Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
20.04.2017 Von: Oliver Linow

Küsnachter Amtlich

So entstanden unsere Gemeindewappen


Foto. Oliver Linow

Jede Gemeinde, jeder Kanton und jedes Land besitzt ein einzigartiges Wappen. Hinter den meisten steckt eine spannenden Entstehungsgeschichte.

Ende des 15. Jahrhunderts wurden erstmals Wappen einzelner Vogteien und Ämter abgebildet. Sie basierten meist auf den Wappen von Adelsgeschlechtern aus der Gegend. Im 16. Jahrhundert kamen vermehrt Dorfwappen auf. Auf kantonaler Ebene waren diese aber zunächst nicht offiziell anerkannt. 
In den 1920er-Jahren stieg das Interesse für die Schweizer Gemeindewappen. 1925 entstand im Kanton Zürich eine Kommission, um sie zu erforschen. Sie sammelte historische Darstellungen und wollte offizielle Gemeindewappen festlegen. Wenn möglich sollten sie auf historischen Wappen beruhen und sie durften nirgends identisch sein. Gleichzeitig vereinfachte die Kommission überladene Exemplare.

Erlenbach 
In Erlenbach fehlte zunächst ein Wappen. Möglicherweise, weil die Stadt Zürich damit rechnete, die Obervogtei Erlenbach könnte sich der Obervogtei Küsnacht anschliessen. Der erste Beleg eines Wappens stammt von 1597. Im «Circkell der Eidtgnoschaft » weist der Basler Andreas Ryff der Obervogtei Erlenbach ein Schild zu. Das Werk befasst sich mit der Geschichte der Eidgenossenschaft und deren Gemeinden. Das Schild zeigt ein silbernes Kreuz auf schwarzem Grund. Dieses wurde aus dem Wappen des Johanniterhauses Küsnacht übernommen. Erlenbach unterstand damals kirchlich noch Küsnacht. Die Farben und die Art des Kreuzes wandelten sich mit der Zeit. Am Ende blieb ein Stabskreuz auf blauem Grund.

Zollikon
Das ursprüngliche Zolliker Wappen zeigte einen quergestellten Schlüssel auf blauem Grund. Da die Kirche Apostel Petrus geweiht war, behielt die Kirchgemeinde den «Petrusschlüssel» noch bis 2013 in ihrem Wappen. Das heutige Zolliker Wappen stammt von einem Geschlecht aus dem Dorf. Dessen Siegel war schräggeteilt. Im oberen Feld befand sich ein sechsstrahliger Stern, im unteren ein Vogel. 
Gerold Edlibach ersetzt um 1493 den Vogel durch einen roten Balken. Edlibach war ein Zürcher Chronist und Ratsherr. Sehr bekannt ist sein Wappenbuch, das er Ende des 15. Jahrhunderts verfasste. Die Stadt Zürich verwendete die neue Vorlage erstmals 1526. Der Gemeinderat übernahm sie 1930 als offizielles Wappen.

Küsnacht 
Das Küsnachter Wappen zeigt ein goldenes Kissen auf rotem Grund. Das Motiv stammt möglicherweise von Küssnacht am Rigi. Die Edlen von Küssnacht, die ersten Burgherren der Gemeinde, hatten ein Kissen in ihrem Schild. Küssnacht am Rigi übernahm es als silbernes Kissen zur Wappenfigur. Da zwischen den beiden Orten Adelsbeziehungen nachgewiesen sind, hat vielleicht auch Küsnacht das Wappen von diesem Schildbild. 
Das «Chüssi» im Gemeindewappen lehnt ausserdem an den Klang des Gemeindenamens an. Schon im 13. Jahrhundert führte die Küsnachter Familie Abdorf dasselbe Motiv in ihrem Wappen. Ob ein Zusammenhang zum Gemeindewappen besteht, ist noch unklar. 1933 hiess der Gemeinderat, die von der Wappenkommission bereinigte Form gut.

Herrliberg 
Der Herrliberger Wappen zeigt drei Doppeljoche auf einem goldenen Hintergrund. Die älteste Überlieferung stammt aus dem Wappenbuch von Gerold Edlibach (1493). Er schreibt es dem Geschlecht «de Herdiberg» zu. Im Laufe der Zeit wurden die Doppeljoche ungenau kopiert und waren nicht mehr als solche erkennbar. Die Deutungen reichten von Schlingen für den Vogelfang bis zu Radschuhen. 
Im 19. Jahrhundert wählte man die Traube als neues Motiv. Sie wies auf den Weinbau hin, der in der Gemeinde blühte. Auf der Seeseite des Gemeindehauses ist noch immer das Wappen mit einer Traube eingemeisselt. Als die Wappenkommission die Gemeindewappen bereinigte, griff sie auf die Doppeljoche zurück. 1934 genehmigte der Gemeinderat diesen Beschluss.

Zumikon 
Auf dem Zumiker Wappen sind zwei gekreuzte Schlüssel zu sehen. Die Entstehungsgeschichte ist nicht bekannt: Möglicherweise entwickelte es aus dem Zolliker Wappen. Zumikon hatte nämlich bis 1591 zur Nachbargemeinde gehört und der Schlüssel war das ursprüngliche Wappen Zollikons. Dieses zeigte einen quergestellten Schlüssel auf blauem Grund. 
Der Grund für die zwei Schlüssel könnte aber auch die Dorfkapelle sein. Da die Gemeinde nach der Reformation entstand, war es naheliegend, das Wappen Apostel Petrus zu widmen – er war auch im reformierten Glauben angesehen. Petrus wird oft mit zwei gekreuzten Schlüsseln dargestellt, weil er von Jesus die «Schlüssel des Himmelreichs» verheissen erhielt. Die Gemeindeversammlung bestätigte das Wappen 1931.



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