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23.03.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Küsnachter Amtlich

Kanti inszeniert das Thema Vernetzung


Es wird geprobt: Für Alissia ist die Welt von SPACE zugleich faszinierend und beängstigend. Foto: zvg.

Rund 200 Schülerinnen und Schüler sind an «Alissia in Space» beteiligt: Das Stück ist Teil des ambitionierten Kulturprojekts «Synapse17» der Kantonsschule Küsnacht.

Ein heiss begehrter Job bei einem renommierten, internationalen Informatikunternehmen: Die junge Alissia bewirbt sich um die Traumstelle bei der Firma «SPACE». Das Motto des Unternehmens lautet PTP – was für Passion, Transparency, Participation, also Leidenschaft, Transparenz und Beteiligung steht. Die Mitarbeiter werden dazu angehalten, alles, was sie tun, über die sozialen Medien zu teilen. Was am Anfang faszinierend klingt, wird nach und nach zum Problem. Alissia verliert zusehends die Kontrolle. 
Die Geschichte des Theaterstücks «Alissia in Space» hat gewisse Parallelen zum Roman «The Circle» von Dave Eggers. Doch geschrieben hat sie nicht etwa ein amerikanischer Autor, sondern Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Küsnacht. Laut Projektleiter und Prorektor Markus Hanhart werden rund 150 Schülerinnen und Schüler auf der Bühne stehen. Hinter der Kulisse sind 20 weitere für das Licht, die Kostüme und Video zuständig. 
«Wir wollten von Beginn weg möglichst alles mit Schülerinnen und Schülern zusammen erarbeiten, sodass die Ideen und Anliegen der Jugend im Stück vertreten sind», erklärt Hanhart. Dafür habe man professionelle Begleiter wie die Autorin Maja Bagat oder die Komponisten David Lichtsteiner und Tobias Krebs gesucht, die zum einen in ihrem Fach kompetent, aber auch bereit gewesen seien, mit Jugendlichen zusammen ein Stück zu entwickeln.

Thema Vernetzung 
Das Stück «Alissia in Space» ist Teil des Kulturprojekts «Synapse17». Vor mehr als drei Jahren begann die Projektleitung mit der Arbeit, am Ende werden alle 550 Schülerinnen und Schüler der Kanti beteiligt sein. Das übergeordnete Thema lautet Vernetzung. Die Schüler und Lehrer haben sich im Unterricht mit verschiedenen Aspekten davon auseinandergesetzt. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden im April in einer Werkschau unter dem Titel «überall ist hier» der Öffentlichkeit präsentiert. Gleichzeitig verwandelt sich am Wochenende vom 7. bis 9. April der Pausenplatz zum Expo-Gelände mit sechs Schiffscontainern. Auf die Besucherinnen und Besucher warten musikalische Darbietungen. Auch ein Poetry-Slam ist Teil des Programms und die Schulzimmer werden zu Ausstellungsräumen. In der Semihalle wird eine Markthalle mit verschiedensten Speisen und in der italienischen Villa ein musikalisch-kulinarisches Künstlercafé eingerichtet. Das Theaterstück wird vom 6. bis 10. April in der Heslihalle zu sehen sein. «Das Kulturprojekt-Thema Vernetzung oder Netzwerk ist enorm reichhaltig und verknüpft alle Teile des Projektes untereinander», so Hanhart. Diese Begriffe seien aber zu offen, um als «Marke» nach aussen zu funktionieren. Deshalb habe man einen Aspekt der Vernetzung gesucht, «der sehr viel mit Schule und Bildung zu tun hat – und zugleich eine fundamentale Art der Vernetzung verkörpert». Mit «Synapse» habe man diesen gefunden. Das ambitionierte Kulturprojekt geht von der grossen Bedeutung der Globalisierung und der digitalen Vernetzung aus. Schlagworte sind unter anderem Social Media und Big Data. Bei Letzterem handelt es sich um grosse Datenmengen, die beispielsweise aus dem Internet und Mobilfunk, der Finanzbranche, dem Gesundheitswesen oder auch von Kreditkarten stammen. 
«Als Kontrapunkt stand von Beginn weg unsere familiäre Schule, an der jeder jeden kennt und die soziale Vernetzung zentral ist», sagt Hanhart. So seien verschiedenste Projekte entstanden, darunter solche, die weltumspannenden Charakter hätten wie Porträts von Flüchtlingen, oder solche, die das Gemeinsame ins Zentrum stellen, sowie rein digitale Projekte. «Und so konnte auch jedes Unterrichtsfach Beiträge zum Thema leisten, denn Vernetzung ist überall», erzählt Hanhart.

Nicht das erste grosse Projekt
«Synapse17» ist nicht die erste Veranstaltung dieser Art an der Kanti Küsnacht. Kleinere Projekte wie Serenaden oder Chorprojekte, bei denen nur ein Teil der Schule einbezogen wird, fänden laut Hanhart alle ein bis zwei Jahre statt. «Solche riesigen Projekte gab es das letzte Mal 1999 (Roi David), 2004 (Fixstern) und 2007 (Schatulle).» Aber nun sei sicher wieder eine mehrjährige Pause nötig, bevor allenfalls ein weiteres Projekt in Angriff genommen werden könne, «denn es bindet doch viele Kräfte», fügt Hanhart an. «Wir sind nun zuerst einmal froh, wenn wir ‹Synapse17› gut über die Bühne bringen – wie freuen uns darauf!»



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