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17.05.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Jetzt informieren die Kirchen im Kreis 2 über den Zusammenschluss


Die reformierten Kirchen der Stadt Zürich reformieren sich. Foto: mai.

Aus 34 Kirchgemeinden soll eine einzige werden. Das betrifft auch Enge, Leimbach und Wollishofen. Doch bevor die Fusion gelingt, muss der Zusammenschlussvertrag abgesegnet werden.

Es ist das wohl grösste Projekt der Stadtzürcher Reformierten seit Huldrych Zwingli: Die reformierten Stimmberechtigten der Stadt Zürich und von Oberengstringen haben am 28. September 2014 entschieden, dass aus 34 reformierten Kirchgemeinden eine Kirchgemeinde werden soll. Seither befinden sich die Kirchgemeinden in einem Reformprozess. Wenn alles nach Plan läuft, wird die Gründung der Kirchgemeinde auf den 1. Januar 2019 stattfinden. Doch zuvor müssen die Stimmberechtigten der 34 Kirchgemeinden über den nötigen Zusammenschlussvertrag abstimmen.

Kirchenkreise als Untereinheiten
«Die heutigen Kirchgemeinden werden ihre Selbstständigkeit, Rechte und Pflichten an die Kirchgemeinde Zürich abgeben», erklärt Bruno Hohl. Er ist Präsident der Kirchenpflege Wollishofen und Vorsitzender der Projektsteuerung Kirchenkreis 2. Vorgesehen ist, dass Untereinheiten, sogenannte Kirchenkreise, gebildet werden, «die delegierte Befugnisse wahrnehmen und die kirchentypische Nähe zu den Menschen ins Zentrum stellen». Zum Kirchenkreis 2 werden Enge, Leimbach und Wollishofen gehören. Insgesamt sollen zehn Kirchenkreise entstehen. Sie würden damit einander näherrücken, zusammenarbeiten und die Schwerpunkte der kirchlichen Arbeit vor Ort gemeinsam definieren und umsetzen. Dies soll auch mithelfen, die Kosten zu reduzieren. Bevor es aber zur Abstimmung über den Zusammenschlussvertrag kommt, wollen die reformierten Kirchgemeinden im Kreis 2 ihre Stimmberechtigten informieren.

Am 30. Mai findet eine gemeinsame Informationsveranstaltung statt. «Wir sind eine demokratisch verfasste Kirche, die einerseits auf den Dialog mit ihren Mitgliedern setzt und andererseits für wichtige, wegweisende Vorhaben die Zustimmung der Mitglieder braucht», sagt Hohl. Die Informationsveranstaltung erlaube es, umfassender auf Fragen einzugehen. Ausserdem sollen die Mitglieder bis zu den Kirchgemeindeversammlungen Bedenkzeit sowie Gelegenheit erhalten, Antworten auf Fragen in die eigene Willensbildung einzubeziehen.

Doch was passiert, wenn der Zusammenschluss Tatsache ist? Wird es einen «Leistungsabbau» und eventuell gar Kirchenschliessungen geben? Das sei die Frage, die im Moment niemand beantworten könne, gibt Hohl zur Antwort. «Wir gehen nach dem Prinzip ‹structure follows strategy› vor», ergänzt der Wollishofer Kirchenpflegepräsident. «Also zuerst fragen wir nach dem Auftrag, den Inhalten und Prinzipien (auch betriebswirtschaftlichen), dann fragen wir uns, wie und wo wir sie umsetzen können.» Es sei aber eine Tatsache, dass die Kirche über einen Gebäudepark verfüge, welcher nicht mehr der Zahl der Mitglieder entspreche. Hohl: «Es ist auch ein Faktum, dass viele dieser Gebäude unter Schutz stehen.» Gemäss Leitbild solle auf Stadtgebiet keine Liegenschaft verkauft, sie sollen jedoch besser bewirtschaftet werden. Eine bessere Nutzung der betriebsnotwendigen Liegenschaften sei klar ein Thema, da netto weniger Geld zur Verfügung stehen werde.

«Der Spielraum ist nicht gross»
Stimmen mehr als zwei Drittel beziehungsweise 24 Kirchgemeinden dem Zusammenschlussvertrag zu, ist die Fusion auf gutem Weg. Im Falle einer Ablehnung bleibe der Auftrag aus der Volksabstimmung bestehen, erklärt Bruno Hohl. «Der Spielraum ist nicht gross. Der Zusammenschlussvertrag ist eine Willensbekundung und schafft Voraussetzungen, die auf selbst gewähltem Terrain konstruktives Arbeiten erlaubt.»

Die reformierte Kirche sei keine Firma, die für sich selbst ein Produkt erstelle. «Wir sind Kirche, Volkskirche, im Dienst unserer Mitglieder und mit dem Auftrag, die biblische Botschaft unter den Menschen zu verkünden.» Damit man sich diesen Aufgaben uneingeschränkt zuwenden könne, brauche es ein klares und bestimmtes, gemeinschaftsorientiertes Ja. Bei einem Nein müsste man auf Feld eins neu beginnen.

Gemeinsame Informationsveranstaltung: Dienstag, 30. Mai, 19 Uhr, Kirchgemeindehaus Wollishofen, Kilchbergstrasse 21.



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