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12.04.2017
Zürich West

«Die Trainingseinheiten waren sehr selten»


Matthias Wiesmann (GLP, Mitte) räumte letztes Jahr den Präsidentensitz für Roger Bartholdi. Rechts Peter Küng (SP), der heuer nachrückt. Archivfoto: ho.

Am 3. Mai gibt Roger Bartholdi (SVP) sein Amt als Gemeinderatspräsident ab. Ob er 2018 für den Stadtrat kandidiert, lässt er offen. Die SVP soll aber auch in der Regierung eine Stimme haben.

Interview: Pia Meier

Roger Bartholdi ist Anfang Mai 2016 zum Präsidenten des Zürcher Stadtparlaments gewählt worden. Als höchster Stadtzürcher leitete der 48-Jährige während eines Jahres die Ratssitzungen. Er ist seit 2002 im Gemeinderat, wo er den Kreis 9 vertritt. Bartholdi ist passionierter Läufer.

Roger Bartholdi, als Sie Gemeinderatspräsident wurden, sind Sie zur Feier in Albisrieden gejoggt. Wie haben Sie sich bei all den Feierlichkeiten und Apéros im vergangenen Amtsjahr fit gehalten?

Tägliches Laufen mit meinem Landseer-Hund Duran, Velofahren zur Arbeit und an Sitzungen. Die Trainingseinheiten während meines präsidialen Amtsjahres waren sehr selten, dies wird sich am Gigathlon in Zürich und an den Ultralauf-Wettkämpfen im Juli bitter rächen.

Welches waren die Highlights im vergangenen Jahr?

Das fing mit meiner Wahlfeier an (mit Cityrunners schneller als das Tram, Ansprache vom Kirchturm etc.), das Mittagessen mit der Heiligkeit Dalai Lama, das Treffen mit Nigel Farage zum Brexit, meine Schlussrede an der 100-Jahr-SVP-Feier, meine 1.-August-Ansprachen, meine Rede an der Albisrieder Viehschau oder als Ehrengast bei der Zunft zur Letzi am Sechseläuten, um nur einige Highlights zu nennen.

Im vergangenen Jahr fanden Gemeinderatssitzungen mangels Traktanden nicht statt. Hat der Gemeinderat weniger zu diskutieren oder war er im vergangenen Jahr so effizient?

Der Rat muss nicht primär effizient sein, sondern die richtigen Entscheidungen fällen, und dazu gehört auch eine demokratische Debatte über die Vor- und Nachteile einer Vorlage. Die ältesten Vorstösse auf der Traktandenliste sind nicht einmal ein Jahr alt, dies war früher anders. Dies sieht bei anderen Parlamenten oft anders aus, diese hätten gerne «zürcherische Verhältnisse».

Wie häufig gaben Sie in der Budgetdebatte 2016 bei Geschäften den Stichentscheid?

Am ersten Tag der Budgetdebatte, am 14.12.2016, fehlte im bürgerlichen Lager eine Person, deshalb kam es zu einigen 62-zu-62-Stimmenverhältnissen, und dann hat jeweils die bürgerliche Seite aufgrund meines Abstimmungsverhaltens obsiegt. Allerdings kam dieses Mehrheitsverhältnis von den bürgerlichen Parteien zu Links-Grün gar nicht so oft vor. Von den über 200 Anträgen war dies kaum zwei Dutzend Mal der Fall.

Gemeinderatspräsident gilt oft als politisches Sprungbrett. Kandidieren Sie nun bei den Wahlen 2018 für den Stadtrat?

Wen die SVP als Kandidaten nominiert, ist zurzeit Sache der Findungskommission. Diese Frage wurde mir in letzter Zeit schon oft gestellt. Auch Mandatsträger aus den unterschiedlichsten Parteien haben mir mitgeteilt, dass sie eine Kandidatur begrüssen würden. Ein Gemeinderatspräsident-Mandat kann sehr wohl als Sprungbrett dienen. 2014 wurde in Winterthur mit Josef Lisibach ein ehemaliger SVP-Gemeinderatspräsident in den Stadtrat gewählt. Unabhängig, wer nominiert wird, die Wählerinnen und Wähler der SVP sollten auch eine Stimme im Stadtrat haben.



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