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15.03.2017 Von: Lorenz Steinmann

Zürich 2

Stephan Lerch zieht ein (fast) positives Fazit


«Ende gut, fast alles gut», findet Stephan Lerch, der Präsident des Vereins Pro Badi Mythenquai. Er und seine Mitkämpfer haben in den vergangenen vier Jahren sehr viel getan für spürbare Verbesserungen im Strandbad Mythenquai. Eine Würdigung.

Dies ist eine Geschichte über den erfolgreichen Kampf von David gegen Goliath. Eine Geschichte über Beharrlichkeit und einen volksnahen Stadtrat. Und eine Geschichte darüber, dass es bei gewissen Projekten besser wäre, auf die Erfahrung
Direktbetroffener zu hören, bevor man Millionen ausgibt.
Doch der Reihe nach. Stephan Lerch, eine imposante Person mit stahlharten Oberarmen fast wie bei Nöldi Schwarzenegger, sitzt entspannt im Kafiraum der «Zürich 2»-Redaktion. Wir treffen uns, weil er via Quartierzeitung ein Fazit seiner über vierjährigen Bemühungen ziehen möchte. Denn die Forderungen des seit kurzem von Stephan Lerch präsidierten Vereins Pro Badi Mythenquai hat die Stadt schliesslich zu einem grossen Teil erfüllt: Schöne, ganzjährig benutzbare Liegeroste aus Lärchenholz am Seeufer (als Ersatz für den beliebten Rasenstreifen), Löcher in diesen Liegerosten für (private) Sonnenschirme, Steinböden beim Restaurant anstatt des wegen möglicher versteckter Glasscherben so gefährlichen Kieses, Natursteinplatten zur Dusche, einen Sitzplatz am Uferweg, sowie ein Geländer ins Wasser, das im ursprünglichen Sanierungsprojekt nicht mehr vorgesehen war. Ja, dieses Sanierungsprojekt. Es machte schon 2012 Schlagzeilen, weil es einen offenen, aber unklaren Architekturwettbewerb beinhaltete, der für hohe Kosten und viel Unmut nicht nur in Architekturkreisen sorgte. Später wurde es mit den veröffentlichten Umbauplänen fürs Strandbad Mythenquai nicht besser.

Vereinsgründung war nötig
Stephan Lerch gründete zusammen mit weiteren Badegästen den Verein Pro Badi Mythenquai, «weil wir bei der Verwaltung und in der Politik nur auf Granit bissen», so Lerch. Erst die Stadtratswahlen 2014 brachten eine Besserung. «Nach der Wahl von Filippo Leutenegger in den Stadtrat hat er getan, was er noch konnte», so Lerch. Doch vorher stiess Stephan Lerch auf taube Ohren im Stadtrat und in der Verwaltung, obwohl er und seine Mitkämpfer früh gegen offensichtliche Schwachpunkte des Umbauprojekts protestierten, etwa mit der Sammlung von 2900 Unterschriften. Die Stadt hielt an den Umbauplänen mit Kosten von 7,4 Millionen Franken fest, Stadtrat Gerold Lauber hatte wenig Gehör. Den grössten Posten machte dabei der Ersatzneubau eines Gastrogebäudes aus. Lerch: «Heute ist allen klar, dass dieses ein Flop ist. Einerseits ist die Neuplatzierung des Restaurants völlig verfehlt. Zudem stehen die HiltlKiosk-Angestellten immer im Durchzug, und weil das Gebäude neu an der lärmigen Strasse steht, fällt der Seeanstoss weg. Dafür hat es oft Schatten.» Kein Wunder, sei das Standbein der abendlichen Bankette für Firmen völlig weggebrochen, so Lerch. Ein Einnahmeposten, von dem auch die Stadt profitiert hätte, ist Lerch überzeugt. Bedauerlich findet Lerch und mit ihm viele «Zürich 2»-Leser, dass es keinen ganzjährig betriebenen Kiosk mehr gibt wie vor dem Umbau. «Auch ausserhalb der viermonatigen Badesaison bietet das Mythenquai viel Schönes. Schade, dass die Stadt hier nicht etwas Ähnliches wie den Kiosk Riesbach bauen wollte», findet Lerch. Doch der ehemalige SBB-Lokomotivführer, der seit vielen Jahren als VBZ-Tramführer arbeitet, ist ein positiv denkender Mensch. «Wir sind Filippo Leutenegger extrem dankbar, wie rasch und unkompliziert er unsere Anliegen ernst genommen hat und rettete, was noch zu retten war», betont Lerch, der mit seiner Familie im Friesenberg-Quartier wohnt. Es seien einige wesentliche Verbesserungen getätigt worden, die den Badegästen viel Freude bereiten. Zudem habe Leutenegger dafür gesorgt, dass die Unterführung beim Mythenquai erhalten blieb. «Einzig ein ganzjährig geöffnetes WC in der Parkanlage fehlt», sagt Lerch und beruft sich auf Feedbacks von Spaziergängern und jenen Leuten, welche die Badi an sonnigen Herbst- und Frühlingstagen ebenfalls gerne als Verweilort nutzen.

Politik? Nein danke
Nun nimmt Stephan Lerch noch einen Schluck Mineralwasser und strahlt. Man merkt, er liebt Zürich, wohnt und arbeitet gerne hier. Schlussfrage: «Stephan Lerch, haben Sie nie mit der Politik geliebäugelt? Sie wären doch die klassische Stimme des Volkes?» – Der Modellathlet seufzt: «Ich hätte keine Nerven, mit gewissen Marionetten in der Verwaltung stundenlang über blaue oder grüne Sitzbänkli zu diskutieren.»



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