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15.03.2017 Von: Lorenz Steinmann

Zürich 2

Vorwürfe gegen Tonhalleorgel widerlegt


Die Organistin Andrea Paglia. (Foto: zvg.)

Schon gegen 1500 Unterschriften wurden in den letzten Wochen für den Erhalt der Tonhalleorgel gesammelt. Jetzt zeigten zwei Konzerte, dass die Orgel sehr wohl der Weltklasse angehört. Damit wird die These der Kongresshaus-Stiftung widerlegt.

Die vom «Zürich 2» erstmals öffentlich thematisierte Diskussion um den Erhalt der spektakulären Zürcher Tonhalleorgel bewegt breite Kreise in Zürich und auch die internationale Organistenszene, sogar aus Paris und London kamen Solidaritätszeichen. Konkret geht es um die Frage, ob die beliebte Orgel auch nach der Sanierung von Kongresshaus und Tonhalle (2017–2020) wieder in der jetzigen Form im Saal stehen wird oder durch ein neues Instrument ersetzt wird. Die Orgel eigne sich für die Aufführung von symphonischen Werken mit Orgelbeteiligung nur schlecht, sagte der Präsident der KongresshausStiftung der Lokalinfo auf Anfrage.
Nun fanden kürzlich zwei ebensolche Konzerte mit Orgelbeteiligung in der Tonhalle statt, und da liegt es nahe, einmal nachzufragen, wie die Orgel wahrgenommen wurde. Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) führte ein Konzert mit grossen Werken des tschechischen Komponisten Janácek auf. Der Dirigent des Konzerts und Dozent für Chorleitung an der ZHdK, Markus Utz, ist der Meinung, dass die Tonhalle-Orgel ein besonderes Instrument sei, das man auf jeden Fall erhalten sollte. Auch für das filigrane «Otenáš» (Vater Unser) wurde eine passende Orgelregistrierung gefunden, nach intensiver Probenarbeit und einem Austüfteln der Klänge, wie bei solcher Kammermusik üblich. In der monumentalen «Glagolitischen Messe» konnte die Orgel dann mit ihrer eindrücklichen Klangkraft brillieren. Die Organistin des Abends, Andrea Paglia, Studierende an der ZHdK, findet ebenfalls, dass ein Konzertsaal wie die Tonhalle ein solches Instrument haben soll.

Facebook-Gruppe aktiv
Am Tag darauf kam die Orgel bereits wieder zum Einsatz, und zwar in der Reihe Obrasso Concerts. Neben den Aktivitäten im KKL Luzern, wo man nach dem Lucerne Festival der zweitgrösste Player ist, ist Obrasso Classic Events auch in der Tonhalle, dem Kongresshaus, dem Theater 11 in Zürich und anderen Spielorten in der Schweiz aktiv. Die Organistin in diesem Konzert war Suzanne Z’Graggen. An der Hochschule für Musik Luzern ist sie unter anderem Studienkoordinatorin Kirchenmusik und Orgeldozentin. Zudem ist sie Kirchenmusikerin der bekannten Jesuitenkirche Luzern. Sie bezeichnete den Klang der Orgel als rund und hatte richtig Spass daran, wie sie mitteilte. Der Dirigent des Konzerts, Manfred Obrecht, fand, dass sich die Orgel bei der «Cäcilienmesse» von Charles Gounod klanglich wunderbar in den Orchesterklang integriert habe; das imposante Bild der Orgel habe über viele Jahre den Tonhallesaal massgeblich mitgeprägt und sie gehöre einfach zur Tonhalle.
Während in der Praxis die Vorwürfe an das Instrument also nicht bestätigt werden, geht das Engagement für die Tonhalleorgel weiter. Laufend treffen Unterschriften für die Petition zur Erhaltung des Instruments ein, wie es vom eigens ins Leben gerufenen Verein heisst. Auf Facebook wurde eine Gruppe «Save the Tonhalle Organ» gegründet.

www.tonhalleorgel.ch

 

 



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