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15.03.2017 Von: Annemarie Schmidt-Pfister

Züriberg

Preis für «Jane Goodall der Orang-Utans»


Deka und Ramadhani: Zwei Freunde hängen zusammen ab. Foto: Stiftung PanEco/Craig Jones

Im Alten Klösterli auf dem Zürichberg erhielt Regina Frey, Gründerin und Präsidentin der Stiftung PanEco, den mit 10 000 Franken dotierten Getika-Preis 2017. Das Preisgeld soll für die Renovation der Klinik im Orang-Utan-Schutzprogramm auf Sumatra eingesetzt werden.

Sie ist für die Orang-Utans, was die weltberühmte Kollegin Jane Goodall für die Schimpansen ist: Retterin in der Not. Auch von ihrem äusseren Habitus her sind sich die beiden Frauen ähnlich: Zierlich und sanft wirken sie, höflich, bescheiden und zurückhaltend.
Doch in beiden steckt der gleiche unbändige Wille, einmal als notwendig Erkanntes durchzusetzen und einem guten Ende zuzuführen. Zum Wohl der Menschenaffen, die überall auf der Welt durch Biotop-Zerstörung von der Ausrottung bedroht sind. So sind sie beide zu Fürsprecherinnen der bedrohten Primaten geworden, die Engländerin Jane Goodall für die Schimpansen in Afrika, die Schweizerin Regina Frey für die Orang-Utans auf Sumatra.

Ein Herz für den Regenwald
Als die blutjunge Regina Frey Anfang der 1970er-Jahre nach dem Studium der Zoologie an der Uni Zürich vom damaligen «Tier-Professor» Bernhard Grzimek nach Sumatra geschickt wurde, hätte sie sich wohl nicht träumen lassen, dass sie auch noch Jahrzehnte später mit den grossen Menschenaffen zugange sein würde.
Zusammen mit der Kollegin Monica Borner gründete sie damals die Station Bohorok, wo fortan als Heimtiere missbrauchte Orang- Utan-Kinder wieder an ein Leben in der Wildnis gewöhnt wurden. «Eigentlich hatte ich mein Herz einfach an den Urwald verloren», sagt sie heute mit einem Lächeln. Doch ihr Herz war, wie sich zeigen sollte, gross genug nicht nur für den Wald, sondern auch für seine Bewohner. Schon bald erwies sich die Zerstörung ihres Lebensraums für die Existenz der Orang-Utans weitaus bedrohlicher als die illegale Heimtierhaltung.

265 Orang-Utans angesiedelt
Glücklicherweise erwies sich Regina Freys zähe Sturheit als genau so wirksam wie ihre sanfte Diplomatie. Beides kam ihr jedenfalls bei der Gründung und Führung der Stiftung PanEco immer wieder zugute: 1996 in Berg am Irchel gegründet, setzt sich PanEco national und international für den Schutz und Erhalt bedrohter Lebensräume und Tiere ein.
Auf nationaler Ebene stehen das Naturzentrum Thurauen und die schon von Reginas Mutter gegründete Greifvogelstation in Berg am Irchel im Mittelpunkt, international betreibt die Stiftung zusammen mit der Partnerstiftung YEL auf Sumatra und der indonesischen Naturschutzbehörde das ganzheitlich konzipierte Schutzprogramm SOCP, das sich einerseits der Befreiung, Pflege und Wiederansiedlung von Otang-Utans und andererseits immer mehr dem Schutz des Regenwaldes widmet, der durch die explodierenden Palmölplantagen bedroht ist.
«Von 350 konfiszierten Orang- Utans konnten wir bis heute 265 wieder im Regenwald ansiedeln», freut sich Regina Frey.

Wie helfen?
Zoodirektor Alex Rübel wies an der Preisverleihung auf den langjährigen und nachhaltigen Einsatz der Preisträgerin und die diffizile Verflechtung von ökologischen und ökonomisch- politischen Fäden hin. Mit grosser persönlicher Freude überreichte Stiftungsratspräsidentin Elicar Wagner-Bier dann Regina Frey den mit 10 000 Franken dotierten Getika-Preis 2017.
Eine grosse Hilfe für die Orang- Utans und ihren Lebensraum ist, wie Zoodirektor Rübel betonte, der Verzicht auf Palmöl, das leider in so vielen Produkten unseres Alltags enthalten ist. Es lohne sich, diesbezüglich das Kleingedruckte zu lesen, ehe man Pflege- und andere Öle sowie Schokolade und unzählige weitere Lebensmittel und Kosmetika vom Regal nehme. Und es lohnt sich auch, so sei hinzugefügt, als Konsument Druck auszuüben, damit die betroffenen Produkte unübersehbar kenntlich gemacht werden.
Auf reges Interesse stösst laut Regina Frey ausserdem das vor kurzem eingeführte Patenschafts-Programm für Orang-Utans: Mit einem geringen monatlichen oder jährlichen Beitrag kann man die Orang- Utan-Kinder Deka und Ramadhani und andere Orang-Utans in der Pflege- und Wiederauswilderungsstation Batu M Belin unterstützen – nach dem Motto «Ich bin Orang-Utan-Gotte – Sie auch?» Preis für «Jane Goodall der Orang-Utans» Annemarie Schmidt-Pfister Im Alten Klösterli auf dem Zürichberg erhielt Regina Frey, Gründerin und Präsidentin der Stiftung PanEco, den mit 10 000 Franken dotierten Getika-Preis 2017. Das Preisgeld soll für die Renovation der Klinik im Orang-Utan-Schutzprogramm auf Sumatra eingesetzt werden. Kontakt www.paneco



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