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12.04.2017 Von: Christine Fueter-Suter

Züriberg

Sing-Café hebt bei Demenz die Laune


An Demenz Erkrankte singen zusammen mit Angehörigen und einem Pianisten Lieder, die sie aus der Jugend kennen. Foto: zvg.

Musik versetzt Berge – und hebt die Stimmung. Besonders bei an Demenz erkrankten Personen hilft das Singen bekannter Lieder, sie zu beruhigen – im Oberstrasser Sing-Café.

Das Sing-Café findet einmal im Monat im Kirchgemeindehaus Oberstrass statt. Es ist eine Veranstaltung, die gemeinsam von der reformierten Kirche Oberstrasse und der Spitex Zürich Limmat insbesondere für Menschen mit Gedächtnisschwierigkeiten ins Leben gerufen wurde.

Sich an Melodien erinnern
Von Demenz betroffenen Personen fällt oft schwer, sich mit jemandem zu unterhalten. Sätze können nicht mehr vollendet werden, passende Worte fehlen, der Faden geht verloren. Doch Erfahrungen zeigen, dass etwas in der Erinnerung zurückbleibt: die Lieder aus der Vergangenheit. Viele singen auch ohne Noten oder Textvorlage mit, sobald ein bekanntes Lied angestimmt wird.
Das Vergnügen an der Musik und dem gemeinsamen Singen ist den Teilnehmern des Anlasses anzusehen. Ab und zu lässt sich sogar jemand zu einem kleinen Tänzchen verleiten, andere bewegen sich sitzend beschwingt zum Takt der Melodien. Gewählt werden Lieder, die jeder aus der Jugend kennt. Es sind Lieder, welche vor langer Zeit in der Schule gelernt oder im Familienkreis gesungen wurden. «Min Vatter isch en Appezäller», «Es wott es Fraueli z Märit ga», «Das Wandern ist des Müllers Lust» oder «Es Burebüebli» sind nur ein paar Beispiele aus unserem Repertoire. Wir versuchen auch, die Lieder den Jahreszeiten anzupassen, doch die Teilnehmer stören sich nicht an Wiederholungen, sie freuen sich über jede ihnen bekannte Melodie. Da Singen durstig und hungrig macht, ist nach einer Stunde eine Kaffeepause angesagt. Besucher, die der Musik lieber nur zuhören, beteiligen sich deshalb gerne gekonnt und eifrig beim Backen von Wähen und anderen Köstlichkeiten. Äpfel werden geschält, Zwetschgen entsteint, Teig belegt, ausgestochen und dekoriert. Kurz vor der Pause zieht bereits ein verlockender Duft durch den Raum, bevor sich alle an den schön gedeckten Zvieri-Tisch setzen.

Angehörige entlasten
Eine bunt gemischte Runde kommt jeweils bei dem gemütlichen kleinen Imbiss zusammen. An der Tafel sitzen neben den Sängern die Betreuer, Begleiter, der Pianist sowie die freiwilligen Helfer. Eine Stunde wird geplaudert oder ausgeruht, bevor frisch gestärkt eine weitere Stunde gesungen und musiziert wird. Einige Teilnehmende werden von Angehörigen oder Freunden begleitet, einzelne kommen allein, andere werden bei Bedarf von Spitex-Mitarbeitenden zu Hause abgeholt und zurückgebracht. Einige Begleitpersonen geniessen das gemeinsame Singen und die Abwechslung vom Alltag, andere freuen sich über die dreistündige Entlastung und kommen erst am Ende der Veranstaltung wieder. Denn eine Betreuung ist im Sing-Café während der ganzen Zeit gewährleistet.
Der Chor ist aber auch für all jene gedacht, die einfach gerne singen und Verständnis fürs Älterwerden und dessen Folgen haben. Dabei sein kostet nichts, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es spielt keine Rolle, ob jemand pünktlich vor Ort ist oder früher gehen möchte. Beim «früher gehen» gilt jedoch: Niemand verlässt den Anlass, ohne dass wir ihn offiziell verabschieden.

Immer Ende Monat
Das Sing-Café findet im reformierten Kirchgemeindehaus Oberstrass an der Winterthurerstrasse 25 (Haltestelle Seilbahn Rigiblick) statt. Immer am letzten Freitag des Monats von 14 bis 17 Uhr treffen sich alle ungezwungen zum musikalischen Event.



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