute zusammenarbeiten.»



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