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29.03.2017
Zürich West

Siedlung für Flüchtlinge, Gewerbler und Studenten


So soll das Projekt Geerenweg-Areal einst aussehen. Visualisierung: zvg.

Auf dem Geerenweg-Areal in Altstetten will die Stadt eine temporäre Wohnsiedlung für Flüchtlinge mit weiteren Nutzungen wie studentisches Wohnen, Kleingewerbe, Gastronomie und Begegnung kombinieren.

Pia Meier

Für die temporäre Wohnsiedlung für Flüchtlinge im Leutschenbach muss ein neuer Standort gesucht werden. Grund ist, dass die Stadt auf dem Areal ab kommendem Jahr eine neue Wohnsiedlung erstellt. Insgesamt sind dort rund 400 städtische Wohnungen vorgesehen, mit Kindergarten, Hort, Gemeinschaftsraum sowie Räumen für Dienstleistungen und Gewerbe. Die temporäre Wohnsiedlung Leutschenbach wird auf das Geerenweg-Areal beim Bahnhof Altstetten Nord disloziert.

Auf der bisher als Abstellplatz genutzten Fläche beim Vulkanplatz soll ein neuer urbaner Mittelpunkt, ein lebendiger Quartierteil entstehen, der auch in der Umgebung wohnhaften und berufstätigen Personen offensteht und einen Treffpunkt im Quartier darstellt. Dies teilten die Stadträte Raphael Golta und Daniel Leupi anlässlich einer Medienkonferenz mit. So könne dort eine Umgebung mit Quartiercharakter entstehen.

Verschiedene Nutzungen
Die temporären Wohnsiedlungen für Flüchtlinge sind in den vergangenen Jahren immer in Containern auf Brachen erstellt worden, wie im Leutschenbach, im Zihlacker und in Altstetten. Damit zogen jeweils 100 bis 150 Personen aus dem Asylbereich in ein bestehendes Quartier, waren aber häufig von der Umgebung isoliert. Nun will die Stadt Zürich Neuland in Sachen Flüchtlingsunterbringung betreten, wie die Stadträte Golta und Leupi erläuterten. Zwar sollen auf dem Geerenweg-Areal die Modulbauten weiterhin Wohnraum für rund 150 Personen bieten, doch dabei soll es nicht bleiben. Es werden zusätzliche temporäre Bauten erstellt. Diese eröffnen neue Möglichkeiten für Kleingewerbler und Studenten, die laufend günstige Räume suchen.

So sind Räume für Kleingewerbe, Jungunternehmen und Kulturschaffende vorgesehen. Weiter sind Gastronomie-Angebote geplant, kombiniert mit einem Spielplatz und einem Ort für Freizeit und Begegnung. Nach Möglichkeit sollen die dort wohnhaften Flüchtlinge in die Betriebe eingebunden werden, was die Integration unterstützt, so die Stadträte.
Auf dem zweiten Grundstück des Areals plant die Stiftung «Einfach wohnen» Modulbauten für Jugendliche in Ausbildung und Flüchtlinge. Insgesamt werden 120 Zimmer erstellt, wovon 70 für Studentinnen und Studenten oder Jugendliche in Ausbildung und 50 für Flüchtlinge gedacht sind. Die Wohneinheiten umfassen zwei bis vier Schlafzimmer und Gemeinschaftsräume. Die geplante Wohnanlage soll günstig und in einem energetisch und ökologisch vorbildlichen Standard erstellt werden. So soll zum Beispiel auf dem Dach eine Photovoltaikanlage realisiert werden. Der monatliche Mietzins für ein Zimmer soll rund 500 bis 600 Franken betragen.

Bezug Ende 2018

Auf dem gesamten Areal werden so verschiedene Nutzungen wie Wohnen für Flüchtlinge und Jugendliche in Ausbildung, günstige Räume für Kleingewerbebetriebe, Kultur, ein Begegnungsort mit Gastronomieangebot, Urban Gardening zusammengeführt. Der dadurch entstehende Dorfcharakter dürfte für die Stadt Zürich in dieser Form einmalig sein. Auch zum benachbarten Standplatz für Fahrende wird eine Anbindung angestrebt. Das vielfältige Angebot auf der bisherigen Brache soll entscheidend zur Belebung des Quartiers beitragen.
Die Konzeptideen werden gemäss Stadtrat in den kommenden Monaten unter Einbezug Dritter konkretisiert. Die temporäre Überbauung soll schrittweise entstehen und sich weiterentwickeln können. Der Bezug der Siedlung soll Ende 2018 erfolgen.

«Einfach wohnen»
Die Stiftung «Einfach wohnen» bezweckt die Bereitstellung, Vermietung und Erhaltung von preisgünstigen und ökologisch vorbildlichen Wohnungen und Gewerberäumen, die über einen einfachen und nachhaltigen Standard verfügen. Die Stiftung kann Grundstücke und Liegenschaften erwerben, Sanierungen und Umbauten realisieren sowie Neubauten entwickeln und erstellen. Präsident ist Stadtrat Daniel Leupi.



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