Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
26.04.2017 Von: Interview: Pia Meier

Zürich West

«Gegenseitiger Respekt und Anstand sind wichtig»


Eine Feier für den neuen Gemeinderatspräsidenten Peter Küng (SP) wird am Mittwoch, 3. Mai, um 17.45 Uhr im Schulhaus Albisriederplatz mit der Bevölkerung stattfinden. (Foto: pm.)

Peter Küng, SP-Gemeinderat Kreis 4 und 5 und 1. Vizepräsident, ist designierter neuer Gemeinderatspräsident. Neben sozialer Gerechtigkeit sind ihm datenschutzrechtliche und polizeiliche Themen wichtig.

Peter Küng ist Mittelschullehrer an der Kantonsschule Wiedikon, wo er Deutsch und Geschichte unterrichtet. Seit 2007 ist er im Gemeinderat für den Kreis 4 und 5. Er fühlt sich wohl in der Stadt und würde Zürich nie verlassen. Küng ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder.

Peter Küng, Sie sind seit 2002 in der SP. Wo sehen Sie sich in der Partei, am linken Flügel oder eher rechts?

Ich sehe mich entschieden am linken Flügel der Partei. Eine gewisse Breite ist aber gut für die Partei, denn dann haben auch sozialliberal denkende Leute Platz. Für mich ist es wichtig, dass man miteinander redet und die eigenen Positionen auch selbstkritisch überdenkt.

Was hat Ihnen im Gemeinderat bisher besonders gefallen?

Besonders interessant fand ich die Geschäftsprüfungskommission, GPK. Darin arbeiteten und arbeiten Mitglieder aller Parteien lösungsorientiert, aber dennoch kritisch.

Welche Anliegen verfolgen Sie in der Stadt Zürich?

Mir ist wichtig, dass die reiche Stadt Zürich mit ihrem Kapital verantwortungsvoll umgeht. Für mich als Sozialdemokrat heisst das unter anderem, dass Pensionskasse und Unfallversicherung der Stadt Zürich nicht mehr in Waffen und Nahrungsmittelspekulation investieren dürfen. Ein weiteres Thema, das mich besonders interessiert, ist die datenschutzrechtliche Überwachung durch Private im öffentlichen Raum. Aber auch Polizeifragen wie zum Beispiel Platzverweise und die Überwachung des öffentlichen Raums durch staatliche Videokameras schaue ich kritisch an.

Was ist Ihnen persönlich im Kreis 4 wichtig?

Ich habe früher an der Sihlfeldstrasse gewohnt. Besonders schön finde ich die neue Gestaltung des Bullingerplatzes. Der ist von einem reinen Autoraum wieder zu einem Lebensraum nicht zuletzt für Kinder geworden. Das ist Teil einer guten Entwicklung. Der Stadtraum HB hingegen ist ein ärgerlich langweiliger und preistreibender Ort geworden.

Nun steht Ihnen mit dem Gemeinderatspräsidium ein besonders spannendes Jahr bevor. Sehen Sie das auch so?

Ja, ich freue mich darauf. Wichtig ist mir, neue Seiten Zürichs kennen zu lernen und auch präsent zu sein an Ereignissen, die ich sonst nur aus den Medien oder gar nicht kennen würde. (lacht) So habe ich zum Beispiel bereits eine Einladung zum Eidgenössischen Jagdhornbläser-Fest erhalten. Ich freue mich auf den Austausch mit der Bevölkerung und darauf, den Rat zu leiten. Ich reduziere mein Pensum als Mittelschullehrer daher für ein Jahr auf 60 Prozent, um diesen Aufgaben auch gerecht werden zu können.

Alle Gemeinderatspräsidenten haben in den letzten Jahren vor ihrem Amtsantritt gesagt, sie wollten die Effizienz im Rat erhöhen. Nun gibt es kaum mehr Vorstösse, die älter als ein Jahr sind. Ist Effizienz kein Thema mehr?

Effizienz ist wichtig, aber wichtiger ist mir die Diskussion und dass wir die Themen gut behandeln können, die dem Gemeinderat wichtig sind. Ein Fokus von mir ist der gegenseitige Respekt und Anstand. Ich lege viel Wert auf Fairness, das heisst, ich werde mir sehr Mühe geben, alle Mitglieder des Rats unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gleich zu behandeln.

Sie haben als Gemeinderatspräsident aber mehr Macht bei den knappen Verhältnissen im Rat. Sie können den Stichentscheid geben.

Das ist in Ordnung so, da habe ich keine Skrupel. Nächstes und übernächstes Jahr wird es wieder die rechte Seite sein, die den Stichentscheid fällt.

Fahren Sie in der Stadt mit dem Velo wie andere Mitglieder der SP?

(lacht) Nein, ich benutze den öffentlichen Verkehr. Seit einem Jahr habe ich zudem ein Auto.

Wie sieht es mit der Ökologie aus?

Ich bin nicht besonders vorbildlich, sondern mache, was mir schmerzfrei möglich ist. So achte ich zum Beispiel beim Einkauf von Lebensmitteln auf ökologische und faire Produktion. Auch fliege ich nur ungefähr alle fünf Jahre mal.

Haben Sie ein Hobby?

Ja, ich lese gerne. Literatur, Geschichte, Film und klassische Musik sind meine zentralen Interessen. Zudem wandere ich und fahre Ski.

Gemeinderatspräsident könnte ein Sprungbrett für eine politische Karriere sein?

Das ist mindestens jetzt gar kein Thema. Im Moment freue ich mich auf die neue Aufgabe als Gemeinderatspräsident. Und für die Zeit danach auf mehr Familienzeit.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 19. Oktober 2017
Zürich 2 vom 19. Oktober 2017
Zürich Nord vom 19. Oktober 2017
Zürich West vom 19. Oktober 2017
Küsnachter vom 19. Oktober 2017
Küsnachter Amtlich vom 19. Oktober 2017

Sonderzeitungen

Tonhalle
Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger