Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
26.04.2017
Zürich West

Launen der Natur in sanftem Licht


Verstörend und berührend zugleich: Porträt eines Fötus aus dem Fundus des Medizin-Historischen Museums der Charité. (Foto: Konrad Rufus Müller)

Die Photobastei zeigt unter dem Titel «Terra Incognita – die Kinder der Charité» Arbeiten des renommierten deutschen Porträtfotografs Konrad Rufus Müller.

Konrad Rufus Müller, am 22. März 1940 in Berlin geboren, ist schlechthin bekannt als der deutsche Kanzlerfotograf. Alle hat er sie fotografiert und ist damit berühmt geworden. Müller avancierte zu einem der der renommiertesten deutschen Porträtfotografen. Auch die Bilder seiner Arbeit «Terra Incognita – die Kinder der Charité» sind Porträts – aber irritierende. Es sind kindliche Wesen, pränatale Menschen, die gemeinhin als missgebildete Föten bezeichnet werden, welche er – wie immer – mit vorhandenem weichem Licht porträtierte. Entstanden ist eine Studie zu einem berührenden Stück Natur. Zu spüren – bei aller Irritation – ist der liebende Blick des Fotografen, der diesen Wesen Würde verleiht. Mit ihm zusammen schauen wir hin, im wörtlichen Sinne: Der Künstler ist bei der Vernissage anwesend.

«Sehr persönliche Zwiesprache»

Konrad Rufus Müller gibt zu seiner Arbeit folgende Erklärungen: «Seit ich Anfang der 80er-Jahre im Pariser Musée Dupuytren das erste Mal mit einer Sammlung missgebildeter Kinder konfrontiert war, ahnte ich, dass ich diesem Thema auf Dauer nicht würde ausweichen können. Der Schriftsteller-Freund Gerhard Roth, der in Wien auf diesem Gebiet ausführliche Studien betrieben hatte, und ein Artikel in der «Zeit» führten zu dieser konkreten Auseinandersetzung in Berlin. Ich habe diese kindlichen Wesen, die teilweise in einer der Öffentlichkeit zugänglichen Ausstellung des Medizin-Historischen Museums der Charité zu sehen sind, in einen Raum mit weichem Tageslicht bringen lassen. Der klinische Befund in lateinischer Sprache, die kalte Ausleuchtung und die zu grosse Zahl aneinandergereihter «Objekte» waren einer sehr persönlichen Zwiesprache gewichen. Drei Tage habe ich fotografiert. Es waren die letzten des vergangenen Jahrhunderts.

Wenn ich diese Arbeiten beschreibe, dann fallen mir auch Beispiele aus der bildenden Kunst ein: Bilder und Skulpturen so genannter ‹primitiver Kunst› aus Ozeanien, Nordamerika und Afrika, die höllischen Malereien eines Hieronymus Bosch, die ‹Schwarzen Bilder› Francisco de Goyas oder auch das Triptychon ‹Drei Studien für eine Kreuzigung› von Francis Bacon aus dem Jahr 1962.»(pd./ mai.)

Vernissage: Donnerstag, 4. Mai, 18 Uhr. Ausstellung 5. Mai bis 4. Juni, jeweils Mittwoch bis Samstag, 12–21 Uhr, Sonntag, 12–18 Uhr. Photobastei, 2. Stock, Sihlquai 125, 8005 Zürich.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 22. Juni 2017
Zürich 2 vom 22. Juni 2017
Zürich Nord vom 22. Juni 2017
Zürich West vom 22. Juni 2017
Küsnachter vom 22. Juni 2017
Küsnachter Amtlich vom 22. Juni 2017

Sonderzeitungen

Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
ZSC
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger