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19.04.2017 Von: Bastian Bernhard

Zürich West

Skater in der Grünau blicken in die Zukunft


Nicht immer haben die Besucher so viel Platz zum Üben. An regnerischen Tagen kann es schon mal eng werden in der Halle. (Foto: Bastian Bernhard)

Laute Musik, komplexe Tricks und rollende Bretter. Die Freestyle Halle Zürich ist beliebt. Das einstige Provisorium hat seine Kindheit mit Bravour bestanden und steckt nun in der Pubertät. Damit die Anlage aber erwachsen wird, braucht es Erneuerungen.

Fast neun Jahre ist es her, seit die Freestyle Halle Zürich in der Grünau als Provisorium für die Skaterszene gebaut wurde. Als Provisorium, weil der Kampf um den Freestyle-Park in der Allmend noch voll im Gange war. Eigentlich sollte die Halle danach als Lagerhalle für Entsorgung und Recycling Zürich, ERZ, genutzt werden. Doch die Freestyle Halle entpuppte sich als Erfolgsstory. Wie Geschäftsleiter Carlos Venegas sagt, kommen durchschnittlich 60 Besucher pro Tag in die 1000 Quadratmeter grosse Anlage, obwohl das Outdoorareal in der Allmend fertig ist.

Skaten, Freiheiten, Lebensschule

So viel Zustimmung wie heute hatte die Halle nicht immer. «Der Quartierverein und vor allem die Besitzer der benachbarten Schrebergärten waren skeptisch», erzählt Venegas. Die Argumente der damaligen Gegner klangen ähnlich, wie sie in der Diskussion um den Freestyle-Park Allmend zum Einsatz kamen: «Die Jugendlichen sind laut, kiffen und vandalieren» hiess es damals. Eingetroffen ist nichts davon, im Gegenteil: Die Freestyle Halle ist heute tief im Quartier verwurzelt und vor allem für die jungen Besucher nicht nur eine Sportanlage, sondern ein beliebter Jugendtreff.

Unterhält man sich mit Venegas und seinem Team, wird einem schnell klar, es geht nicht nur ums Skaten. Die Jungen entwickeln ganz ungezwungen Sozialkompetenz. «Natürlich geht es in erster Linie um Skaten, aber wir wollen den Kids auch mehr mitgeben», erklärt der Geschäftsleiter.

Zum Beispiel, wenn es um Konfliktlösungen geht. In der Halle sei der Platz nun mal begrenzt, da müsse man Kompromisse eingehen damit alle etwas davon hätten, beschreibt Venegas. «Die Jugendlichen kommen aber auch von sich aus auf uns zu. Auch mit privaten Problemen in der Schule oder zu Hause», sagt Mitarbeiter Pippo Gentile. Selbst bei der Verpflegung spürt man die Mentalität der Betreiber. Süssgetränke gibt es kaum und wenn, dann sind sie von lokalen Herstellern und nicht von Grossmarken. Essen gibt es allerdings nicht. «Dafür fehlt uns die Infrastruktur», sagt Venegas und fügt an: «Wenn die Kinder aber nett fragen, geben unsere Mitarbeiter immer gerne etwas von ihrem eigenen Essen ab.»

Halle muss überarbeitet werden

«Die Halle wird 2017 neun Jahre alt. Jetzt müssen wir an die Zukunft denken», sagt Venegas. So sehr die Betreiber und die Nutzer von der Halle schwärmen – sie sei ursprünglich als Lagerhalle konzipiert worden. Und als solche bringe sie Probleme mit sich, die in Zukunft in Angriff genommen werden müssten. Als Lagerhalle für Fahrzeuge sei das Gebäude nicht abgedichtet und infolgedessen nicht geheizt. Dadurch werde es im Winter sehr kalt, beschreibt Venegas.

Dabei ist der Winter nun die Hauptsaison des Betriebs. Bei wärmeren Temperaturen zieht es viele BMXer und Skater in die Allmend. Des Weiteren werde es bald notwendig, den Boden zu erneuern, erklärt der Leiter. Besonders dort, wo die Skater nach ihren Sprüngen landen, sieht man an den vielen Löchern die Abnutzung. «Der Boden ist nicht schlecht, aber zu weich», bestätigt Venegas. Die fehlende Isolierung sorgt nicht nur für unangenehme Temperaturen, sie dämpft den Lärm der Halle nicht genügend. Dadurch kommt es bei schönerem Wetter ab und an zu Beschwerden aus den anliegenden Schrebergärten.

Das grösste Problem an all dem ist aber, dass auch für kleine Umbauten, mehr oder weniger die ganze Einrichtung abgebrochen werden muss. Dadurch lohnt es sich laut Venegas kaum, phasenweise zu erneuern. Am besten würden Boden und Wände gleichzeitig gemacht werden. Pläne haben die Betreiber viele. «Wir sind hier leider keine Architekten, aber irgendeine Lösung gibt es sicher», ergänzt Venegas. Dass dies viel Geld kosten wird, ist für den Geschäftsleiter klar, er hofft aber darauf, die tiefen Eintrittspreise behalten zu können. Es lohne sich jedoch, in die Halle zu investieren. Wie die Statistik der Halle zeigt, steigt die Zahl der Skateboarder. Und dürfte – nach dem der Sport nun olympisch ist – weiter wachsen.

Freestyle Halle Zürich, Bändlistrasse 76, 8064 Zürich. www.freestylehalle.ch



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